01.10.2021 •

Mit Hochdurchsatz-Sequenzierverfahren zu neuen Einblicken in die Wirkung von CT-Untersuchungen auf die Zelle

Hanns Leonhard Kaatscha, Benjamin Valentin Beckerb, Stephan Waldeckb, Matthias Porta, Reinhard Ullmanna

Institut für Radiobiologie der Bundeswehr, München
Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz, Klinik VIII – Radiologie und Neuroradiologie

Hintergrund

Seit ihrer Einführung in den 1970er Jahren nimmt die Bedeutung der Computertomografie (CT) ständig zu. Allein im Zeitraum 2007 bis 2016 erhöhte sich in Deutschland die Zahl der CT-Untersuchungen um 45 % [1]. Konsequenz dieser Zunahme ist, dass CT-Untersuchungen mittlerweile mehr als 67 % der kollektiven Strahlenbelastung im Zusammenhang mit radiologischen Untersuchungen ausmachen [1] und dies, obwohl die Strahlenbelastung der einzelnen Untersuchung durch technische Weiterentwicklung und Optimierung der Protokolle kontinuierlich reduziert wurde und mittlerweile im Durchschnitt weniger als 6 mSv pro Untersuchung beträgt [5].

Angesichts dieser geringen Strahlenbelastung ist für den Einzelnen und die einzelne CT-Untersuchung nur ein geringes Risiko für Folgeschäden zu erwarten. Sie sind allerdings aufgrund der stochastischen Natur der Effekte nicht vollends ausschließbar und müssen in der allgemeinen Risikoabschätzung vor dem Hintergrund der großen Untersuchungszahlen berücksichtigt werden. Die Abschätzung des Risikos nach Exposition im Niedrigdosisbereich mittels epidemiologischer Ansätze ist jedoch schwierig. Zum Beispiel ist eine etwaige Erhöhung der Tumorhäufigkeit durch diagnostische Strahlenexposition vor dem Hintergrund der statistischen Schwankungsbreite der allgemeinen Tumorinzidenz in der Bevölkerung kaum nachweisbar. M

an behilft sich deshalb mit statistischen Modellen, die – basierend auf dem bei höheren Dosen beobachtetem linearen Zusammenhang zwischen Strahlendosis und Tumorhäufigkeit – das Tumorrisiko bei niedrigen Dosen extrapolieren. Die Aussagekraft solcher statistischen Schätzungen ist nicht unumstritten. In wissenschaftlichen Kreisen wird sowohl das angenommene lineare Verhältnis zwischen Dosis und Tumorwahrscheinlichkeit im Niedrigdosisbereich diskutiert, wie auch die potenzielle Möglichkeit einer Minimaldosis, bei deren Unterschreiten es zu keinerlei Erhöhung des Tumorrisikos kommen könnte [2]. In Anbetracht dieser Unsicherheiten wird schnell klar, dass es für eine wissensbasierte Risikoabschätzung für CT-Untersuchungen ein besseres Verständnis der zellulären Reaktion auf Strahlung im Niedrigdosisbereich braucht.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.


Verwandte Artikel

Kompetenzvermittlung zur diagnostischen Entscheidungsfindung im Medizinischen A-Schutz während der COVID-19-Pandemie

Kompetenzvermittlung zur diagnostischen Entscheidungsfindung im Medizinischen A-Schutz während der COVID-19-Pandemie

Im Rahmen von Unfällen oder terroristischen Anschlägen mit radioaktiven Quellen oder technischen Störstrahlern können Personen in Wirkungsbereichen einer relevanten Exposition mit ionisierender Strahlung (IR) ausgesetzt sein.

Wehrmedizinische Monatsschrift 9-10/2021

Schnelldiagnostik einer Strahlenexposition mittels direktem Nachweis von DNA-Schäden in Blutzellen

Schnelldiagnostik einer Strahlenexposition mittels direktem Nachweis von DNA-Schäden in Blutzellen

Strahlenunfälle, der Einsatz von A-Waffen oder terroristische Aktionen, bei denen radioaktive Stoffe freigesetzt werden, bergen das Risiko, dass eine große Anzahl von Personen ionisierender Strahlung ausgesetzt wird.

Wehrmedizinische Monatsschrift 9-10/2021

Radiologische oder nukleare Katastrophen – wie darauf vorbereiten?

Radiologische oder nukleare Katastrophen – wie darauf vorbereiten?

„Auf dem Spaziergang begibt sich ein schwarzer Pudel an Fausts Seite, der ihn bis in sein Studierzimmer begleitet. Vor seinen Augen verwandelt sich das Tier in Mephisto und Faust ruft erstaunt aus: „Das also war des Pudels Kern.“

Wehrmedizinische Monatsschrift 9-10/2021

Meist gelesene Artikel

Photo

CHANCEN VERBESSERT

Diffus infiltrativ wachsende Gliome haben weiterhin eine geringe Überlebensrate (das Glioblastom, WHO Grad IV, beispielsweise von 5 % nach 5 Jahren). Bei diesen Tumoren konnte die mittlere…

Photo

ALTERNATIVE ZU CPAP?

Die obstruktive Schlafapnoe ist ein häufiges Krankheitsbild. Die Diagnosesicherung erfolgt in aller Regel im Schlaflabor. Als Goldstandard gilt die Beatmungstherapie mittels Continuous Positive…