Nuklearmedizinische Diagnostik bei Patienten mit verzögerter Knochenheilung nach Explosions- und Schusstraumata

Michael Grunert, Falk von Lübken, Burkhard Klemenz

Zusammenfassung

Hintergrund: In militärischen Konflikten führen Frakturen, die durch Schuss- oder Explosionsverletzungen entstehen, zu einer hohen Rate an Knochensubstanzverlusten, Weichteilverletzungen und Infektionen. Die Knochenbruchheilung ist ein komplexer Regenerationsprozess. Die nuklearmedizinische Diagnostik ist neben der radiologischen Bildgebung eine zentrale Säule, die komplementäre Informationen zur Ursachenfindung einer ausbleibenden Frakturheilung geben kann. Die nuklearmedizinische Molekulare Bildgebung stellt damit die Basis für eine optimierte chirurgische Behandlungsentscheidung dar.

Falldarstellungen: Es werden zwei Fälle mit Knochenavitalität und Osteomyelitis nach Kriegsverletzungen vorgestellt. Dabei werden die Entzündungsszintigrafie mit Granulozyten-Antikörpern und die 18F-Natriumfluorid (NaF)-PET/CT als Möglichkeiten der nuklearmedizinischen Diagnostik für eine exakte funktionelle und anatomische Lokalisationsdiagnostik erläutert.

Diskussion: Die Therapie von Frakturen und insbesondere von Pseudarthrosen ist oft langwierig, aufwendig und meist mit mehrfachen chirurgischen Eingriffen verbunden. Zur nicht-invasiven Abklärung sollten nuklearmedizinische diagnostische Methoden, v. a. in der Infekt- und Vitalitätsdiagnostik, eingesetzt werden.

Schlussfolgerung: Für die erfolgreiche Therapie von Pseudarthrosen ist die zielgerichtete nuklearmedizinische Diagnostik eine wertvolle Grundlage.

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