14.04.2021 •

Einfluss von COVID-19 auf Krankenhauspersonal und betroffene kardiologische Hochrisikopatienten

Vorstellung einer zivil-militärischen Forschungskooperation

U. Wesemann

Ulrich Wesemann a, Gerd D. Willmund a, Julia Vogel b, Tienush Rassaf b, Johannes Siebermair b

a Bundeswehrkrankenhaus Berlin, Psychotraumazentrum der Bundeswehr
Universität Duisburg-Essen, Klinik für Kardiologie und Angiologie – Westdeutsches Herz- und Gefäßzentrum

Zusammenfassung

Hintergrund: Seit COVID-19 von der WHO zur Pandemie erklärt wurde, hat sich der wissenschaftliche Fokus auch auf die psychischen Auswirkungen gerichtet. Um hierbei einen besseren Einblick zu gewinnen, wurde eine zivil-militärische Zusammenarbeit zwischen dem Westdeutschen Herz- und Gefäßzentrum der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Universitätsklinik Essen und dem Psychotraumazentrum am Bundeswehrkrankenhaus Berlin initiiert. Im ersten Studienarm wurden die psychischen Auswirkungen auf das Krankenhauspersonal mit Kontakt zu Betroffenen mit COVID-19 untersucht, im zweiten Studienarm die Hochrisikopatienten selbst.

Methoden: Für den ersten Studienarm wurden N = 78 Krankenhausmitarbeitende aus dem Bereich der Kardiologie in die Studie eingeschlossen. Davon hatten n = 40 direkten Kontakt zu Betroffenen mit COVID-19 (51 %); n = 8 hatten Kontakt zu Patienten mit Verdacht auf COVID-19 (10 %) und n = 30 hatten keinen direkten Kontakt zu Betroffenen mit COVID-19 (39 %). Im zweiten Studienarm wurden N = 60 stationär aufgenommene Hochrisikopatienten mit Verdacht auf COVID-19 untersucht und die bestätigten Fälle in einem Doppelblinddesign mit den nicht bestätigten Fällen verglichen.

Ergebnisse: Multivariate Regressionsanalysen zeigten, dass die Nähe zu Kranken mit COVID-19 einen negativen (inversen) Einfluss auf das Vermeidungsverhalten als Symptom einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) beim medizinischen Personal hatte. Zusätzlich fand sich dieser negative Einfluss auf körperliche Symptome, Somatisierung, Zwanghaftigkeit und den Wutausdruck. Darüber hinaus gab es einen signifikanten Einfluss von weiblichem Geschlecht auf erhöhte Wut. Dieser Einfluss bestätigte sich auch unter Kontrolle der Kovariaten Alter, Berufserfahrung und Berufsgruppe (die selbst keinen weiteren Einfluss hatten).

Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.

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