Pressemitteilung

Erfahrungsbericht des DRK

Sehr geehrter Herr Winter,

Photo gerne berichte ich über die Erfahrungen mit dem von der Firma Winray gelieferten Röntgencontainer.

Als Betreiber einer radiologischen Anlage stellen sich in der Planungsphase vor dem Betrieb eine Vielzahl an Fragen zur Umsetzung.

Alleine die Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen, sprich Röntgenverordnung und Strahlenschutzverordnung ist eine Herausforderung für den Betreiber. Im Anzeige- (Betrieb einer Röntgeneinrichtung) und Genehmigungsverfahren (Teleradiologie) sind diverse Nachweise den Gewerbeaufsichtsämtern und ärztlichen Stellen vorzulegen. Alleine die rechtssichere personelle Ausstattung in Zeiten von Ärzte- und Fachkraftmangel insbesondere in ländlichen Strukturen ist für den zukünftigen Betreiber einer Röntgeneinrichtung eine enorme Hürde.

Um so erfreulicher ist das sehr unkomplizierte Genehimigungsverfahren der eigentlichen Anlage. Durch die Bauartgenehmigung und durch die von der Firma Winray zur Verfügung gestellten Bauzeichnungen und weiteren Unterlagen gab es im Verfahren keine Nachfragen zur Installation. Das Sachverständigengutachten konnte als unproblematischer Verwaltungsprozess betrachtet werden.

Im Vergleich hierzu dürfte die Schaffung der räumlichen Voraussetzungen in einem vorhandenen Gebäude sowohl eine aufwändige Planung, kostenintensive Umsetzung und ein umfangreiches Genehmigungsverfahren voraussetzen. Da dies für uns in der Planungsphase zu keiner Zeit eine Option dargestellt hat kann ich leider keine genauen Kostenvergleiche bieten.

Die Ausstattung des Containers kann als ideal für unsere Zwecke (Thoraxröntgen im Rahmen der Erstuntersuchung von Asylbegehrenden) betrachtet werden. Heizung und Klimaanlage sorgen sowohl im Winter als auch im Sommer für angemessene Temperaturbedingungen für das Personal und die Patienten. Als Umkleidekabinen stehen zwei Durchgangsräume zur Verfügung. Einer dieser Räume ist durch seine Abmessung auch für Rollstuhlfahrer geeignet, die durch eine optional und schnell aufzustellende Rampe ebenfalls im Container geröngt werden können.

Aus unserer Erfahrung des Betriebes mit einem Mitarbeiter/ einer Mitarbeiterin wird die kleinere Kabine vorwiegend als Personaldurchgang von Warteraum zu Röntgenvorraum genutzt. Bei notwendiger erhöhter Anzahl von Röntgenaufnahmen ist aber auch ein Betrieb mit 2 Mitarbeitern denkbar und damit eine Nutzung beider Umkleideräume um so die Durchlaufzahl deutlich zu erhöhen.

Die Einrichtung des Containers mit einem Handwaschbecken, glatten und leicht zu reinigenden Oberflächen ermöglicht einen Betrieb nach hygienischen Standards und geltenden Hygieneplänen.

Die gelieferte Röntgenanlage arbeitet zuverlässig und ist bedienerfreundlich. Laut unserem Fachpersonal ist insbesondere die Einstellung der Stahlendosierung deutlich unterhalb der sonst üblichen Einstellungswerte, was eine geringere Strahlenbelastung für die Patienten bedeutet und trotzdem hervorragend zu befundende Bilder liefert. Bisher zeigten auch die fortlaufenden Konstanzprüfungen keine Probleme.

Die Anlage zeigte im Betrieb eine hohe Sensibilität was die Sicherheit der Stromversorgung betrifft. Auf Grund der sehr kurzfristigen Projektumsetzung stand Anfangs nur eine improvisierte Stromversorgung über Baustromverteiler zur Verfügung. Die Notlösung brachte Stromschwankungen mit sich, auf die das Gerät zum Schutz des Personals, der Patienten und der Anlage selbst sofort reagierte und eine Abschaltung einleitete. Seit eine direkt Anbindung an das vorhandene Stromnetz vorhanden ist läuft die gesamte Anlage zuverlässig.

Zu beachten ist, dass die Anlage für ihren Zweck konzipiert ist. Für allgemeine Bildgebungen anderer Körperteile ist die Anlage in dieser Bauform nicht geeignet. Was aber technisch in anderen Bauformen und Spezifikationen dies hiermit nicht ausschließen soll.

Insbesondere für die Erstuntersuchung nach Asylgesetz in einer Aufnahmeeinrichtung die baulich nie für diesen Zweck geplant wurde (ehemalige Kaserne o.ä.) ist die Containerlösung eine gute Alternative zu erheblichen Baumaßnahmen, zumal eine Ortsveränderung jeder Zeit machbar ist. Betrachtet man alleine die Kosten für die logistische Zubringung der Asylbegehrenden zu Radiologiepraxen und Krankenhäusern sollte sich die Anschaffung, je nach Anzahl der zu untersuchenden Personen, schnellstens amortisiert haben.

Nach rund 8 Monaten Betrieb und über 3.000 Röntgenaufnahmen kann ich nur meine Zufriedenheit über die beschaffte Anlage aussprechen.

Mit freundlichem Gruß

Photo  Dennis Protz
 Leiter Sanitätsstation/Erstuntersuchung
 Im Auftrag
 der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen
 Ankunftszentrum Fallingbostel-Oerbke
 Hartemer Weg 100
 29683 Oerbke

 


 

Datum: 04.07.2018