Artikel: Wehrmedizinische Monatsschrift 12/2019

Vergleich der Praktikabilität von Diagnostikverfahren zur Detektion von Giardia lamblia, Cryptosporidium spp. sowie E. histolytica im Einsatz

Anna-Maria Kreißl

Sanitätsversorgungszentrum Mittenwald

Hintergrund

PhotoAbb. 1 Zahlreiche rot angefärbte Cryptosporidium parvum – Oozysten; 4,5 μm groß nach Kinyoun-Färbung im hitzefixierten Stuhlausstrich nach Anreicherung (Bar: 20μm) Die einzelligen Parasiten G. lamblia, E. histolytica , Cryptosporidium spp. sind in Einsatzgebieten der Bundeswehr prävalent. Sie rufen gastrointestinale Infektionen hervor und sind durch ihre hohe Infektiösität (geringe Infektionsdosis, hohe Resistenz der infektiösen Stadien) eine ernsthafte Bedrohung der in den Endemiegebieten eingesetzten Soldatinnen und Soldaten.

Es sind insbesondere diese parasitären Protozoen, die zu akuten, prolongierten gastrointestinalen Symptomen mit schweren Diarrhoen, Erbrechen, Gewichtsverlust und Leistungsminderung wie auch zu chronischen, Wochen bis Jahre persistierenden, subakuten Infektionen führen können. Asymptomatische Verläufe sind ebenfalls beschrieben. Die infektiösen Stadien (Zysten bzw. Oozyten) werden in großer Zahl von infizierten Menschen und ­Tieren ausgeschieden (Zoonosen) und indirekt durch kontaminiertes Trink- und Brauchwasser sowie kontaminierte Lebensmittel oder direkt durch mangelnde Händehygiene antroponotisch und/oder zoonotisch übertragen. Die Übertragungsstadien besitzen eine ausgesprochen hohe Tenazität gegenüber Umwelteinflüssen, überdauern oft Tage bis Monate in feuchtem Milieu und werden von der üblichen Trinkwasseraufbereitung oft nicht suffizient erfasst. Vor allem in Ländern mit mangelnder sanitärer Infrastruktur sowie bei Unterbringung in Gruppenunterkünften besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Infektion oder gar Ausbrüche. Cryptosporidium spp. wurden aufgrund ihrer ausgesprochenen Infektiösität und des schweren Krankheitsverlaufes sogar schon als potenzielle B-Agenzien eingeordnet. Eine einfache, schnelle und akkurate Diagnostik ist daher in den Einsatzlaboratorien der Bundeswehr vorzuhalten (siehe Abbildung 1).

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Datum: 09.01.2020