Artikel: Wehrmedizinische Monatsschrift 12/2019

Flugmedizin und Zahngesundheit: Juvenile Knochenzyste in der Mandibula bei einem Jetpiloten-Anwärter – Fallbericht

Claudia Lorenz
Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe, Fachgruppe II3 – Klinische Flugmedizin, Fürstenfeldbruck

Zusammenfassung

PhotoMRT-Befund bei WFV-Untersuchung: (A): In der sagittalen Schichtung zeigt sich im aufsteigenden Ast des linken Kieferwinkels ein osteolytischer Prozess. (B) Im Seitenvergleich (transversale Schichtung) wird das Ausmaß der Wucherung im Corpus mandibulae deutlich. (Quelle: Bundeswehr/ZentrLuRMedLw) Solitäre Knochenzysten sind nicht-neoplastische ossäre Läsionen, die zu etwa 1 % die Maxilla oder Mandibula betreffen. Die Zysten innerhalb des Kiefers sind in der Regel symptomlos und werden daher meist als Zufallsbefund im Rahmen von dentalen radiologischen Untersuchungen entdeckt.

Die Kasuistik dokumentiert eine juvenile Knochenzyste im linken Ramus mandibulae eines 18-jährigen Kampfjetpiloten-Bewerbers. Die Diagnose wurde durch ­Magnetresonanztomografie (MRT) gestellt und mittels Digitaler Volumentomografie gesichert. Nach chirurgischer Kürettage und Einbringen von Knochenersatzmaterialien zeigte sich drei Monate postoperativ eine partielle Reossifikation. Der Patient war beschwerdefrei und konnte sein Bewerbungsverfahren fortsetzen.

Der Fall zeigt, dass solitäre Knochenzysten im Bereich der Mandibula zwar primär eine Wehrfliegerverwendungsfähigkeit ausschließen, diese jedoch nach operativer Sanierung wiederhergestellt werden kann.

Schlüsselworte: Knochenzyste, Kiefergelenk, Knochen­ersatz, Wehrfliegerverwendungsfähigkeit

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Datum: 24.01.2020