21.12.2021 •

Herausforderungen bei der Etablierung und Umsetzung von ­Listerien-Präventionskonzepten in Lebensmittelunternehmen

Marcus Langen

Einleitung

Im Jahr 2020 wurden dem Robert-Koch-Institut für Deutschland 575 Listeriose-Fälle gemeldet. Besonders häufig sind Infektionen mit Listeria monocytogenes bei Schwangeren und deren ungeborenen Kindern, Neugeborenen, alten Menschen und bei Patienten mit einer abgeschwächten Immunabwehr (sog. YOPI). Die Listeriose geht mit einer sehr hohen Sterblichkeitsrate von 20–30 % einher, wenn sie nicht rechtzeitig mit antibiotischen Therapien behandelt wird. Aufgrund der Kontamination von verzehrfertigen Lebensmitteln mit Listeria monocytogenes kommt es inzwischen regelmäßig zu öffentlichen Rückrufen von Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft über das europäische Schnellwarnsystem (RASSF). Die Verhinderung einer Kontamination von verzehrfertigen Lebensmitteln mit Listeria monocytogenes stellt Lebensmittelunternehmen vor eine Reihe von Herausforderungen.

Herausforderungen an Lebensmittelunternehmen

Herausforderung I

Bestimmte Rohstoffe können Listeria monocytogenes als Teil der natürlichen Flora in den Produktionsprozess eintragen.

In der Umwelt kommen Listerien u. a. in Wasser, im Erdboden, auf oder in Pflanzen, in Silage, in Kot, Mist und Gülle vor. Listerien können als „natürliche Kontamination“ verschiedener Primärprodukte wie Obst, Gemüse, Milch und Fisch, aber auch im Fell, auf der Schwarte und Gefieder von Schlacht- und Wildtieren vorkommen. Ausgehend von der (meist oberflächlichen) Kontamination der Primärprodukte können Listerien nach derzeitigem Stand der Technik während der Verarbeitungsprozesse auch auf Schnittflächen oder in Verarbeitungsprodukte übertragen werden. Sofern der Herstellungsprozess keinen listeriziden Prozessschritt aufweist, sind durch solche Rohstoffe eingetragene Listerien regelmäßig auch in daraus hergestellten Verarbeitungsprodukten nachweisbar.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie hier.


Verwandte Artikel

DGIMTalk zum Health Innovation Day Ein Jahr „App auf Rezept“

DGIMTalk zum Health Innovation Day Ein Jahr „App auf Rezept“

Damit der Rauchstopp gelingt, die Blutzuckerwerte konstant gut bleiben oder starkes Übergewicht sinkt, müssen Patienten die eigene Krankheit dauerhaft im Blick haben. Dabei helfen inzwischen erstattungsfähige digitale Gesundheitsanwendungen...

Deutschland bei Rauchentwöhnung Schlusslicht in Europa

Deutschland bei Rauchentwöhnung Schlusslicht in Europa

In Deutschland greift mehr als jeder Vierte über 14 Jahre regelmäßig zur Zigarette – und das oft mit gravierenden Folgen: Rauchen ist neben unzureichender Bewegung und ungesunder Ernährung ein wesentlicher Risikofaktor für schwere chronische...

Medizinische Implikationen der Abwesenheit von ­Verbrennung bei erhitzten Tabakprodukten

Medizinische Implikationen der Abwesenheit von ­Verbrennung bei erhitzten Tabakprodukten

Jahrzehnte von epidemiologischen Daten zeigen, dass Rauchen eine Anzahl an ernsthaften Erkrankungen (einschließlich kardiovaskulärer Erkrankungen, Lungenkrebs und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung [COPD]) verursacht und dass gemäß der...

Wehrmedizin und Wehrpharmazie 2/2021

Meist gelesene Artikel