„Spanische Grippe“, Corona und die Kunst der Verdrängung: Historische Betrachtungen und ethische Anmerkungen

Ralf Vollmuth¹, André Müllerschön²

¹ Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr Potsdam
² Sanitätsversorgungszentrum Neubiberg

In der veröffentlichten Meinung und der öffentlichen Wahrnehmung zur gegenwärtigen Corona-Krise ist immer wieder von der „Einzigartigkeit“ dieser Pandemie die Rede, von „Beispiellosigkeit“ und von „noch nie da gewesenen Herausforderungen“. In unserer multimedialen Welt überschlugen sich gerade in der Hochphase der Neuinfektionen die Superlative, entstand ein wahrer Überbietungswettkampf reißerischer Schlagzeilen.

Militärkrankenhaus in Kansas während der Spanischen Grippe
Militärkrankenhaus in Kansas während der Spanischen Grippe
Quelle: commons.wikimedia.org/wiki/File:Spanish_flu_hospital.png

Der Blick in die Geschichte der Medizin zeigt indessen, dass auch Pandemien dieses Ausmaßes leider keine Einzelfälle sind, sondern in den letzten Jahrzehnten trotz aller medizinischen Fortschritte mehr verdrängt als wirklich bewältigt wurden. Im Kontext der Corona-Pandemie besonders interessant ist der Blick auf die Spanische Grippe der Jahre 1918 bis 1920, teilweise auch etwas darüber hinaus.

Im vorliegenden Beitrag sollen deshalb die Entstehung, die Ausbreitung und der Verlauf dieser Seuche wie auch die daraus resultierenden Folgen beleuchtet, alsdann einige Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Spanischen Grippe und der Corona-Pandemie herausgearbeitet und drittens einige ethische – nicht nur medizinethische – Aspekte angerissen werden.

Hier lesen Sie den ausführlichen Artikel.

Verwandte Artikel

„Quo vadis Tropenmedizin 2.0?“

„Quo vadis Tropenmedizin 2.0?“

Mobilität, Klimawandel, Krisen, Kriege, Migrationsströme und viele weitere Faktoren führen zum Auftreten von Infektionserkrankungen weit über ihre ursprünglichen Verbreitungsgebiete hinaus.

Wehrmedizinische Monatsschrift 11/2022

Innovation in der Krise

Innovation in der Krise

Krisen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht vorherseh- und planbar sind. Dies gilt auch für Infektionsereignisse wie die SARS-CoV-2-Pandemie. Entscheidend für die Bewältigung solcher Krisen ist auf der einen Seite eine entsprechende...

Wehrmedizin und Wehrpharmazie 3/2022

Wissensmanagement in Public Health/-Krisen

Wissensmanagement in Public Health/-Krisen

Wir stecken noch inmitten einer Pandemie durch einen zoonotischen Erreger – der größten infektiologischen Herausforderung des 21. Jahrhunderts neben der wenig beachteten massenhaften Zunahme der Antibiotikaresistenzen.

Wehrmedizin und Wehrpharmazie 3/2022

Meist gelesene Artikel