Die BG Kliniken: Retten und Heilen mit höchster Kompetenz

A. Ulbrich

Im Rettungshubschrauber der BG Unfallklinik Murnau

Mit knapp 16 000 MitarbeiterInnen an 13 Standorten sind die BG Kliniken eine der größten Klinikgruppen Deutschlands. Als medizinische Leistungserbringer der gesetzlichen Unfallversicherung versorgen sie Menschen nach Arbeits- und Wegeunfällen oder aufgrund einer Berufskrankheit – mit allen geeigneten Mitteln. Dabei arbeiten die BG Kliniken gemeinnützig und reinvestieren sämtliche Gewinne in die Sicherung und den Ausbau der medizinischen Leistungsangebote – ganz im Sinne ihrer Gesellschafter, der gewerblichen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. 

Im Rahmen der Heilverfahren der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützen die Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung ihre PatientInnen dabei, wieder ins Leben und wenn möglich in den Beruf zurückzukehren. Das Erfolgsrezept ist eine integrierte Rehabilitation, die bereits während der Akutversorgung einsetzt und Patienten in allen Behandlungsphasen begleitet. ÄrztInnen, Pflegekräfte und therapeutisches Personal arbeiten Hand in Hand auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zusammen. Sie setzen dabei modernste Medizin- und Reha-Technik ein und wenden innovative Untersuchungs- und Behandlungsmethoden an.

Als überregionale Traumazentren und SAV-Kliniken (Schwerstverletzungsartenverfahren der DGUV) erfüllen die BG Kliniken höchste Standards in der Versorgung von Unfallverletzten. Diese PatientInnen benötigen naturgemäß eine sofortige Behandlung und haben je nach Verletzungsschwere spezielle Bedürfnisse hinsichtlich der personellen, apparativen und räumlichen Ausstattung.

Insbesondere in ihren Kernleistungsbereichen erbringen die BG Kliniken einen hohen Anteil sogenannter Exzellenzleistungen, also medizinisch herausfordernde Leistungen bei besonders schweren Fällen in der Akutversorgung. Es ist erklärtes Ziel der BG Kliniken, diese Leistungen im Sinne ihres Anspruchs auf höchste Versorgungsqualität weiter auszubauen. Diese ausgeprägte Kompetenz in der Versorgung schwerster Verletzungen spiegelt sich auch im hohen CMI der Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung wider.

Fachliche Expertise

So verfügen die BG Kliniken über besondere Expertise in allen Fachbereichen der Chirurgie und Rehabilitation: Dazu gehören vor allem Polytraumata, Schädel-Hirn-Traumata, Querschnitt­lähmungen, Wirbelsäulenverletzungen und Schwerbrand­verletzungen. Auch in der Behandlung von Patienten mit Beckenverletzungen, schweren Handverletzungen oder komplexen Monoverletzungen, die Weichteile, Gelenke, Nerven oder Gefäße betreffen, sind die BG Kliniken führend. Die große traumatologische Erfahrung des ärztlichen Personals ermöglicht auch eine optimale Behandlung von Menschen mit eher seltenen Ampu­tationsverletzungen, Komplikationen und Sportverletzungen. ­Verletzte Kinder und alte Menschen finden in den BG Kliniken ebenfalls eine hochkompetente Versorgung mit Akut- und Reha-Medizin. Darüber hinaus gehört auch die Forschung zum Kernleistungsspektrum der BG Kliniken. Ihr Fokus liegt maßgeblich auf der Optimierung von Untersuchungs- und Behandlungsmethoden für Unfallverletzte, deren Ergebnisse in allen Standorten Anwendung finden.

Die BG Kliniken sind damit sowohl von großer Versorgungsrelevanz für die Versicherten der gesetzlichen Unfallversicherung als auch für die Gesundheitsversorgung der Gesamtbevölkerung. Sie stehen jederzeit PatientInnen aller Krankenversicherungen offen.

Mit der COVID-19-Pandemie sahen sich auch die Kliniken der gesetzlichen Unfallversicherung mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben die BG Kliniken ein umfassendes medizinisches Maßnahmenpaket für Beschäftigte im Gesundheitswesen entwickelt, die an den Folgen einer berufsbedingten COVID-19-Erkrankung leiden. Das Post-COVID-Programm reicht von der Beratung und Diagnostik bis hin zu stationärer Rehabilitation und ambulanter Nachsorge. Bislang haben mehr als 11 000 PatientInnen am Post-COVID-Programm teilgenommen. Wegen der großen Nachfrage wird das Angebot kontinuierlich erweitert. Gleichzeitig werden aus der Behandlung von Post-COVID-PatientInnen permanent neue Erkenntnisse gewonnen, die wiederum Eingang in das Programm finden und durch wissenschaftliche Studien gestützt werden.

Rehabilitation in der BG Klinik Tübingen
Rehabilitation in der BG Klinik Tübingen
Quelle: BG Kliniken

Ausblick und Weiterentwicklung

Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der medizinischen und rehabilitativen Leistungsangebote fokussieren die BG Kliniken sich insbesondere auf ihre Infrastruktur. Dazu gehören beispielsweise überproportional hohe Investitionen in die baulichen Strukturen der Standorte und die weitere Digitalisierung verschiedenster Prozesse und Strukturen im Konzern. Im Rahmen einer umfassenden Digitalisierungsstrategie verfolgen die BG Kliniken derzeit über 200 verschiedene Digitalisierungsprojekte. Teil davon sind sowohl die laufende Modernisierung der IT-Infrastruktur als auch Projekte im Bereich der Telemedizin oder der Künstlichen Intelligenz und Robotik. Ziel aller Bemühungen ist es, die Patientenversorgung zu verbessern und Krankheiten früher zu erkennen und nebenbei Abläufe zu optimieren und Kosten zu reduzieren. Auch die Vernetzung der Standorte kann so weiter verstärkt werden. Schon heute tauschen die Spezialistinnen und Spezialisten der einzelnen BG Kliniken sich aus und ziehen zum Beispiel für besonders komplizierte Behandlungsfälle ExpertInnen aus anderen Standorten hinzu. Dieser kollegiale Austausch kann mit technischen Möglichkeiten deutlich unterstützt werden.

So leistet die Verbesserung der Infrastruktur auch einen Beitrag zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Doch auch die BG Kliniken sehen sich wie fast alle Unternehmen in Deutschland mit einem wachsenden Mangel an Fachkräften konfrontiert. Aufgrund dessen positionieren sie sich mit einer Fülle von Maßnahmen als attraktiver Arbeitgeber. Die Besonderheiten der Heilverfahren in der Gesetzlichen Unfallversicherung garantieren verschiedenste Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams und vielfältige Optionen zu Fort- und Weiterbildung sowie zur Spezialisierung.

Gemeinsam mit ausgewählten Kooperationspartnern entwickeln sich die BG Kliniken auch außerhalb ihrer Kernleistungsbereiche kontinuierlich weiter. Nicht nur mit Nachbarkliniken arbeiten die BG Kliniken an ihren Standorten zusammen. Sie legen auch Wert auf die sektorenübergreifende Versorgung, die die Übergänge zwischen ambulanter und stationärer Krankenbehandlung fließend gestaltet. Zur Weiterentwicklung der Standorte haben die BG Kliniken zudem das standortbezogene integrative Versorgungsmodell erarbeitet. Diese Unternehmensstrategie liegt den Kooperationen an den einzelnen Standorten zugrunde. Es sieht im Kern vor, dass sich die BG Kliniken auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und zusätzlich notwendige Leistungen gemeinsam mit Partnern erbringen. Das ermöglicht eine umfassende Versorgung bei gleichzeitiger weiterer Qualitätssteigerung durch Fokussierung auf die Kernkompetenzen. Die BG Kliniken erhalten so hochwertige Unterstützung in Randgebieten der Versorgung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Die Partner gewinnen durch die Zusammenarbeit an Kompetenz in der spezialisierten Traumatologie. Seit Ende 2019 arbeiten die BG Kliniken beispielsweise mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr zusammen. Aber auch der Austausch mit verschiedenen Universitätskliniken wird zunehmend intensiviert – so können die BG Kliniken auch in Zukunft bestmögliche medizinische Leistungen anbieten. 



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