Artikel: Wehrmedizinische Monatsschrift 9/2018

Präventionsmaßnahmen bei Hitzestress

Einleitung / Problemstellung 

Eine ausgeglichene Wärmebilanz ist Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Bei hohen körperlichen Belastungen unter militärischen Bedingungen können „Störungen“ des Wärmeaustauschs zwischen dem Organismus und seiner Umgebung (z. B. durch Klima, Bekleidungsisolation und individuelle Faktoren) jedoch zu nicht kompensierbarem Hitzestress mit ernsten Folgen führen. Die US Armed Forces berichten von 2 536 Hitzeerkrankungsfällen im Jahre 2016. Präventionsmaßnahmen, die die Erfordernisse des militärischen Bereichs berücksichtigen, sind notwendig. 

Methodik 

PhotoAbb. 1: Eine gute körperliche Leistungsfähigkeit durch ausreichendes Training (Präexposition), eine ausreichende Akklimatisation (Initiale Exposition) bilden grundlegende Bestandteile eines Hitzemanagements, um Hitzebelastungen (Exposition) kompensieren zu können. (Bilder: Bundeswehr / InstPrävMedBw) Zur Erstellung eines Präventionskatalogs wurden die Empfehlungen der NATO für ein Klimamanagement [1] ausgewertet. Unter dem Kriterium der Anwendbarkeit im militärischen -Kontext wurden zusätzlich die arbeitsmedizinische Leitlinie zur Hitzearbeit [2] berücksichtigt und eine Literaturrecherche -(PubMed; Keywords: heat exposure, heat stress, heat illness) durchgeführt. 

Ergebnisse und Diskussion 

PhotoAbb. 2: Nur ein vernetztes Management kann die Umsetzung aller Maßnahmen sicherstellen, um Hitzeschäden zu vermeiden.. Bereits vor einer Hitzebelastung muss die Förderung einer guten körperlichen Leistungsfähigkeit beginnen (Präexpositionsprophylaxe). Sie erleichtert Trainierten nicht nur die Durchführung körperlicher Arbeit, sondern geht auch mit einer schnelleren Hitzeanpassungsfähigkeit einher. 

Zu Beginn einer Hitzebelastung ist eine ausreichende Akklimatisation erforderlich, deren physiologische Anpassungen die Hitzetoleranz verbessern. Zur Expositionsprophylaxe zählen ein ausgeglichener Flüssigkeits-/ Elektrolythaushalt, die Abstimmung von Arbeitsschwere und Bekleidungsisolation, arbeitsorganisatorische Maßnahmen der Expositionsreduzierung und vieles andere mehr. Ebenso sind alle Soldaten und Soldatinnen im Erkennen und Erstversorgen von Hitzeerkrankungen zu schulen. 

Die Umsetzung aller Maßnahmen erfordert ein vernetztes Management [3], da schon die Vernachlässigung eines Faktors (schwächstes Glied in der Kette) zu nicht kompensierbarem Hitzestress führen kann, der bereits bei moderatem Umgebungsklima möglich ist. 

Literatur 

  1. NATO – Research and Technology Organisation (Ed.): Management of heat and cold stress – guidance to NATO medical personnel. Technical Report. RTO-TR-HFM-187. (2013) www.sto.nato.int/publications/Pages/default.aspx 
  2. Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V., DGAUM (Hrsg.): Arbeit unter klimatischer Belastung: Hitze. Leitlinie. AWMF online (2012), www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/002 - 039.html 
  3. Glitz K. J., Leyk D.: Der Schlag der Hitze. Präventionsmaßnahmen eines Hitzemanagements. Wehrmedizin und Wehrpharmazie, S. 95 - 97 (4/2016) 


Karl Jochen Glitz1, Claus Piekarski2 und Dieter Leyk1,3 

1 Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr 

Institut und Poliklinik für Arbeitsmedizin, Umweltmedizin und Präventionsforschung der Universität zu Köln 

Forschungsgruppe Leistungsepidemiologie an der Deutschen Sporthochschule Köln

Für die Verfasser
Dr. Karl Jochen Glitz
E-Mail: karljochenglitz@bundeswehr.org

Datum: 02.10.2018

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