Artikel: Wehrmedizinische Monatsschrift 12/2019

Das etwas andere Explosionstrauma – Klinisches Bild, Behandlung und wehrmedizinische Relevanz von E-Zigarettenexplosionen

Alexander Kaltenbornª , ᵇ, Peter M. Vogtª, Nicco Krezdornª

ª Schwerbrandverletztenzentrum Niedersachsen, Klinik für Plastische, Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
ᵇ Bundeswehrkrankenhaus Westerstede, Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Plastische, Hand- und Rekonstruktionschirurgie

Einleitung

PhotoVerletzungsmuster bei Aufnahme im Verbrennungszentrum Seit ihrer Einführung zu Beginn dieses Jahrzehnts erfreuen sich E-Zigaretten nach wie vor zunehmender Beliebtheit. Bei E-Zigaretten handelt es sich um einhändig bedienbare Systeme, in denen eine mit Aromastoffen, Alkohol und Nikotin versetzte Flüssigkeit in inhalierbaren Dampf umgesetzt wird. Zumeist erfolgt die Energieversorgung durch Lithium-Ionen-Akkus. Diese sind zwar günstig produzier- und technisch anspruchslos einsetzbar, jedoch besteht das mittlerweile gut belegte Risiko, dass es durch Kontakt mit Metall oder selbstinduziert zur Explosion des Akkus und der Entflammung von umliegender Kleidung kommen kann. Dadurch treten durch E-Zigarettenexplosion verursachte Verbrennungen zunehmend häufig auf.

Nicht nur in der Fachliteratur, sondern insbesondere auch in der Presse ist dieses Thema vielfach diskutiert und es erscheinen regelmäßig in diversen Medien einzelne Fallberichte als auch Videos in sozialen Netzwerken und Plattformen. Internationale Daten weisen auf eine zunehmende Inzidenz hin. So erschien im Juni 2019 eine Übersichtsarbeit aus Großbritannien, in welcher über einen 2-Jahreszeitraum 90 Fälle untersucht wurden. Darüber hinaus liegt eine Arbeit mit Registerdaten aus den USA vor, welche 2035 mit E-Zigarettenexplosionen assoziierte Verletzungen zusammenfassen, die in US-Notaufnahmen zwischen 2015 und 2017 behandelt wurden. ROSSHEIM et al. betrachten jedoch keine klinischen Parameter, sondern lediglich die Inzidenz. Generell bekräftigen alle Autoren, dass es sich bei E-Zigarettenexplosionen um einen nicht zu unterschätzenden Traumamechanismus handelt, welcher zu ernsthaften, schweren Verletzungsbildern führen kann. So sind bisher 3 Fälle mit Todesfolge bekannt.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Daten aus Deutschland verfügbar. Bei der vorgelegten Arbeit handelt es sich um die erste deutsche Studie zu dieser Entität. Darüber hinaus wird die wehrmedizinische Relevanz dargestellt und diskutiert.

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Datum: 09.12.2019