Abteilung XXV – Pflegedienst des Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz

T. Andrée

Pflegekräfte im BwZKrhs Koblenz
Bundeswehr/PIZSan

Die Abteilung XXV Pflegedienst untersteht direkt dem Kommandeur und Ärztlichen Direktor des Bundeswehrzentralkrankenhauses (BwZKrhs) Koblenz. Ihr selber sind alle Pflegekräfte der Pflegestationen zugeordnet, das Verhältnis der Pflegekräfte von zivilen zu militärischen Mitarbeitern ist ausgeglichen.

Tägliche Koordinationsaufgaben, Konfliktlösung und Management von Personalressourcen prägen den Alltag unserer Abteilung. Hierbei begleiten wir das Personal der verschiedenen Stationen sehr eng. Führen mit Auftrag, Transparenz, Vertrauen, Empathie und auch Zahlen, Daten, Fakten aus dem Pflegecontrolling gehören zum Tagesgeschäft. Der Fokus liegt hierbei auf den Umsetzungen und Einhaltungen von Standards und Prozessen. Die Einbindung der Stationsleitungen bei Entscheidungsprozessen ist uns besonders wichtig.

Die Abteilung ist in fünf Bereiche untergliedert, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.

Pflegeüberleitung/Entlassungsmanagment

Unsere Pflegeüberleitung setzt die Verordnung zum Entlassmanagement gemäß § 39 Absatz 1a Sozialgesetzbuch V um. Sie sorgt dafür, dass die Verzahnung zwischen stationärem und ambulantem Sektor sowie die lückenlose Überleitung nach Extern im Sinne des Patienten funktioniert. Die Durchführung des Entlassmanagement ist originäre Aufgabe des Krankenhauses und bildet einen Teil der Krankenhausbehandlung, auf den die Patienten einen Anspruch haben, ab. Dies bedeutet neben einem hohen Dokumentationsaufwand auch die enge und zeitlich aufwendige Kommunikation mit Patienten, Stationen, Ärzten, Angehörigen, externen Gesundheitseinrichtungen wie auch den Krankenkassen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst des Hauses wird immer wieder auf eine bestmögliche Versorgung der Patienten hingearbeitet.

Zentrale und dezentrale Praxisanleitung

Die zentrale Praxisanleitung begleitet die Auszubildenden zur Pflegfachfrau/-mann während der gesamten Ausbildungsdauer von drei Jahren. Die Auszubildenden werden individuell auf die vor ihnen liegenden persönlichen und beruflichen Aufgaben und Herausforderung vorbereitet.

Als Schnittstelle zwischen Schule und Praxis ist es unser Ziel, die praktische Ausbildung sicherzustellen und den Theorietransfer in die Praxis zu gewährleisten. Hierzu gehört implizit eine detaillierte aufwendige Dokumentation von Ergebnissen, Prüfungen, Anleitungen, besondere Vorkommnisse, Einschätzungen u. v. m. Die zentrale Praxisanleitung hat eine besondere Verantwortung, auch in der pädagogischen Begleitung. Ihre Unterschriften sind die Basis für die Schule und für die Zulassung zur staatlichen Examensprüfung. Alle bis dahin erfolgten Maßnahmen in der praktischen Ausbildung sind lückenlos nachweisbar darzulegen.

Die zentrale Praxisanleitung koordiniert intern alle Einsätze der Auszubildenden und arbeitet hierbei eng mit den dezentralen Praxisanleitungen vor Ort auf den Stationen zusammen.

Eine zukünftige besondere Herausforderung unter Federführung der Abteilungsleitung ist, dass alle Praxisanleiter, die im Rahmen der Pflegeausbildung tätig sind, sich regelmäßig insbesondere im Bereich der Berufspädagogik fortbilden müssen. Diese Pflicht muss organisiert werden und besteht seit dem 01.01.2020. 

Jährlich müssen Fortbildungen von mindestens 24 Stunden besucht werden. Dies wird gesondert geregelt in § 4 Absatz 3 und 4 der Landesverordnung zur Ausführung ausbildungs- und prüfungsrechtlicher Vorschriften des Pflegeberuferechtes vom 16.04.2021.

Pflegecontrolling

Das Pflegecontrolling unterstützt das Controlling des Hauses hinsichtlich der Umsetzung und Aufbereitung der Daten zur Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung und den seit 2020 gesetzlichen Vorgaben des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes (PpSG) wie auch zu den Daten nach § 21 Krankenhausfinanzierungsgesetz. Die Krankenhausvergütung wurde im Rahmen des PpSG auf eine Kombination von Diagnosis Related Groups (DRG)-Fallpauschalen/Zusatzentgelten und einem krankenhausindividuellen Pflegepersonal-Budget umgestellt. Die Pflege hat somit ihr Leistungsspektrum und den damit verbundenen Aufwand als Grundlage für die Kostenerstattung zukünftig umfassend abzubilden.

Das Pflegecontrolling unterstützt die Abteilungsleitung als auch die zentrale Qualitätsmanagementbeauftragte der Pflege bei der Aufbereitung aller pflegerelevanten und sonstigen Daten, die im Sinne der Führung mit Zahlen, Daten, Fakten und Transparenz für die Stationsleitungen umgesetzt werden soll. Dies impliziert ebenso die Meldungen und notwendigen Abfragen zu Stürzen. Hierzu zählen unter anderem Fakten bei Argumentationen für das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr bei Einschränkungen im Einsatzbereich der Pflege, Ausfallgründe und Mengengerüste, Verläufe, Tendenzen, Planung und Steuerung auf Grund von Daten und Zahlen, Fluktuation darstellen als auch die Bewerbungssituationen in der Pflege der Abteilung XXV und vieles mehr.

Abfragen übergeordneter Instanzen zu vielen unterschiedlichen Fachthemen sind eine regelhafte Arbeitsanforderung sowohl für die Leitung als auch dem Controlling in der Pflege.

Qualitätsbeauftragte Pflege

Im Rahmen des neuen Zertifizierungssystems Kooperation für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen (KTQ) wurden zusammen mit dem Qualitätsmanagement Kriterien für interne Audits erarbeitet, die die einzelnen Bereiche anhand dieser selbst durchführen können.

Einmal im Jahr wird jeder Bereich der Abteilung XXV auditiert und alle hinterlegten Auditkriterien nachhaltig erfasst.

Die Audits werden dieses Jahr erstmalig komplett über ein elektronisches Auditmanagement-Tool durchgeführt und den auditierten Bereichen anschließend zur Verfügung gestellt. Für die einzelnen Stationsleitungen in der Pflege ist dies eine wertvolles Führungsinstrument. Die stetigen Audits sind die Grundlage dafür, dass die beschriebenen Qualitätsfaktoren des Qualitätsmanagementsystems KTQ auch gelebt und internalisiert werden. Vorteil hierbei ist, dass nicht kurz vor einer Zertifizierung ein stetig hoher Aufwand verfolgt werden muss, um die Zertifizierung zu erreichen. Die begründet unter anderem die Etablierung einer Qualitätsbeauftragte Pflege (QBP) in der Arbeitsgliederung der Abteilung. Die mit dem Qualitätsmanagement beauftragte Person für die Pflege überprüft die Dokumentation von Daten, die zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben notwendig sind. Die QBP überwacht die Umsetzung der Qualitätsstandard in den untergeordneten Bereichen, um die Durchdringung bei den Pflege­kräften und dem medizinischem Assistenzpersonal sowie die Praktikabilität von Prozessen auf den Stationen, fachärztlichen Untersuchungsstellen und Funktionsbereichen zu überprüfen. Die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems sind hierbei das wesentliche Bestreben. Die QBP stellt zudem eine Schnittstelle zwischen Abteilung XXV und dem Qualitätsmanagement des BwZKrhs dar.

Innerbetriebliche Fortbildung/Notfall Management in der Pflege

Dieses Aufgabengebiet ist als Arbeitsgliederung etabliert und dient dem Einzelnen in der Pflege als auch allen anderen Mitarbeitern anderer Fachgebiete. Insbesondere zu Angeboten im Notfallmanagement durch eine gut ausgebildete hochqualifizierte Fachkraft als Gesundheitskrankenpfleger, Fachkrankenpflege A/I, Notfallsanitäter, Ausbilder im Crew Ressource Management, Advanced Trauma Care Nurse Management, Ausbildung im Basic Life Supporting (BLS), Koordinator für Kindernotfalltrainings u. v. m. Er koordiniert, plant und organisiert innerbetriebliche Fortbildungen. Herzu führt er die Nachweise und statistischen Auswertungen zur Teilnahme. Jeder Bereich der Abteilung XXV erhält jährlich, jedoch mindestens einmal aller zwei Jahre, ein BLS Training. Dies wird ebenfalls auf Anfrage für alle Fachbereiche des Hauses, inklusive Verwaltung, angeboten, und regelmäßig wahrgenommen bzw. angefragt.

Die Fachkraft Innerbetriebliche Fortbildung koordiniert im BwZKrhs Koblenz die praktischen Einsätze der Weiterbildungsteilnehmer „Fachpflege für Intensivpflege und Pflege in der Anästhesie“ und „Fachpflege für Akut- und Notfallpflege“.


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