Artikel: R. Rogacki, T. Kraemer

IT-Plattform für die schnellere und ­bessere Gesundheitsversorgung

Patienten- und Gesundheitsdaten immer und überall verfügbar

Die Digitale Transformation erreicht mittlerweile nicht nur alle Bereiche der Wirtschaft, sondern natürlich auch die Bundeswehr und ihre Dienste. So steht auch der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr vor der Herausforderung, seine Services zu optimieren und mit neuester Technik und modernen Ansätzen “wettbewerbsfähig” zu halten.

Im Fokus des Sanitätsdienstes steht die Gesundheit von Soldatinnen und Soldaten. Dieses gilt insbesondere für Auslandseinsätze, in denen gesundheitliche Gefahren drohen. Eine grundlegende Voraussetzung hierfür ist, dass alle relevanten Informationen aus der medizinischen IT (MIT), wie z. B. Patienten- und Gesundheitsdaten, von autorisiertem Personal überall und jederzeit zur Einsicht und Verarbeitung verfügbar sind.

Hohe Anforderungen an die IT der Zukunft

Photo Die aktuell betriebenen dezentralen und autarken Systeme und Datensilos einzelner Fachanwendungen erfüllen diese strengen Vorgaben nicht immer. Um den Anforderungen gerecht zu ­werden, ist eine Harmonisierung der Systemarchitektur und einhergehend damit die Konsolidierung und elektronische Bereitstellung von Daten unumgänglich. Erschwert wird die IT-Harmonisierung durch die KRITIS-Anforderungen, die es erforderlich macht, entsprechende gesetzliche Vorgaben umzusetzen und einzuhalten.

Die anzustrebende vernetzte Daten- und Informationsplattform sollte daher u. a. folgende Kriterien erfüllen:

  • Datenintegration verschiedener Quellen und Formate
  • Integration in bestehende IT-Umgebung
  • Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit
  • Standortübergreifendes einheitliches und einfaches Management der Systemumgebung
  • Zertifizierung und somit uneingeschränkte Unterstützung der IT-Infrastruktur durch die medizinischen Geräte- und Softwarehersteller
  • Sichere und verschlüsselte Datenübertragung und -zugriffe
  • Mandantenfähigkeit
  • Revisionssichere Ablage und Archivierung
  • Sichere Langzeitaufbewahrung
  • Zukunftssicherheit und Erweiterbarkeit durch offene Schnittstellen

Datenzugriff auch im Einsatz

Wenn die IT-Umgebung künftig all diese Anforderungen abdeckt, kann der behandelnde Arzt und auch anderes autorisiertes medizinische Personal von jedem Standort, auch mobil und aus dem Ausland, auf alle notwendigen Daten von Patienten für eine effiziente und bestmögliche Behandlung zugreifen.

Hinzu kommt, dass eine über die Bundeswehr-Krankenhäuser verteilte und dadurch mehrfach redundante Datenhaltung sichergestellt werden kann, damit in Krisensituationen und Katastrophenfällen diese Daten nicht verloren gehen und zum Zugriff weiterhin zur Verfügung stehen.

Erprobte Technologie für die Bundeswehr

In Zusammenarbeit mit den Sanitätsdiensten der Bundeswehr und den Bundeswehrkrankenhäusern hat Hitachi Vantara gemeinsam mit IT-Partnern und Medizin-Produktherstellern ein Konzept erarbeitet und bereits als initialen Schritt in den Radiologie-Abteilungen der fünf Bundeswehr-Krankenhäuser umgesetzt. Die Lösung, die neben den fünf Bundeswehrkranken­häusern auch in anderen Klinikverbünden im produktiven Einsatz ist, deckt alle oben genannten Anforderungen ab und ist so konzipiert, dass weitere medizinische und nichtmedizinische Fachabteilungen ihre Anwendungen an diese Systemumgebung anbinden können.

Durch die Konsolidierung der Daten und die Einbindung bestehender Systemkomponenten in eine einheitliche Plattform ist ein standortübergreifendes einfaches und daher ressourcenschonendes Management des IT-Systems gewährleistet und der Grundstein für viele weitere Innovationen durch den Einsatz moderner Digitalisierungslösungen gelegt.

Hitachi Vantara ist langjähriger Partner der Industrie und kann die Bundeswehr bei Ihren Digitalisierungsbestrebungen unterstützen und helfen, eine sichere sowie gesetzeskonforme medizinische IT-Infrastruktur in der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr zu realisieren. Das Know-how des Unternehmens in den Bereichen KI und Analytics ermöglicht darüber hinaus, dass die Bundeswehr künftig Mehrwert aus ihren Daten schöpfen und so Verbesserungs- und Optimierungspotentiale erzielen kann. 

Datum: 02.12.2019

Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 3/2019