Artikel: C. Glückler, K. Meck

Das San-Netz in Zeiten von SARS-CoV-2

Aus der Sanitätsakademie der Bundeswehr (Kommandeurin: GStA Dr. G. Krüger)

Nicht nur für medizinisches Personal und Pflegekräfte ist die momentane Lage schwer. Auch für alle anderen hat sich das Arbeitsleben komplett geändert. Wie kann man also aktuell die Pflicht der Diensterfüllung mit der Pflicht zur Gesunderhaltung von sich selbst und anderen zusammenbringen? Wie kann die Aus- und Weiterbildung im Sanitätsdienst trotz eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten und oftmals notwendigem Homeoffice weiter sichergestellt werden? 

PhotoStartseite des San-Netzes Ein mögliches Werkzeug ist das San-Netz des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, welches von einem Team bestehend aus Mitgliedern der Abt C der SanAkBw unter Leitung von OFA Dr. L. Schneidereit sowie wissenschaftlichen Mitarbeitern der UniBw München entwickelt und betreut wird. Die Betreiberin des San-Netzes ist die Kdr’in der SanAkBw.

Das San-Netz, die Austausch- und Ausbildungsplattform des Sanitätsdienstes, erlaubt registrierten Anwendern aus dem Sanitätsdienst, im Gegensatz zum Bw-Intranet, eine geräteunabhängige Nutzung über das Internet. Durch verschiedene Tools macht das San-Netz beispielsweise digitale Lehre und Ausbildung, Homeoffice oder Besprechungen via Videochat weiter durchführbar. Gerade in der momentanen Lage zeigt sich deutlich wie wichtig ein Werkzeug ist, das orts- und geräteunabhängige Kommunikation bei gleichzeitigem Schutz der Inhalte vor Dritten gestattet. 

Ein zentrales Element, besonders für die digitale Lehre und Ausbildung, ist der E-Campus des San-Netzes: Er bietet den Mitgliedern zahlreiche Varianten der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Neben Diensten wie beispielsweise der Virtuellen Bibliothek, dem Recherchetool eRef, der Datenbank DynaMed oder dem Fortbildungstool CNE.online für die Gesundheits- und Krankenpflege, ist im Moment das Learning-Management-System ILIAS von großer Bedeutung. Darüber können Ausbildende ihre Lehre in vorab festgelegten Kursen virtuell anbieten. Insbesondere Trainings, die bisher Präsenz an der SanAkBw gefordert haben, wurden kurzfristig in das San-Netz verlegt und können auf diese Weise trotz aller Einschränkungen stattfinden. Eine Diskussion und ein Austausch über Inhalte ist mit dem San-Netz-Chat, welcher auch einen integrierten Videochat zur Verfügung stellt, umsetzbar. Zudem besteht im Videochat die Option des Screensharings: So können Präsentationen oder andere Inhalte geteilt werden. 

In den Gruppen des San-Netzes können überdies Dateien ausgetauscht und Wissen kollaborativ dokumentiert werden. Dadurch wird fachlicher Austausch im geschützten Raum ermöglicht. Für den Bereich der virtuellen Lehrgänge bedeutet dies, dass Hörsäle vollständig online abgebildet und Trainings durchgeführt werden können. Die Gruppen helfen auch dabei, trotz räumlicher Trennung, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen. Insgesamt bietet das San-Netz damit alles, was dem Sanitätsdienst die Arbeit im Homeoffice erleichtert: Kommunikation mit Kameraden/Kameradinnen, Ausbildern/Ausbilderinnen oder Vorgesetzten, kollaboratives Arbeiten, Austausch von Informationen und Zugriff auf Fort- und Weiterbildungsdienste des E-Campus für verschiedene Zielgruppen. Auch deswegen wird das San-Netz von 6500 (Stand: 23.04.2020) registrierten Mitgliedern aktiv genutzt.

Es hat sich gezeigt, dass das seit 2011 bestehende San-Netz innerhalb kürzester Zeit auf die herausfordernde SARS-CoV-2-Pandemie flexibel und erfolgreich reagiert hat und sich an die neuen Bedürfnisse des Dienstalltags angepasst hat. Wenige Tage nach den Ausgangsbeschränkungen in Bayern, konnten der (Video-)Chat und ein eigener Bereich für Informationen zu Covid-19 auf der Startseite online gehen. Wie notwendig es sein kann, schnell und flexibel auf äußere Umstände reagieren zu müssen, wurde in den vergangenen Wochen deutlich. Umso erfreulicher ist es, dass das San-Netz diese Herausforderung gemeistert hat. Mit dem San-Netz gehört der Sanitätsdienst schon lange zu den Vorreitern der Digitalisierung in der Bundeswehr und sorgt nun dafür, dass Dienstgeschäfte und Ausbildung im Sanitätsdienst trotz Sars-CoV-2 weiterlaufen.

Sie erreichen das San-Netz unter www.san-netz.de   

Autoren: Christina Glückler, M.A.; Katharina Meck, Lt. M.Sc.
E-Mail: christina.glueckler@san-netz.de 

Datum: 16.07.2020

Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 2/2020