Artikel: Wehrmedizinische Monatsschrift 3-4/2020

Simultane Quantifizierung der Oximtherapeutika Obidoxim, -Pralidoxim und HI-6 (Poster-Abstract)

Analyse von Plasmaproben eines pestizidvergifteten Mannes unter Oximtherapie

Tamara Kranawetvogl¹, ², Dirk Steinritz¹,², Horst Thiermann¹, Harald John¹

¹ Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr, München, Deutschland
² Walther-Straub-Institut, Ludwig-Maximilians-Universität, München, Deutschland

Hintergrund

PhotoAbb. 1: Strukturformeln der drei Oximtherapeutika und des internen Standards 4-Pyridinaldoxim mit zugehörigen λmax-Werten zur Detektion. Organophosphate können hochtoxische Verbindungen sein, die durch ihren Einsatz als Pestizide und chemische Kampfstoffe eine Gefahr sowohl für die zivile Bevölkerung wie auch für Soldatinnen und Soldaten darstellen. Eine Intoxikation führt zu einer Inhibition des Enzyms Acetylcholinesterase (AChE). Dies hat die Akkumulation des Neurotransmitters Acetylcholin im synaptischen Spalt mit darauffolgender Überstimulation cholinerger Rezeptoren zur Folge. Im weiteren Verlauf kann dies zu einer cholinergen Krise mit oft tödlichem Ausgang durch zentrale Atemlähmung führen.

Die derzeit verfügbaren Therapieoptionen können nicht bei allen phosphororganischen Verbindungen erfolgreich eingesetzt werden und sind bei Hochdosisintoxikationen nur eingeschränkt wirksam. Ein universell einsetzbares Antidot ist derzeit noch nicht verfügbar, weshalb die bereits bestehende Therapie weiter optimiert werden soll. Im Fokus stehen hierbei die kausal wirkenden Oximtherapeutika Pralidoxim (2-PAM), Obidoxim (Obi) und HI-6 (Abbildung 1), welche als Reaktivatoren der AChE agieren. Aufgrund individueller Wirkspektren der Oxime könnte eine kombinierte Gabe therapeutische Lücken schließen.

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Datum: 22.05.2020