Artikel: Wehrmedizinische Monatsschrift 6-7/2020

FUNKTION UND ÄSTHETIK

Die Plastische Chirurgie im wehrmedizinischen Kontext1

Meike Wendlandt, Benedikt Friemert

Bundeswehrkrankenhaus Ulm – Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Septische und Rekonstruktive Chirurgie, Sporttraumatologie

Zusammenfassung

PhotoQuelle: Bundeswehr / M. Wendlandt Die Rekonstruktive Chirurgie ist ein Teilgebiet der Plastischen Chirurgie und von erheblicher wehrmedizinischer Relevanz. Der Erhalt beziehungsweise die Wiederherstellung der Integrität des Körpers und damit der Funktionsfähigkeit nach Trauma oder Operation muss das Ziel der Chirurgie im Allgemeinen und in der Traumatologie im Besonderen sein.

Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen chi­rurgischen Fachbereichen sollte so früh wie möglich initiiert werden, um ein möglichst gutes Ergebnis für jeden Patienten zu erzielen.

Die Betrachtung des gesamten Patienten, seiner Vorerkrankungen, seine Lebenssituation und selbstverständlich seiner Wünsche ist in solchen komplexen Fällen bei der Planung jeglicher operativer Prozedur essenziell. Nicht jeder Patient ist geeignet für eine aufwendige operative Rekonstruktion. Hier muss auch in enger Absprache mit der Anästhesie vorgegangen werden. Häufig sind rekonstruktive Eingriffe von erheblicher zeitlicher Länge – so kann die Durchführung einer freien Lappenplastik zwischen 5 und 10 Stunden dauern. Vorerkrankte Patienten mit zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen in Zusammenarbeit mit Anästhesie und Innerer Medizin vorbereitet werden. In seltenen Fällen muss tatsächlich von einer aufwendigen Operation abgesehen werden, wenn das Operationsrisiko größer ist als der bestmögliche zu erwartende Nutzen.

Bei aller Planung hat grundsätzlich der Extremitätenerhalt absolute Priorität. Eine Amputation bringt nicht nur ein erhebliches operatives Risiko mit sich, sondern birgt auch die Gefahr einer dauerhaften Immobilisierung, da der Kraftaufwand und Energieverbrauch für das Gehen an Gehstützen oder mit Prothese nach Amputation an einer Extremität deutlich erhöht wird und damit oftmals nicht mehr bewältigt werden kann. Der Behandlungspfad muss folglich im chirurgischen Team, mit dem Patienten und seiner Familie, mit der Anästhesie und den Mikrobiologen/Infektiologen, aber auch den Physiotherapeuten und Orthopädiemechanikern, wohl abgewogen sein.

Große Weichteildefekte sind oftmals kontaminiert und benötigen eine abgestimmte operative und pharmakologische Behandlung. Hierzu haben sich sogenannte „septische Visiten“ bei uns im Hause bewährt, bei denen ein Team aus Infektiologe, Mikrobiologe, Pharmazeut, Chirurg und Physiotherapeut gemeinsam mit dem Patienten sprechen und die Therapie planen. Eine Rekonstruktion kann nur erfolgen, wenn eine Wunde weitestgehend sauber und im Idealfall keimfrei ist.

Schlüsselwörter: Defektdeckung, Lappenplastik, freier Lappen, gestielter Lappen, Wiederherstellung, Funktion, Traumabehandlung, „damage control surgery“

Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

Datum: 05.06.2020