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ZUR BEDEUTUNG DES ZECKEN-ÜBERTRAGENEN PATHOGENE ANAPLASMA PHAGOCYTOPHILUM UND CANDIDATUS NEOEHRLICHIA MIKURENSIS IN DEUTSCHLAND

Relevance of the tick-borne pathogens Anaplasma phagocytophilum and Candidatus Neoehrlichia mikurensis in Germany

Aus dem Lehrstuhl für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie¹ (Kommissarischer Leiter: Prof. Dr. G. Sutter) der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen² (Direktor: Prof. Dr. U. Truyen) der Universität Leipzig

Cornelia Silaghi¹ und Martin Pfeffer²

WMM, Jahrgang 58 (Ausgabe 4/2014; S. 123-128)

Zusammenfassung

Hintergrund: In Deutschland sind von den durch Zecken übertragenen Pathogenen vor allem das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Spirochäten aus der Gruppe der Borrelien bekannt. Aber es gibt noch weitere Zoonoseerreger, die durch den gemeinen Holzbock Ixodes ricinus auf Mensch und Tier übertragen werden. Erstere sind aber bei den Ärzten wenig bekannt und so wird ihre Diagnostik entsprechend selten angefordert.

Methoden: Literaturrecherche in Pubmed unter Nutzung der unten angeführten Schlagworte und eigene Untersuchungen an Zecken und Nagetieren in Deutschland.
Ergebnisse: Es wird der aktuelle Kenntnisstand zur medizinischen Bedeutung von Anaplasma phagocytophilum und Candidatus Neoehrlichia mikurensis vorgestellt, über die in der ärztlichen Praxis noch wenig bekannt ist.
Schlussfolgerungen: Speziell bei beruflich und einsatzbedingter starker Zeckenexposition sollten auch seltenere Krankheitsbilder bekannt sein, um im Sinne des Arbeitsschutzes Aufklärung und präventive Maßnahmen ergreifen zu können.
Schlagworte: Ixodes ricinus, Anaplasma phagocytophilum, Candidatus Neoehrlichia mikurensis, Zecken, Arbeitsschutz

Summary

Background: Tick-borne encephalitis virus and the group of Borrelia spirochetes are the best known tick-borne pathogens In Germany. But there are other, less prominent zoonotic pathogens that are transmitted to man and animals by the sheep tick, Ixodes ricinus. Those are not well known among physician and consequently their diagnostic is not asked for.
Methods: Review of the relevant literature using keywords below as well as own studies in ticks and rodents from Germany.
Results: This review provides a comprehensive up-to-date knowledge of two of these, namely Anaplasma phagocytophilum and Candidatus Neoehrlichia mikurensis aiming at an enhanced awareness.
Conclusions: In situations with professional outdoor exposure to ticks the knowledge about rare tick-borne diseases should be present in terms of education, potential preventive measures and thus work safety.
Keywords: Ixodes ricinus, Anaplasma phagocytophilum, Candidatus Neoehrlichia mikurensis, ticks, work safety.

Einleitung

Zecken spielen in zunehmendem Maße eine entscheidende Rolle als Überträger von Pathogenen und sind somit von wachsender Relevanz für das öffentliche Gesundheitswesen. Besonders Menschen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit viel in der freien Natur aufhalten, sind gefährdet. Zu den von Zecken übertragenen Pathogenen gehören Viren, wie zum Beispiel das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Bakterien wie Borrelia burgdorferi sensu lato und Protozoen (zum Beispiel Babesien), aber auch bestimmte Helminthenarten [1]. Von zunehmender Bedeutung sind in Mitteleuropa die intrazellulären und von Zecken übertragenen alpha-Proteobakterien aus der Ordnung Rickettsiales. 2001 schlugen Dumler und Kollegen [2] eine Reorganisation der Ordnung Rickettsiales auf Basis von Homologien im 16S rRNA Gen vor, die nun aus den Familien Rickettsiaceae und Anaplasmataceae besteht. Alle Stämme wurden aus der Ordnung entfernt. Die Familie Anaplasmataceae besteht derzeit aus den Genera Wolbachia, Ehrlichia, Neorickettsia, Aegyptianella and Anaplasma [2]. Mit Neoehrlichia wird wohl in naher Zukunft ein weiteres Genus in die Familie aufgenommen. Zu dieser Familie gehören viele human- und veterinärmedizinisch relevante intrazelluläre Krankheitserreger, die durch verschiedene blutsaugende Gliederfüßler (Vektoren) übertragen werden (Tab. 1). Medizinisch bedeutsam sind in Deutschland die neu aufkommenden und durch die Schildzecke Ixodes ricinus übertragenen Bakterien Anaplasma (A.) phagocytophilum und Candidatus Neoehrlichia mikurensis.

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A. phagocytophilum wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Erreger des Weidefiebers bei Schafen in Schottland entdeckt und zunächst als Rickettsia phagocytophila klassifiziert. Aufgrund morphologischer Ähnlichkeiten wurde es wenig später in das Genus Cytocetes im Stamm Ehrlichia als Cytocetes phagocytophila aufgenommen und im weiteren Verlauf in Ehrlichia (E.) phagocytophila umbenannt [3]. Das spätere Genus Ehrlichia wurde in drei Genogruppen aufgeteilt. Die granulozytäre Gruppe enthielt E. phagocytophilum, E. equi und den Verursacher der Humanen Granulozytären Ehrlichiose (HGE). Nach der Reklassifikation des Genus Ehrlichia auf der Basis phylogenetischer Studien wurde die gesamte granulozytäre Ehrlichia-Gruppe zusammengefasst und in Anaplasma phagocytophilum umbenannt [2]. A. phagocytophilum gilt heute als das verursachende Agens der Humanen, Caninen, Equinen und Felinen Granulozytären Anaplasmose. Bei Wiederkäuern wird die Erkrankung traditionell weiter als Weidefieber bezeichnet [3].
Zwei Forschergruppen fanden Ende der 1990er Jahre in Ixodes-Zecken DNA-Sequenzen, die mit einer generischen DNA-Sonde für Ehrlichien hybridisierten, aber mit keiner der verwendeten Spezies-spezifischen DNA-Sonden für die damals bekannten Ehrlichia-Arten reagierten. Die erste publizierte Studie fand diese taxonomisch nicht gruppierbare Ehrlichien-DNA in gesaugten Ixodes (I.) ricinus von in Holland erlegten Rehen [4], die entsprechenden Erreger wurde nach dem Seniorautor als „Schotti-Variante“ bezeichnet [4]. 2001 wurden ähnliche Ergebnisse von im Baltikum gefangenen I. ricinus und I. persulcatus publiziert [5]. Zwischen 1998 und 2001 fand sich in I. ricinus-Zecken vom Körper asymptomatischer italienischer Patienten die DNA eines Erregers, für den der Name Candidatus Ehrlichia walkeri sp. nov. vorgeschlagen wurde [6]. Entsprechende DNA-Sequenzen wurden in I. ricinus 2003 auch in Deutschland erstmals beschrieben [7]. Es folgten erste Untersuchungen zu möglichen Reservoirwirten. Im Jahr 2003 wurde in drei Wanderratten (Rattus norwegicus) in Südchina mittels PCR und anschließender Sequenzierung ein Erreger nachgewiesen, der als „Rattus Variante“ bezeichnet wurde [8]. Ein Jahr später beschrieb eine japanische Arbeitsgruppe umfassend den Nachweis der DNA des „neuen“ Erregers in 7 von 15 auf der japanischen Insel Mikura gefangenen Wanderratten [9]. Der Erreger wurde in Laborratten passagiert, sodass erste Untersuchungen zur Ultrastruktur sowie weitergehende phylogenetische Analsyen möglich wurden. Diese, führten zu der derzeit gültigen taxonomischen Stellung und Bezeichnung Candidatus Neoehrlichia mikurensis (CNM). Die genetische Verwandschaft der 16S rRNA und groEL-Gene platziert CNM in die Familie Anaplasmataceae. Da es bisher nicht gelungen ist, CNM in vitro zu propagieren bleibt der Status „Candidatus“ nach wie vor erhalten.

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Bekannte Eigenschaften der Erreger
A. phagocytophilum ist ein kleines (0,5 - 1,5 µm), gramnegatives obligat intrazelluläres alpha-Proteobakterium [2]. Es infiziert die neutrophilen Granulozyten von Säugetieren und zu einem geringeren Anteil auch die eosinophilen Granulozyten und Monozyten, wo es in zytoplasmatischen, aus der Zellmembran bestehenden, Vakuolen gefunden wird. Allerdings scheinen die neutrophilen Granulozyten nicht an der frühen Phase der Erkrankung beteiligt zu sein. A. phagocytophilum wird in den ersten 24 Stunden des Zeckenbisses übertragen. Zu dieser Zeit des Saugaktes der Zecke sind die Blutgefäßwände noch intakt und so können die Neutrophilen nicht ins Blutsystem zurück und damit zur Verbreitung des Bakteriums in Organismus beitragen. Möglicherweise ist hier das mikrovaskuläre Endothel involviert [10].
Aufgrund seiner intrazellulären Lebensweise lässt sich A. phagocytophilum nur in Zellkulturen anzüchten, wie zum Beispiel in der humanen promyelotischen Zelllinie HL-60 und in Zeckenzelllinien, zum Beispiel IDE8 [3].
Bei CNM handelt es sich ebenfalls um ein obligat intrazelluläres, gram-negatives Bakterium, das endothelialen Zelltropismus zeigt. Da sich CNM bisher nicht in gängigen Zellkultursystemen oder mit anderen Methoden außerhalb von Wirtstieren vermehren lässt, ist darüber hinaus noch nicht viel über dessen Eigenschaften bekannt. Zumindest zu drei (Anaplasma, Ehrlichia, Neorickettsia) der fünf Genera innerhalb der Familie Anaplasmataceae existieren keine serologischen Kreuzreaktionen [9].

Vektoren und Wirte
A. phagocytophilum wird von Schildzecken des I. persulcatus-Komplexes übertragen. Der Hauptvektor in Europa ist I. ricinus (Holzbock); in den östlichen USA I. scapularis (Hirsch- oder Rehzecke); in den westlichen USA I. pacificus (Western black-legged tick), und in Asien I. persulcatus (Taigazecke) [3]. A. phagocytphilum wird in stark schwankenden Prävalenzraten in Zecken in Europa, USA und in Asien gefunden. In den USA reichen die Prävalenzen in I. scapularis von 0,2 % bis zu 50 % in einzelnen Untersuchungen, in I. pacificus von 0,8 % - 9,9 % und ein DNA-Nachweis wurde zum Beispiel auch in Amblyomma americanum, und Dermacentor (D.) variabilis und D. occidentalis erbracht [3]. In Europa wurde A. phagocytophilum in wirtssuchenden Zecken (hauptsächlich I. ricinus, aber auch I. persulcatus etc.) in über 25 Ländern gefunden, beispielsweise mit Befallsraten von 0,4 - 17,1 % in Norwegen, 3 - 6,5 % in Estland, 2,5 - 19,2 % in Polen, 1,1 - 8,3 % in der Slowakei, 0,4 - 15 % in Frankreich, und 3,7 - 20,5 % in Spanien [3]. Eine detaillierte Übersicht über die Nachweisraten in I. ricinus in Deutschland gibt Tabelle 2. In Asien wurde A. phagocytophilum bisher in wirtssuchenden I. persulcatus, I. ovatus, I. nipponenis, D. silvarum, Haemaphysalis (H.) megaspinosa, H. longicornis und H. douglasii nachgewiesen, dabei schwanken die Prävalenzen beispielsweise von 0,8 % - 21,6 % in I. persulcatus [3].
Eine transovarielle Übertragung wurde bisher nicht in Ixodes-Zecken nachgewiesen. Somit ist zum jetzigen Wissensstandpunkt ein Wirbeltierwirt nötig, um den Lebenszyklus von A. phagocytophilum in der Natur aufrecht zu erhalten. In Europa, Asien und Amerika wurde A. phagocytophilum in mehreren Wildwiederkäuerspezies gefunden. Die Prävalenzraten im Weißwedelhirsch in den USA betragen von 3,1 - 46,6 %, im Reh in Europa von 9,6 - 98,9 %. A. phagocytophilum wurde unter anderem auch in Rotwild, Damwild, Sikawild sowie in Gämsen und Steinböcken nachgewiesen. Auch hier schwankten die Prävalenzen sehr stark zwischen 1,5 - 87,5 % [3]. In Europa gehört das Reh zu den Hauptwirten von adulten Zecken und kann zu einem schnellen Anstieg von Zeckenpopulationen beitragen [11].
Die zweite große Gruppe, in denen A. phagocytophilum in endemischen Ländern gefunden wird, sind Kleinsäuger wie Nagetiere und Insektenfresser. Diese Tiere stellen ebenfalls wichtige Wirte besonders für die Entwicklungsstadien von Zecken dar [12]. So wurden in Europa A. phagocytophilum Befallsraten von  <1 - 15 % in Gelbhalsmäusen (Apodemus flavicollis), von <1 - 11 % in Waldmäusen (Apodemus sylvaticus) und von 5 - 19,2 % in Rötelmäusen (Myodes glareolus) gefunden. In England wird außerdem die Feldmaus (Microtus arvalis) als Reservoir diskutiert [13]. Jedoch gibt es auch viele Studien in Europa, in denen keine DNA von A. phagocytophilum in Nagetieren nachgewiesen werden konnte, und die Reservoirstellung dieser Tiergruppe weiterhin nicht vollständig geklärt ist [3]. Die Weißfußmaus in den östlichen und in der Mitte der USA gilt als einer der Hauptwirte für die humanpathogene Variante (siehe unten) von A. phagocytophilum. Der Erreger wurde auch in weiteren Kleinsäugern in den USA gefunden wie in verschiedenen Maus- und Wühlmausspezies sowie in Hörnchenarten wie Backenhörnchen oder Grauhörnchen. In der Busch­ratte (Neotoma fuscipes), die im Westen der USA vorkommt, wurden Prävalenzen von 1.8 % - 88,4 % festgestellt. In Asien wird die Brandmaus (Apodemus agrarius) als einer der Hauptwirte für A. phagocytophilum aufgrund von Befallsraten bis zu 23,6 % diskutiert. Obwohl verschiedene Insektenfresser wie beispielsweise Spitzmausarten zum Teil hohe Prävalenzen bis zu 63,3 % aufwiesen und die durchschnittlichen Prävalenzen in Insektenfressern laut verschiedener Studien um die 20 % betrugen, ist deren Reservoirpotenzial nach wie vor nicht geklärt [3].
CNM wurde bislang ausschließlich in Zecken der Gattung Ixodes gefunden [14]. Dabei erstreckt sich das bisher bekannte Verbreitungsgebiet von Japan im äußersten Osten Asiens über den nördlichen Teil des asiatischen Kontinentes bis nach Italien und Frankreich in Europa. In Europa selbst wurde CNM nun in weiten Teilen von Süd nach Nord und Ost nach West nachgewiesen. Die Prävalenzen schwanken meist zwischen 1 und 11 %, allerdings gibt es fokal auch höhere Prävalenzraten mit über 25 % [15] (Tab. 3). Im Pool archivierter Zecken, die bereits 1969 in Moldavien geflaggt worden waren, ließ sich CNM-spezifische DNA in einer von 126 Ix. ricinus nachweisen, [16]. Untersuchungen potenzieller Reservoirwirte ergaben teils hohe Befallsraten in verschiedenen Nagetierspezies, ganz besonders in Gelbhalsmäusen und Rötelmäusen, bislang allerdings keinen Nachweis von CNM in Insektenfressern (Tab. 3). Aus Afrika, Australien und Südamerika sind keinerlei Nachweise von CNM bekannt. Aus Nordamerika wurde allerdings aus Waschbären ein naher Verwandter des CNM mit dem Namen Candidatus Neoehrlichia lotoris beschrieben [17].

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Medizinische Bedeutung

Anaplasma phagocytophilum
Die Humane Granulozytäre Anaplasmose (HGA), ausgelöst durch A. phagocytophilum, zeigt sich häufig als unspezifische fieberhafte Erkrankung: Sie kann sich auch als asymptomatische Infektion oder tödlich verlaufende Krankheit entwickeln [18]. Die unspezifischen Symptome beinhalten nach der Inkubationszeit von 7 - 10 Tagen das akute Eintreten von Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein und Myalgien. Weniger häufig sind Nausea, abdominale Schmerzen, Diarrhoe und Husten. Hämatologische Befunde wie Leukopenie, Lymphopenie und Thrombozytopenie werden ebenfalls häufig beobachtet sowie Anämie mit etwas geringerer Häufigkeit. Des Weiteren treten milde bis moderate Leberschäden auf, die zu einer erhöhten Aspartat- und Alanin-Aminotransferaseaktivität im Serum führen [19, 20]. Die meisten Symptome klingen nach circa 30 Tagen selbst ohne Behandlung ab. Allerdings können aufgrund der Leukopenie und Lymphopenie opportunistische Erreger wie zum Beispiel Candida albicans sekundäre Infektionen auslösen. Obwohl insgesamt die Letalität bei unter 1 % liegt, können verschiedene Komplikationen wie ein septischer oder toxischer Schock auftreten, ebenso Atembeschwerden, Rhabdomyolysis, Pancarditis, akutes Nierenversagen und Hämorrhagien, die sowohl Tage nach der Erkrankung aber auch viel später auftreten können [18].
Die HGA wurde erstmals 1990 in den USA beobachtet und seitdem auch in Europa und Asien beschrieben. In den USA ist die HGA eine der wichtigsten durch Zecken übertragenen Infektionen. Die höchsten Fallzahlen werden im Nordosten und im Mittleren Westen beschrieben [19]. Die Anzahl der dem Center for Disease Control (CDC) in Atlanta gemeldeten Fälle sind seit der Einführung der Meldepflicht kontinuierlich angestiegen. So waren es im Jahr 2000 348 Fälle und im Jahr 2010 schon 1 761 Fälle. Die jährliche Inzidenz betrug im Jahr 2000 1,4 Fälle/1 Million Einwohner. Im Jahr 2010 lag die Inzidenz schon bei 6,1 Fälle/1 Million Einwohner. Die Sterberate blieb allerdings unter 1 % (www.cdc.gov/anaplasmosis). Die Seroprävalenz in den USA schwankt von 0,6 - 14,9 % in den endemischen Gebieten [18]. In den USA wurden 3,5 % der Blutspender positiv getestet [18]. Die klinisch manifeste Infektion erfordert in 36 % der Fälle eine stationäre Behandlung, davon 7 % der Fälle auf einer Intensivstation [20].
Der erste Anaplasmose-Fall in Europa wurde Mitte der 1990er Jahre beschrieben. Seither sind rund 100 Fälle aus Kroatien, der Slowakei, Österreich, Lettland, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Spanien, Frankreich und Schweden bekannt [21]. Es gibt bisher keinen nach Richtlinien des CDC bestätigten Fall aus Deutschland. Seroprävalenzstudien zeigen jedoch, dass die deutsche Bevölkerung ebenfalls exponiert ist. Daher ist wohl davon auszugehen, dass die HGA unterdiagnostiziert wird. In Deutschland schwanken die Seroprävalenzraten zwischen 1,9 % - 16 % je nach zum Beispiel Anamnese, Zeckenbefall und Alter der Patienten [22, 23, 24, 25].
Seroprävalenzraten in anderen europäischen Ländern schwanken in der gleichen Größenordnung und generell steigt der Anteil der seropositiven Personen mit dem Alter und ist höher in Populationen mit Zeckenkontakt. Forstarbeiter, Fieberpatienten nach Zeckenbefall und Soldaten, die Outdoor-Training nachgehen, zeigen Seroprävalenzen von 11,4 - 14,9 % in verschiedenen europäischen Ländern [22, 25, 26].
Aus Asien wurden ebenfalls in jüngster Zeit HGA-Fälle berichtet. Beispielsweise wurde in China erstmal 2006 ein Fall berichtet. Die 50-jährige Patientin starb und neun weitere Patienten aus ihrem Umfeld wurden ebenfalls positiv diagnostiziert [27].
Oft wird eine A. phagocytophilum-Infektion zusammen mit einer anderen durch Zecken übertragenen Erkrankung gefunden. So werden oft Antikörper gegen Anaplasma und Borrelia zusammen gefunden. Beispielsweise hatten in der Tschechischen Republik 9,9 % der Patienten mit einem durch FSME verursachten Krankenhausaufenthalt auch Antikörper gegen A. phagocytophilum [28]. Es ist bisher unklar, welche Pathomechanismen zu welcher Krankheitsausprägung führen. Zunächst nahm man an, dass die Schwere der Erkrankung mit der aufgenommenen Menge des Erregers zusammenhing, allerdings wurde dies in späteren Studien widerlegt. Die pathologischen Befunde deuteten eher auf das Potenzial eines Zytokin- oder immuninduzierten Prozesses hin [20]. So wurde unter anderem in Patienten festgestellt, dass weit mehr Leukozyten zerstört werden, als es sich durch die direkte Zerstörung durch die Infektion mit A. phagocytophilum erklären lässt.
Das Medikament der Wahl bei einer HGA sind Tetrazykline. Doxycyclin ist effektiv in der Behandlung von HGA Fällen und führt gewöhnlich in 24 - 48 Stunden zu einer klinischen Verbesserung [21].

Candidatus Neoehrlichia mikurensis
Lange galt der Nachweis von Candidatus Neoehrlichia mikurensis (CNM) aus Zecken und Nagern als durchaus interessanter Nebenbefund, allerdings wurde diesem Erreger keinerlei medizinische Bedeutung beigemessen. Wie bei vielen Infektionskrankheiten, sollte sich dies schon sehr schnell als Irrtum herausstellen. 2010 wurden zwei Fälle aus Deutschland publiziert: im Jahr 2007 ein 69-jähriger Mann mit immunsuppressive Therapie nach Verdacht auf chronisch-entzündliche demyelinisierende Polyneuropathy und im Jahr 2008 ein 57-jähriger Patient mit intrazerebralen und subarachnoidalen Blutungen und einem Aneurisma an der Carotis interna. Letzterer Patient hat trotz Intensivtherapie und Operation nicht überlebt [29]. Zwischen 2008 und 2009 wurden zwei Fälle in der Tschechischen Republik diagnostiziert: eine splenektomierte 55-Jährige mit Mantelzelllymphom und Chemotherapie und ein 58-Jähriger, ebenfalls splenektomiert, der sich aufgrund einer sklerotisierenden Cholangitis drei Jahre zuvor einer Lebertransplantation unterzogen hatte [30]. 2009 wurde CNM bei einem 77-Jährigen in Schweden diagnostiziert, Er war zwei Jahre zuvor nach autoimmun-induzierter Thrombozytopenie und autoimmuner Anämie auf Grund chronischer B-Zell-lymphozytärer Leukämie splenektomiert worden [31]. Ebenfalls 2009 wurde in der Schweiz ein 61-Jähriger sechs Wochen nach einer Bypass-Operation und Mitralklappenrekonstruktion mit einer Neoehrlichiose diagnostiziert [32].
Bis zum Oktober 2012 waren diese sechs Fälle die einzigen labordiagnostisch bestätigten humanen Neoehrlichiosen und sie alle litten an einer Grunderkrankung. Dass keine besondere Disposition vorliegen muss, zeigte ein Bericht aus China. In einer Studie bei 7 von 622 Fieberpatienten im Nordosten des Landes wurde CNM im Blut mittels PCR nachgewiesen [33]. Die Autoren betonen, dass es sich durchweg um sonst gesunde Personen handelte und nicht wie bislang um Menschen, die an einer schweren Hintergrunderkrankung und/oder Immunsuppression litten. Die letzten zwei Fallberichte stammen aus der Schweiz, wo nach entsprechender Doxycyclin-Behandlung beide Patienten schnell fieberfrei wurden und eine restitutio ad integrum gelang [34]. Mit zunehmender Zahl an Berichten über CNM sowohl in Zecken, Nagern als auch Menschen in den letzten 3 Jahren [35, 36] wird sich in naher Zukunft das Bild über die Verbreitung und Häufigkeit von CNM weiter vervollständigen und dann das Gefährdungspotenzial dieses Erregers für die menschliche Gesundheit besser einschätzbar sein.

Schlussfolgerungen

Im Hinblick auf die Humane Granulomatöse Anaplasmose bleibt nach wie vor unklar, warum wir Fälle bei Tieren sehen und den Erreger regelmäßig in Zecken nachweisen können, aber im Gegensatz zu Amerika bislang keine humanen Fälle in Deutschland identifizieren konnten. Die Gründe hierfür sind nicht bekannt, könnten aber in einer fehlenden Diagnoseanforderung der Ärzteschaft auf Grund fehlender Kenntnis der Erkrankung und ihrer Symptome liegen. Eine alternative Arbeitshypothese könnte dies durch verschieden-pathogene Stämme oder auch unterschiedliche Kreisläufe in der Natur erklären. Für beide Szenarien sind ein weiteres Bekanntmachen von Anaplasma phagocytophilum erste Schritte zum Erkenntnisgewinn. Eine entsprechende Charakterisierung von Stämmen aus Deutschland und ein Vergleich mit nordamerikanischen Stämmen sind ebenfalls indiziert.
Bezüglich Candidatus Neoehrlichia mikurensis haben wir ein grobes Bild von der Prävalenz in Deutschland, jedoch ist die gesundheitspolitische Bedeutung dieses Erregers noch schwer abzuschätzen. Hier besteht dringender Forschungsbedarf hinsichtlich der In-vitro-Kultivierung von CNM, um Antigen zu gewinnen, welches über ein serologisches Screening die tatsächliche Exposition und Infektionsraten bei verschiedenen Berufsgruppen zu bestimmen. Auch hier muss weiter über den Erreger informiert werden, damit die Diagnostik bei Verdachtsfällen angefordert wird und entsprechende Therapien initiiert werden können.
Beide Erreger sind in Deutschland in Zecken wiederholt und teilweise auch mit einer bemerkenswerten Prävalenz nachgewiesen worden, so dass hier auch eine wehrmedizinische Bedeutung besteht. Dies gilt bei entsprechenden Übungen im In- wie auch im Ausland und erfordert entsprechende Präventionsmaßnahmen durch Aufklärung der Truppenärzte sowie der konsequenten Verwendung von entsprechend imprägnierter Feld- und Einsatzbekleidung.

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Datum: 01.07.2014

Quelle: Wehrmedizinische Monatsschrift 2014/4