21.12.2023 •

Intraoralscanner in der Bundeswehr

Ein Anwenderbericht der Zahnarztgruppe Mayen

M. Schlich

Im Rahmen einer Testphase wurde der Zahnarztgruppe Mayen der Intraoralscanner „VivaScan“ der Firma Ivoclar für zwei Monate zur Verfügung gestellt. Beim „VivaScan“ handelt es sich um einen ergonomischen, alleinstehenden Intraoralscanner, der mittels USB-Anschluss schnell an PCs oder Laptops angeschlossen werden kann. Im Gegensatz zu einigen konkurrierenden Scannern kann der „VivaScan“ somit schnell und einfach zwischen den Behandlungszimmern gewechselt sowie eingesetzt werden. Er überzeugt weiterhin besonders durch seine einfache Handhabung, seiner praktischen Größe und seinem ergonomischen Design. Die Benutzerfreundlichkeit der Software, das leichte Gewicht der Scanvorrichtung und die Möglichkeit, zwischen zwei Scanner-Aufsätzen zu wechseln, erlaubt es jedem Anwender nach kürzester Zeit effektiv detailgetreue Scans anzufertigen. Ebenfalls überzeugt der Scanner mit einer integrierten HD-Kamera, welche es ermöglicht, zusätzlich zu den Scans, hochauflösende Intraoralaufnahmen anzufertigen. Der Scanvorgang gestaltet sich als sehr flüssig und erlaubt eine repräsentative und detailgetreue Darstellung von Hart- und Weichgewebe. Im anschließenden „Bearbeitungsmodus“ können die Scans durch den Anwender bearbeitet, markiert und beschriftet werden, bevor sie über ein Cloud-Programm der Firma Ivoclar dem Dentallabor übersendet werden können. 

Hier gestaltet sich ein Manko des Systems, da, aufgrund des IT-Sicherheitskonzeptes der Bundeswehr, eine Übermittlung dieser Patientendaten nicht über die vorgesehene Cloud erfolgen konnte, sondern per USB-Stick an das Labor geschickt werden mussten. Hierdurch gingen viele Vorteile des Scanners im Bundeswehrgebrauch verloren. So konnte kein adäquater Austausch mit dem Dentallabor stattfinden, da dieses die Daten meist erst Tage nach dem eigentlichen Patiententermin bekam, was ein „Neu-Scannen“ in derselben Patientensitzung unmöglich machte. 

Obwohl der Scanner durch seine Handhabung und Funktionalität durchaus überzeugte, wirkte die zugehörige Software noch nicht in allen Teilen vollkommen ausgereift und bietet Verbesserungspotential. Dem Logarithmus fiel es bei komplexer Bisssituation schwer, die Kieferscans entsprechend zusammenzusetzen. Wodurch eine Nachjustierung durch den Anwender erfolgen musste. Doch genau an dieser Stelle scheint der Hersteller bereits angesetzt zu haben und veröffentlichte ein Softwareupdate, welches wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht installiert hatten. Wir werden den Intraoralscanner mit dem Softwareupdate erneut in unserer Zahnarztgruppe testen.  

Insgesamt fällt das Fazit zum „VivaScan“ besonders positiv aus, da er sich durch seine Ergonomie, Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität im Praxisalltag bewähren konnte. Die Integration von Intraoralscannern in die Zahnarztgruppen der Bundeswehr bietet zukünftig enormes Potential und Chancen bei der Weiterentwicklung zur modernen Zahnmedizin. Dennoch müsste zur vollständigen Ausschöpfung des Potentials zukünftig eine effektivere Lösung zum Datentransfer – von Seiten der Bundeswehr – gefunden werden. 



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