Abteilung XIII – Institut für Pathologie, ­Molekularpathologie, Immunhistologie und ­Elektronenmikroskopie

E. R. Sieber

Das Team der Abteilung XIII
Bundeswehr/Andreas Weidner

Seit 1964 ist die Abteilung für Pathologie am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz beheimatet. Schon seit der Frühphase des Hauses (damals noch „Zentrallazarett der Bundeswehr“), sieben Jahre nach der Übernahme des ursprünglich französischen Lazaretts durch die Bundeswehr, erfüllt die Abteilung für Pathologie ihren Auftrag in den Bereichen der Krankenversorgung, Forschung, Lehre, Weiterbildung und Qualitätssicherung.

Wir versorgen neben dem eigenen Haus die Bundeswehrkrankenhäuser Hamburg und Westerstede sowie zahlreiche weitere militärische und zivile Einsender. Mit unserer umfangreichen und modernen technischen Ausstattung decken wir die volle Bandbreite der modernen pathologischen Diagnostik ab. Diese reicht von dem Molekül in Form der Molekulardiagnostik über Einzelzellen (Zytologie), Zellverbänden (bioptische Diagnostik), von Organsystemen (Resektate) bis hin zum ganzen Menschen in Gestalt einer klinisch-pathologischen oder gutachterlichen Obduktion. Mit unseren Diagnosen unterstützen wir die klinischen Fachgebiete und ermöglichen eine zielgerichtete Therapie. ­Komplexe Großpräparate aus onkologischen Eingriffen werden leitliniengerecht aufgearbeitet, um die bestmögliche Patientenversorgung zu garantieren. Mit der intraoperativen Schnellschnittdiagnostik (Gefrierschnitttechnik) unterstützen wir insbesondere auch die operativ tätigen Fachgebiete, indem z. B. mikroskopische Schnittrandkontrollen durchgeführt werden, um Entscheidungen zur Ausdehnung onkologischer Operationen zu stützen. Durch die enge Zusammenarbeit innerhalb unseres Hauses sind kurze Wege gewährleistet und Proben bzw. Untersuchungsergebnisse gelangen schnell zu den entsprechenden Stellen.

Wir beraten und unterstützen den Sanitätsdienst der Bundeswehr als Leitinstitut für die Auslandseinsätze bei speziellen pathologischen und bisweilen sogar forensischen Fragestellungen.

Wir sind fester Bestandteil von Einrichtungen wie dem Kopf-Hals-Zentrum, dem uroonkologischen Zentrum und der allgemeinen, interdisziplinären Tumorkonferenz.

Ferner sind wir in Qualitätszirkeln sowie bei Ringversuchen aktiv beteiligt.

Im Rahmen der Änderung des Stärke- und Ausrüstungsnachweises 2020 erfolgte zudem die Angliederung der Elektronenmikroskopie an das Institut für Pathologie, die mit Ihrer Expertise das Leistungsspektrum der Abteilung erweitert.

Besonders in Hinblick auf aktuelle und zukünftige Entwicklungen im Bereich des Fachgebietes Pathologie ist die molekulare Diagnostik in den Fokus gerückt, die von uns in den letzten Jahren stark ausgebaut wurde. Begonnen haben wir mit einfachen Hybridisierungstechniken über DNA-Sonden. Dann folgten PCR-Techniken zur Detektion krankheitsassoziierter Gene im Rahmen der Tumorgenese. Das Institut war bislang vorwiegend auf PCR- bzw. Sequenziertechniken angewiesen, bei denen Tumore gezielt auf Veränderungen der genetischen Information hin untersucht werden. Die Untersuchung einzelner Gene wie beispielsweise des KRAS-Gens, das im Zusammenhang mit der Entstehung von kolorektalen Karzinomen von Bedeutung ist, ist aufwendig und zeitraubend.

Dem Institut steht aktuell eine neue revolutionäre Technik zur Verfügung, das sogenannte Next-Generation Sequencing, mit dessen Hilfe eine massive Parallelsequenzierung möglich ist. Auf diese Weise können in einer Probe mehrere hundert Gene in einem Arbeitsschritt innerhalb weniger Tage analysiert werden. Dabei steigt die Anzahl der zu untersuchenden Gene mittlerweile fast exponentiell an. Im Rahmen der personalisierten Medizin ergeben sich bei genauer Kenntnis der an der Entstehung einer Krankheit beteiligten Gene völlig neue Möglichkeiten für eine zielgerichtete Therapie mit deutlich verlängerter Überlebenszeit für Patienten und Patientinnen mit fortgeschrittenem Tumorleiden.

Auch verfügen wir über verschiedene Systeme zum Nachweis eines breiten Spektrums von unterschiedlichen Krankheitserregern (Bakterien, Viren oder Pilzen) mittels qualitativer und quantitativer Analyse von Nukleinsäuren an Paraffinmaterial.

Weitere Herausforderungen aber auch Möglichkeiten im Bereich der voranschreitenden Digitalisierung bestehen zusätzlich. In diesem Zusammenhang wird aktuell unter anderem an der Einführung digitaler Scanningtechnologie für Schnittpräparate gearbeitet, um beispielsweise Zweitmeinungen durch ein Konsillarinstitut nahezu in Echtzeit einholen zu können. Weiterhin bietet sich dadurch die Möglichkeit der ortsunabhängigen Befundung z. B. im Rahmen der Heimarbeit.

Das Institut arbeitet seit Gründung an der kontinuierlichen Weiterentwicklung, um eine Hochleistungsdiagnostik auf Universitätsniveau bieten zu können.


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