07.07.2021 •

Tomas Linkevicˇius

Zero Bone Loss. Knochenerhaltende Behandlungskonzepte

Marc C. Eliades

Quintessence Publishing, Berlin u. a., 2021, 304 S., EUR 178,00 [ISBN 978-3-86867-509-2]

Die dentale Implantologie nimmt einen zunehmenden Stellenwert in der stomatognathen Rehabilitation unserer Soldaten ein und ist auch aus der „zivilen“ zahnmedizinischen Versorgung nicht mehr wegzudenken. Je mehr Implantate inseriert werden, desto mehr Periimplantitis ist leider auch zu beobachten.

Der Autor des jetzt auch in deutscher Sprache erschienenen Werkes „Zero Bone Loss. Knochenerhaltende Behandlungskonzepte“ versucht Wege aufzuzeigen, wie langzeitstabile Knochen- und Weichgewebsverhältnisse an dentalen Implantaten zu erreichen sind.

Er ist Professor der Universität Vilnius, Gründer und Geschäftsführer eines privaten Forschungsinstitutes und in privater Praxis tätig.

Das sehr gut strukturierte, leicht lesbare Werk gliedert sich in einen chirurgischen und einen prothetischen Teil und ist gekennzeichnet durch zahlreiche qualitativ hochwertige Abbildungen, die das Verständnis des Dargelegten zusätzlich erleichtern.

Tomas Linkevicˇius

Im chirurgischen Teil wird auf die Bedeutung von Faktoren wie Implantatdesign, Insertionstiefe und Positionierung aber auch auf den Einfluss von Weichgewebsqualität und -dicke eingegangen. Auch für den in der Implantologie Erfahrenen ist hier die Betonung der stärkeren Bedeutung der vertikalen Weichgewebsdicke für die Stabilität des periimplantären Knochens neu. Der Autor hinterlegt dies mit eigenen Studien und zeigt Schritt für Schritt verschiedene Konzepte, die diesen Faktor je nach anatomischer Situation positiv beeinflussen können.

Im prothetischen Teil stehen Überlegungen zu zementierten und verschraubten Restaurationen (der Autor bevorzugt Letztere und belegt dies ebenfalls mit zahlreichen Studien), der Bedeutung des Emergenzprofils und die Materialauswahl für Abutments sowie Kronen und Brücken im Vordergrund. Dieser Teil beinhaltet wertvolle Hinweise zur Vermeidung von prothetischen Fehlern, zum Beispiel von „Zirkondioxidrestaurationen ohne Zirkondioxid“ durch zu weite Ausdehnung der weniger gewebeverträglichen Verblend­keramik nach apikal oder glasierte Zirkonabutmentschultern.

Dieses Buch stellt ein aktuelles konzeptbasiertes Grundlagenwerk dar, welches sowohl chirurgisch-implantologisch als auch prothetisch tätigen Kollegen eindeutig empfohlen werden kann. Darüber hinaus ist es eine sehr gute Ergänzung zu ausführlichen Atlanten, in denen beispielsweise die chirurgischen Techniken genauer dargestellt werden.

Die Quintessenz des im gleichnamigen Verlag erschienenen Buches lässt sich im folgenden Zitat aus dem Schlussabschnitt ausdrücken: „Chirurgen ohne Wissen in der Prothetik und Pro­thetiker ohne chirurgisches Verständnis können niemals die gewünschten Ergebnisse erreichen, da beide Aspekte für die Knochenstabilität von Bedeutung sind. Idealerweise sollen nur solche Fachleute eine Behandlung vornehmen, die sowohl mit dem Implantatdesign als auch der Biologie und der Prothetik vertraut sind, damit kein Implantat von Knochenverlust betroffen ist.“ 


Verwandte Artikel

DYNEXAN MUNDGEL® - Mein wichtigster Reisebegleiter

DYNEXAN MUNDGEL® - Mein wichtigster Reisebegleiter

Passend zu der wieder auflebenden Reiselust bietet DYNEXAN
MUNDGEL® unter dem Motto „Mein wichtigster Reise-Begleiter“ aktuell eine POS-Aktion an.

Kann die ungeschützte Stirnhaut nach zahnärztlicher aerosol- und tröpfchenproduzierender Behandlung eine potenzielle Infektionsquelle sein?

Kann die ungeschützte Stirnhaut nach zahnärztlicher aerosol- und tröpfchenproduzierender Behandlung eine potenzielle Infektionsquelle sein?

Die horizontale und vertikale Übertragung von Mikroorganismen birgt in der Zahnmedizin sowohl für Patienten als auch für medizinisches Personalein Risiko.

Wehrmedizinische Monatsschrift 4/2022

Ein neues Parodontitis-Behandlungskonzept – Umsetzung in der täglichen Praxis

Ein neues Parodontitis-Behandlungskonzept – Umsetzung in der täglichen Praxis

Die deutsche S3-Leitlinie zur Behandlung von Parodontitis Stadium I bis III wurde im Januar 2021 in Form einer Adaptation der S3-Leitlinie „Treatment of Stage I – III Periodontitis“ der European Federation of Periodontology implementiert.

Wehrmedizinische Monatsschrift 2-3 2022

Meist gelesene Artikel

Photo

21. Forum Zahnmedizin

In diesem Jahr konnte das 21. Forum Zahnmedizin unter Einhaltung eines strengen 2Gplus Hygienekonzepts am 24./25.11. im Hotel Collegium Leoninum wieder als Präsenzveranstaltung mit circa 100…