„Health and Security“

V. Hartmann/H. Lange

Interview mit GOStA Dr. Ulrich Baumgärtner, Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr

WM: Herr Generalarzt, unsere Zeitschrift durfte Sie nach Ihrem Dienstantritt im letzten Jahr interviewen. Welche grundlegenden Weichenstellungen für den Sanitätsdienst der Bundeswehr konnten Sie nach Ihrer Bestandsaufnahme im letzten Jahr treffen?

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GOStA Dr. Baumgärtner im Gespräch mit dem Chefredakteur WM, FLA Dr. Hartmann, und der Verlegerin des Beta Verlags, Frau Heike Lange (Abb.: PIZSanDst)
GOStA Dr. Baumgärtner: Tatsächlich waren seit unserem letzten Interview einige Weichen neu zu stellen. Das betraf zunächst die Ausrichtung unseres Fähigkeitsprofils, so dass der Sanitätsdienst auch in Zukunft die Truppe im erweiterten Einsatzspektrum, insbesondere auch im hochmobilen Gefecht, adäquat unterstützen kann. Da der Sanitätsdienst strukturell und materiell auf diese Anforderung nicht vorbereitet ist, blicken wir auf einen ganz erheblichen Nachhol- und Aufwuchsbedarf hinsichtlich künftiger Fähigkeiten ab 2027 bzw. 2031. Mit seinen Fähigkeiten muss der Sanitätsdienst als Instrument der Politik in spezifischen sanitätsdienstlichen Aufgabenstellungen auch in einem gesamtstaatlichen Ansatz wirken können. Das Stichwort heißt hier „Health and Security“ im Zeitalter von Globalisierung und hybrider Bedrohung. Seit einigen Wochen haben wir dazu ein neues Grundlagenpapier, die durch den Generalinspekteur gezeichnete Fachstrategie Gesundheitsversorgung.

Die Führungsstrukturen im Sanitätsdienst der Bundeswehr sind zu einem zukunftsfähigen Führungs- und Managementsystem für die Gesundheitsversorgung der Bundeswehr so weiterzuentwickeln, dass wir gleichzeitig in den Anforderungen unseres Grundbetriebes in einem agilen Gesundheitsmarkt und unterschiedlicher Einsatzszenarien bis hin zur Bündnis- und Landesverteidigung bestehen können. Das ist für einen Fachdienst, der schon im Frieden einen anspruchsvollen Auftrag zu erfüllen hat, ganz bestimmt nicht trivial.

Die Trends in der zivilen Bildungslandschaft und dem Gesundheitswesen, nämlich die Akademisierung unserer Gesundheitsfachberufe, möchte ich auch im Laufbahnrecht für den Sanitätsdienst der Bundeswehr mit Sinn und Verstand umsetzen und so langfristig die Attraktivität erhalten.

Und schließlich ist die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr ein Mammutprojekt, das uns eine datenbruchfreie Datenhaltung, eine effiziente und zukunftssichere Dokumentation, und schließlich auch eine Auswertbarkeit im Rahmen der wehrmedizinischen Versorgungsforschung ermöglichen wird. Nicht zuletzt erwarte ich dadurch eine wesentliche Erleichterung für Patientinnen und Patienten, aber auch für mein medizinisches Fachpersonal in der Behandlung. 

WM: Wir alle hatten uns in den letzten Monaten der Herausforderung COVID-19 zu stellen. War aus Ihrer Sicht der Sanitätsdienst der Bundeswehr für ein solches pandemisches Geschehen ausreichend vorbereitet? 

GOStA Dr. Baumgärtner: Ich möchte die Frage grundsätzlich mit ja beantworten. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr war auf Grund der Meldungen aus China früh gewarnt, insbesondere die Entwicklungen bei unseren Nachbarländern haben wir intensiv verfolgt. Schnell haben wir unsere Bundeswehrkrankenhäuser in die Lage versetzt, ein erhöhtes Patientenaufkommen bewältigen zu können. Hierzu hatten wir unsere beiden Fähigkeitskommandos in Diez und Weißenfels schon sehr frühzeitig auf personelle und materielle Unterstützung für die Bundeswehrkrankenhäuser angewiesen. So ist es uns sehr schnell gelungen, alle erforderlichen vorbereitenden Maßnahmen in die Wege zu leiten. Defizite hatten wir anfänglich in der Verfügbarkeit von persönlicher Schutzausrüstung für unser medizinisches Personal. Hier haben wir erst in der Pandemie begonnen, einen ausreichenden Vorrat aufzubauen.  

WM: COVID-19 prägt unser Handeln derzeit. Wie bewerten Sie das Engagement der Angehörigen des Sanitätsdienstes in der gegenwärtigen COVID-19 Krise? Welche positiven Erkenntnisse ziehen Sie daraus? 

GOStA Dr. Baumgärtner: Der Sanitätsdienst der Bundeswehr war in ganz unterschiedliche Unterstützungsleistungen eingebunden. So hat z. B. das Institut für Mikrobiologie den Nachweis über den ersten Covid19-Erkrankten in Deutschland geführt. Unsere Bundeswehrkrankenhäuser haben sich umfänglich auf die Behandlung von Covid19-Patienten ausgerichtet. Wir haben internationale Hilfe verwirklicht und zusammen mit der Luftwaffe Patientinnen und Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland transportiert und diese teilweise in unseren Bundeswehrkrankenhäusern behandelt. Wir unterstützen mit Fachpersonal, und damit qualitativ bei der Durchführung von Reihentests – wie zum Beispiel in Gütersloh – und bei den Eindämmungsmaßnahmen durch die zivilen Gesundheitsämter. Und selbstverständlich kommen wir unserem primären Auftrag, die Gesundheit unserer Soldatinnen und Soldaten zu schützen, nach, indem wir umfangreiche Hygienekonzepte für die Streitkräfte erarbeiten. Wir versetzen aber auch andere Länder in die Lage, Tests selbst durchzuführen; mitten in der Corona-Pandemie haben wir dies z. B. in Mali und Tunesien erreichen können.

Meine Soldatinnen und Soldaten, zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hochmotiviert, professionell und wissen, dass sie in der Krise besonders gefragt sind. Sie haben in einer vorbildlichen Umsetzung der Auftragstaktik aus den lokalen Rahmenbedingungen jeweils das Beste herausgeholt. Ich bin wirklich stolz auf ihre Leistungen. 

WM: Welche grundlegenden Erfordernisse können aus der COVID-19 Pandemie für den Sanitätsdienst der Bundeswehr abgeleitet werden? 

GOStA Dr. Baumgärtner: Wir müssen im SanDstBw über ein ständig ansprechbares Lage- und Führungszentrum verfügen, um aktuelle Lageinformationen schnell und umfassend für Entscheidungen im SanDstBw, aber auch in der Beratung der Leitung des Ministeriums, insbesondere in meiner Rolle als Medical Advisor IBuK, zur Verfügung stellen zu können. Wir haben deshalb sehr früh für das Pandemiegeschehen ein Einsatzführungszentrum (EFüZ) im Kdo SanDstBw etabliert; wesentliche Erkenntnisse werden wir jetzt auch in unsere neue Stabsorganisation überführen.

Im Hinblick auf die materielle Vorhaltung ist es natürlich schwer für jeden Eventualfall gewappnet zu sein. Eine Grundausstattung für Krisensituationen muss aber schon im Grundbetrieb vorhanden sein; durch entsprechende vertragliche Vorbereitungen im Vorfeld muss es möglich sein, das erforderliche Material kurzfristig zu beschaffen. 

Von besonderer Bedeutung ist die Zusammenarbeit mit den anderen OrgBer und zivilen Akteuren. Auf die bewährte Praxis der Zusammenarbeit mit dem zivilen öffentlichen Gesundheitsdienst, den Krankenhäusern und den Rettungsdiensten konnte verzugslos aufgebaut werden. Hier hat sich u. a. unsere seit Jahren mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) bestehende Kooperation bewährt; die Entsendung eines Verbindungselements des DRK in unser EFüZ hat sich als ausgesprochen zielführend erwiesen. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit dem BAIUDBw, welches ebenfalls im EFüZ vertreten war.

Im Gegenzug war das von uns in das Lagezentrum des Bundesministeriums für Gesundheit abgestellte Verbindungselement für die Zusammenarbeit mit dem zivilen Gesundheitssektor von herausragender Bedeutung und hat frühzeitig für die Bewältigung der Pandemie wichtige Informationswege geöffnet. 

WM: Das Rahmenthema dieser Ausgabe der WM lautet „Sanitätsdienst der Bundeswehr 2031 +“. Welchen Einfluss hat COVID-19 auf die mittel- bis langfristige Planung des Sanitätsdienstes im Rahmen LV/BV? Kann der Sanitätsdienst den im Fähigkeitsprofil vorgesehenen Bedarf sowie die wesentlichen Modernisierungsschritte vor dem Hintergrund möglicher finanzieller Einschränkungen tatsächlich leisten? 

GOStA Dr. Baumgärtner: Eine funktionierende und leistungsfähige Gesundheitsversorgung stellt einen essenziellen Grundpfeiler zur Sicherstellung der Einsatzbereitschaft unserer Streitkräfte dar. Alle damit verbundenen Teilaspekte sind aber immer im Gesamtkontext mit den Fähigkeiten zu sehen, die die Bundeswehr im Bündnis abbilden soll. COVID-19 als Einzelereignis wird daher für die weitere Entwicklung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr zwar nicht planungsleitend sein, die gemachten Erfahrungen werden wir aber trotzdem entsprechend berücksichtigen und – zumindest mittelbar – in die weitere Planung mit einfließen lassen.

Finanzielle Einschränkungen im Verteidigungshaushalt sind bislang nicht entschieden. Eine mögliche Kürzung von Haushaltsmitteln kann aber zu Einschränkungen des dann realistisch leistbaren Level of Ambition der Streitkräfte führen und hätte dann auch Auswirkungen auf den Sanitätsdienst hinsichtlich der erforderlichen Unterstützungsleistungen.

Gerade für den Sanitätsdienst mit seinen fordernden und langwierigen Ausbildungsgängen ist die langfristige planerische Sicherheit von essenzieller Bedeutung. Stagnation oder gar Einschränkungen in der mittelfristigen Planung werden unweigerlich die Langzeitplanung nachhaltig und nachteilig beeinflussen. Personal, das wir für 2027 und darüber hinaus benötigen, müssen wir schon mind. 4 Jahre vorher in die Ausbildung einsteuern. Sollte das nicht möglich sein, werden wir den geforderten Umfang an Unterstützung nicht leisten können, wir werden unter Umständen auch Fähigkeiten verlieren, die kurz- und mittelfristig dann auch nicht mehr darstellbar sein werden.

Die Qualität der medizinischen Versorgung ist heute auch in einem hohen Maß abhängig von den technischen Rahmenbedingungen. Daran wird auch das extrem hohe Engagement unserer Ärztinnen und Ärzte sowie Sanitäterinnen und Sanitäter nichts ändern. Nur mit einer ausreichenden und modernen Ausrüstung können die geforderten Leistungen erbracht werden. Auch hier birgt eine Reduzierung oder Verzögerung des Materialaufwuchses das hohe Risiko Fähigkeiten für die Zukunft zu verlieren.

Unser formulierter Bedarf an Personal und Material richtet sich primär an den von uns geforderten Fähigkeiten aus. Für die Leistungen, die wir für Streitkräfte im erweiterten Aufgabenspektrum erbringen sollen, brauchen wir also mehr Personal und mehr und immer wieder modernisiertes Material. 

WM: Die Multinationalisierung war immer eines der bedeutenden Elemente der Zukunftsorientierung des Sanitätsdienstes. Gibt es hier – auch vor dem Hintergrund COVID-19- neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit?  

GOStA Dr. Baumgärtner: Multinationalität ist und bleibt eines unserer zentralen Gestaltungsprinzipien. Nur im Zusammenwirken mit unseren Partnern in NATO und EU können wir unsere Verpflichtungen und Aufgaben erfüllen. Deshalb haben wir seit vielen Jahren tiefgreifende Erfahrungen mit multinational organisierten Sanitätseinrichtungen in den Einsätzen.

Die Sanitätsdienste in NATO und EU haben im Rahmen der COVID-19 Krise die zivilen Gesundheitssysteme in vielfältiger Weise unterstützt. Dies erfolgte auch länderübergreifend unter Beteiligung des SanDstBw – insbesondere bei der Behandlung ausländischer Patienten und Patientinnen in Bundeswehrkrankenhäusern, beim militärischen Lufttransport von COVID-19 Patienten oder der Bereitstellung von medizinischem Gerät und Material. Die letzten Monate haben uns vor Augen geführt, dass auch eine Pandemie verstärkt multinationale Lösungen verlangt und dass Zusammenarbeit zwischen den Nationen ein Schlüssel zum Erfolg ist. Das Multinational Medical Coordination Centre/European Medical Command (MMCC/EMC) in Koblenz als dem Koordinator der Partnersanitätsdienste in der Unterstützung für EU und NATO sowie als Unterstützer der zivil-militärischen Kooperation hat sich hierbei schon in seiner Aufbauphase beeindruckend eingebracht. Der Sanitätsdienst der Bundeswehr wird deshalb auch zusammen mit dem MMCC/EMC zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 mit Projekten insbesondere zur Stärkung der Resilienz von Sanitätsdiensten, Streitkräften und Gesellschaften beitragen. 

WM: Die Bundeswehr gibt sich derzeit eine neue Führungsstruktur. Welche Auswirkungen hat dies auf den Sanitätsdienst. Brauchen wir im Sanitätsdienst neue Führungsstrukturen? 

GOStA Dr. Baumgärtner: Als Reaktion auf die Änderungen des sicherheitspolitischen Umfeldes und der Neuausrichtung der Streitkräfte wird derzeit ein Führungszentrum im BMVg eingerichtet. Dies erfordert eine entsprechende Anpassung der Führungsstrukturen auch des Sanitätsdienstes, die eine skalierbare Führungsfähigkeit im gesamten Einsatzspektrum ermöglichen. Das neue Führungselement soll jederzeit auf Anfragen und Aufträge aus dem BMVg reagieren und individuell auf die unterschiedlichsten Lagen angepasst werden können. Die Erfahrungen in der Bewältigung der Corona-Krise haben uns Handlungsbedarf deutlich vor Augen geführt. Die Leistung unseres sanitätsdienstlichen Einsatzführungszentrums mit der daraus möglichen ­einheitlichen Führung des Gesamtsystems der Gesundheitsver­sorgung der Bundeswehr – ganz im Sinne des „one-health-­Ansatzes“ – wurden während der Krise in breiten Kreisen als vorbildlich bezeichnet. Diese effiziente Verknüpfung von Fachwissen und direkter Anwendung in einem Kommando weiter zu stärken, wird leitender Ansatz unserer Weiterentwicklung sein. 

WM: COVID-19 beschleunigt auf vielen Gebieten den technischen Fortschritt, wie z. B. die Digitalisierung, auch in der kurativen Medizin und der Ausbildung. Welche Chancen bietet uns aus Ihrer Sicht das Digitale? 

GOStA Dr. Baumgärtner: Die Corona-Pandemie hat mit ihren damit einhergehenden, notwendigen Streichungen von lehrgangsgebundener Präsenzausbildung offenbart, wie elementar wichtig digitale Ausbildungsmittel sind und welches Potenzial im e-learning steckt. Hierzu zählt nicht zuletzt auch die zeitnahe Transformation von Ausbildungsanteilen selbst der Allgemeinmilitärischen Grundausbildung (AGA) in den virtuellen Raum über die Plattform „San-Netz“ als zentrale Ausbildungs- und Kommunikationsplattform des SanDstBw. Die aktuelle Lage bietet deshalb eine einmalige Gelegenheit, die Digitalisierung der Ausbildungslandschaft nachhaltig voran zu bringen. Ziel muss es sein, lehrgangsgebundene Ausbildungsabschnitte so in Fernausbildung zu transformieren, dass diese Ausbildungsabschnitte auch nach der Corona-Krise im Regelbetrieb fortgeführt werden können.

Präsenzlehrgänge, wie sie vor allem in der AGA und in Laufbahnlehrgängen sowie Einsatzausbildungen zu finden sind, haben auch weiterhin Ihre Begründung. Gerade in den aktuell laufenden Durchgängen der AGA unter Corona-bedingten Hygieneauflagen wird deutlich, wie unerlässlich ein enges und vertrautes Teamgefüge im kleinsten Rahmen zum erfolgreichen Ausbilden auch unter diesen speziellen Bedingungen ist.

Die jetzt kurzfristig implementierten Möglichkeiten der Fernausbildung werden künftig zu einer sinnvollen Verknüpfung von Präsenzveranstaltung und selbstständigem, zeitlich sowie örtlich unabhängigem Lernen führen.

Aber auch außerhalb der Ausbildung verzeichnen wir einen Digitalisierungsschub durch die Pandemie. Die vernetzte Kommunikation und der Datenaustausch über organisatorische und ­geographische Grenzen hinweg sind bei dem aktuellen COVID-19-Geschehen allgegenwärtig. Die epidemiologische Lagedarstellung und die übergreifende Ressourcenplanung und -verteilung sind ohne Digitalisierung nicht mehr denkbar. 

Auch in der kurativen Medizin bieten sich in der digitalen Welt neue Wege bzw. Fortschritte bei etablierten Verfahren, z. B. bei der „kontaktlosen“ Begutachtung und Behandlung von Patienten in der Telemedizin. Hier können wir medizinische Expertise ohne Infektionsrisiko und über weitere Strecken dem Patienten zur Verfügung stellen. Natürlich gilt es, trotz der räumlichen Entzerrung von medizinischem Personal und Patient das persönliche Arzt-Patienten-Verhältnis oder das direkte Gespräch zu bewahren. Diese Fernbehandlung erfordert jedoch ein extrem breites Erfahrungswissen des Behandelnden, das m. E. nur durch einen persönlichen Kontakt Arzt-Patient, die unmittelbare Untersuchungserfahrung und den direkten Austausch mit den Lehrenden erworben werden kann. Insofern wird medizinische Aus-, Fort- und Weiterbildung in absehbarer Zukunft noch sehr weitgehend analog erfolgen. 

WM: Abschließend eine Frage aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Sie nutzen in den letzten Monaten ausgiebig das Medium Twitter, um Ihre Einschätzungen einem größeren Publikum bekannt zu machen. Wie ist die bisherige Resonanz? Hat sich dieser Rückgriff auf soziale Medien bewährt? 

GOStA Dr. Baumgärtner: Vor etwa einem Jahr habe ich damit begonnen, wichtige Botschaften, aber auch meine Besprechungen und Begegnungen über Twitter zu kommunizieren. Das Zielpublikum ist eigentlich außerhalb der Streitkräfte und ich weiß, dass auch Journalistinnen und Journalisten mitlesen. Es ist aber quasi auch immer eine „Echokammer“ zurück in den Sanitätsdienst, die dafür sorgt, dass meine Leute, für die ich ja selten direkt greifbar bin, erfahren, um welche Themen ich mich gerade kümmere und, ja, auch welche Dienststelle ich gerade mehr oder weniger überraschend besuche. Dabei verläuft die Kommunikation direkt und über alle Hierarchieebenen hinweg. Natürlich erhalte ich auch häufig ein Feedback – meist positiv und zustimmend oder auch auf ergänzende Aspekte hinweisend. Ich mag diese Art von Kommunikation und ich glaube, dass es schon einige Situationen gegeben hat, in denen meine Tweets nützlich waren und zur Klärung beigetragen haben. 

WM: Herr Generalarzt, wir bedanken uns für das informative und vertrauensvolle Gespräch und wünschen Ihnen nur das Beste. 

 

Datum: 05.10.2020

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