11.10.2010 •

    VIRTUELLES TRAINING ZUR EINFÜHRUNG MODERNSTER TECHNOLOGIEN AN ENTFERNTEN MILITÄRISCHEN STANDORTEN

    Es ist äußerst wichtig, dass das US-Militär über eine effektive Methode zum schnellen Einsatz neuer medizinischer Technologien an weit voneinander entfernten Standorten verfügt. Ein Beispiel für diese neuen Technologien sind moderne Hilfsmittel zum Atemwegsmanagement. Man schätzt, dass Probleme beim Atemwegsmanagement die Ursache bei bis zu 10% aller vermeidbaren Todesfälle in den jüngsten Konflikten sind.

    Verlegte Atemwege (Aspiration) sind die Todesursache bei bis zu 85 % der schwerverletzten Zivilisten, die vor Erreichen des Krankenhauses sterben.23 In der nachfolgenden Demonstration wird modernste Videokommunikationstechnik beschrieben um im Airway Management noch unerfahrene in der Videolaryngoskopie zu schulen.


     Instrumente und Verfahrensweisen

    Es wurde eine Videoverbindung zwischen dem Medical Center Center for Advanced Technology and Telemedicine (CATT) der Universität von Nebraska in Omaha und der Heidelberg Army Medical Clinic in Deutschland hergestellt. Die OP-Ausstattung in Omaha enthielt einen Polycom 7000 mit einem 48” LCD Wandmonitor. Die Verbindung erfolgte über 6 gebündelte ISDN-Leitungen um eine Bandbreite von 384 kbs zu erhalten. Eine Codian MCU (Multiway Control Unit) verknüpfte das Polycom System des OP mit der ISDNVerbindung nach Deutschland.
    Eine 15-jährige Schülerin, die noch nie zuvor eine Intubation durchgeführt hatte, wurde angeleitet: 1. wie das KARL STORZ CMAC Videolaryngoskop (komplette Gerätebeschreibung) vorzubereiten ist; 2. wie das Gerät aufzubereiten ist; 3. wie eine Videolaryngoskopie, eine orale endotracheale Intubation und eine nasale Intubation durchzuführen ist; und 4. wie ein Fremdkörper in der Glottis mittels Videolaryngoskopie und der gebogenen Intubationszange nach Boedeker zu entfernen ist.


    Ergebnisse

    Die Schülerin konnte erfolgreich das Videolaryngoskop vorbereiten, eine endotracheale Intubation mittels Videolaryngoskopie (Abb. 2) durchführen, erfolgreich eine nasale Intubation mithilfe der Videolaryngoskopie und der Boedeker Zange (Abb. 3) durchführen und erfolgreich einen Fremdkörper aus der Glottis mithilfe der Videolaryngoskopie und der Boedeker Zange (Abb. 4 - 6) entfernen.


    Fazit

    Dies war die erste dokumentierte, transatlantische virtuelle Anleitung in Videolaryngoskopie, die erste virtuelle Anleitung einer, mittels Videolaryngoskopie unterstützten, nasalen Intubation und die erste virtuelle Anleitung zur Fremdkörperentfernung mithilfe der Videolaryngoskopie. Mit Videokonferenz-Technik wurde ein Videolaryngoskopsystem erfolgreich in eine OCONUS Militär-Einrichtung integriert und komplexe Übungsaufgaben durchgeführt. Dieses Konzept könnte eingesetzt werden, um Schulungen für den zeitnahen Einsatz komplexer, militärischer Medizintechnik zu unterstützen und somit den medizinischen Auftrag an weit entfernten Orten zu ermöglichen.


    Referenzen

    Boedeker BH, Hoffman S, MurrayWB. Endotracheal Intubation using virtual images: learning with the mobile telementoring intubating video laryngoscope. Stud Health Technol Inform 2007;125:49-54.
    Boedeker BH, Berg BW, Bernhagen M, Murray WB. Direct versus indirect laryngoscopy visualization in human endotracheal intubation: a tool for virtual anesthesia practice and teleanesthesiology. Stud Health Technol Inform 2008:132: 31-6.
    Low D, Healy D, Rasburn N. The use of the Berci DCI Video Laryngoscope for teaching novices direct laryngoscopy and tracheal intubation. Anaesthesia 2008:63:195-201. Helm M, et al. Factors influencing emergency intubation in the pre-hospital setting- a multicentre study in the German Helicopter Emergency Medical Service. Br J of Anaesth 2006:96(11:67-71.
    Hussain L, Redmond A. Are pre hospital deaths from accidental injury preventable? Br Med J 1994:308:1077-80. Nicholl J, Hughes S, Dixon S. The costs and benefits of paramedic skills in pre hospital trauma care. Health Technol Assess 1998;2: 10-5.
    Lai F. Robotic telepresence for medical training and education. Stud Health Technol Inform 2009;142:151-152. Jeffery Morgan, Robert B Walker, Mary Bernhagen, BS*. * Ben H. Boedeker, *• bboedeker@unmc.edu 0, * University of Nebraska Medical Center, Omaha, NE; •TATRC, Fort Detrick, MD. *

    Datum: 11.10.2010

    Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 2010/2

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