22.03.2012 •

    SONNENSCHUTZ IN UNIFORM – SICHERUNG DER EINSATZFÄHIGKEIT UND HAUTKREBSPROPHYLAXE

    Seit frühester Zeit spielen Hauterkrankungen in der Wehrmedizin eine bedeutende Rolle.

    Sind aus der Zeit der Römischen Legionen noch primär Hautinfektionen wie die Skabies als sprichwörtlich „kriegsentscheidend“ überliefert, hat sich das Bild einsatzrelevanter Hauterkrankungen bei Soldaten im 21. Jahrhundert signifikant verändert.

    In einer 2009 publizierten Untersuchung von Ärzten des US Central Command wurden Soldaten untersucht, die wegen Hauterkrankungen aus dem Einsatzgebiet (u.a. Afghanistan und dem Irak) evakuiert werden mussten. Gleich nach der Diagnose „Hautentzündungen“, zu der neben Hautinfektionen in diesem Einsatzgebiet vor allem auch Sonnenbrände zuzurechnen sind, lagen neu aufgetretene Hauttumore an zweiter Stelle. Legt man alle krankheitsbedingten Ausfälle im Einsatzgebiet zugrunde, entfallen gut die Hälfte dieser Ausfälle auf derartige Dermatosen. Die Autoren folgern, dass Hauterkrankungen bei Soldaten zwar sehr selten einen unmittelbar tödlichen Verlauf haben, für die Moral und Einsatzfähigkeit einer Truppe jedoch von zentraler Bedeutung sind und mahnen die Überarbeitung bestehender Prophylaxestandards an.1

    Als einem der größten „Outdoor-Arbeitgeber“ Deutschlands kommt der Bundeswehr in der Prävention von UV-Exposition und damit von Sonnenbränden und späterer Hautkrebsentwicklung eine wachsende Verantwortung zu. Interessanter Weise war dabei die deutsche Wehrmedizin Initiator für das erste, in großem Maßstab hergestellte Sonnenschutzmittel p-Aminobenzoesäure (PABA), das entwickelt wurde, als deutsche Soldaten 1940 afrikanischen Boden betraten und der Schutz vor hoher UV-Strahlung als eine wesentliche Herausforderung für die Einsatzfähigkeit der Truppe erkannt wurde. Internationale Studien konnten eine signifikante Absenkung der Hautkrebsinzidenzen unter regelmäßiger Anwendung von Sonnenschutzmittel nachweisen. Allerdings gibt es nach wie vor erhebliche Fehler bei der Anwendung von Lichtschutzprodukten.

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    So zeigte sich in diversen Untersuchungen, dass unter Realbedingungen zumeist nur 10- 20% der benötigten Sonnenschutz-Dosis von 2mg/cm2 Anwendungsfläche zur Anwendung kommen, oftmals ungleichmäßig verteilt und nur in den seltensten Fällen nach 1-2 Stunden wieder erneuert. Eine Unterdosierung führt zudem zu einer überproportionalen Abnahme des Schutzfaktors, was unbedingt vermieden werden soll.

    In mehreren Untersuchungen konnte am Hauttumor Centrum der Charité an der bisher einzigen, als Medizinprodukt zugelassenen Lichtschutzlotion (Daylong actinica, Fa. Spirig Pharma GmbH) einen signifikanten Schutz gegen hellen Hautkrebs nachweisen.2 Durch einen eigens entwickelten Dosier - dispenser und einer einfachen Dosiertabelle ist es leicht möglich, die zu schützenden Körperteile mit der exakten Lichtschutzmittel- Dosis zu schützen. Die liposomale Formulierung zieht innerhalb kurzer Zeit in die Haut ein und ist über Stunden wasser- und schweißresistent. Nach erstmaliger Anwendung des Daylong-Lichtschutzes ist allenfalls nur eine einmalige Re-Applikation erforderlich. Einem professionellen, dosierbaren Lichtschutz, wie Daylong actinica, kommt in Zeiten global agierender Streitkräfte sowie einer sich abzeichnenden Anerkennung von Hautkrebs als Berufserkrankung eine wesentliche Rolle in der zeitgemäßen Wehrmedizin zu.

    Oberarzt Dr. C. Ulrich
    Hauttumor Centrum Charité-Universitätsmedizin Berlin

    Referenzen

    1. McGraw TA, Norton SA. Military aeromedical evacuations from central and southwest Asia for ill-defined dermatologic diseases Arch Dermatol. 2009;145:165-70)
    2. Ulrich C, Jürgensen JS, Degen A, et al. Prevention of nonmelanoma skin cancer in organ transplant patients by regular use of a sunscreen: a 24 months, prospective, case-control study. Br J Dermatol. 2009;161 Suppl 3:78-84

    Weitere Informationen: 

    Spirig Pharma GmbH
     Schertlinstraße 27
     D-86159 Augsburg
     Tel.: 0821 / 71003-0
     Fax: 0821 / 71003-399
     www.spirig-pharma.de

    Datum: 22.03.2012

    Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 2012/1

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