Leitender Zahnarzt der Bundeswehr ­übernimmt Vorsitz der Section of Defence Forces Dental Services (SDFDS)
Bericht: M. Lüpke

Leitender Zahnarzt der Bundeswehr ­übernimmt Vorsitz der Section of Defence Forces Dental Services (SDFDS)

Einmal im Jahr treffen sich Zahnärzte aus aller Welt auf dem Jahreskongress der FDI World Dental Federation. Dieser Organisation gehören 195 Mitgliedervereinigungen aus 130 Nationen an. Die diesjährige Tagung fand vom 5. bis 8. September in Buenos Aires statt. Im Vorfeld der Veranstaltung tagt traditionell die SDFDS, welche die militärzahnärztliche Sektion der FDI World Dental Federation darstellt und deren Vertreter aus fünf Kontinenten stammen. Dem Präsidium der SDFDS um den Chairman, Brigadier Andrew Gray aus Neuseeland, war es auch in diesem Jahr wieder gelungen, ein interessantes und anspruchs­volles wissenschaftliches Programm zu organisieren. Auch der Fachbereich Zahnmedizin der Bundeswehr war mit einer kleinen Delegation vertreten, die vom Leitenden Zahnarzt der Bundeswehr, Flottenarzt Dr. Helfried Bieber, angeführt wurde.

Wie es mittlerweile gute Tradition ist, fand auch in Buenos Aires am Vorabend des wissenschaftlichen Programms ein erstes Kennenlernen und ein Erfahrungsaustausch aller Teilnehmer statt.

PhotoAbb. 1: Vertreter von 18 Nationen aus vier Kontinenten nahmen an der Konferenz teil (Abb.: SDFDS) Das wissenschaftliche Programm wurde am 3. September vom scheidenden Chairman eröffnet. In dem zweitägigen Programm trugen Militärzahnärzte aus vier Kontinenten zu verschiedenen wehrmedizinischen Themen vor. Der hier zur Verfügung stehende Raum erlaubt es nicht, auf jeden Vortrag einzeln einzugehen. Beispielhaft sollen hier jedoch einzelne Vorträge genannt werden. Dem Trend zur Digitalisierung folgend, stellte der chinesische Major General Prof. Zhao Yimin die computergesteuerte zahnärztliche Implantation vor. Die ausgewählten Patientenfälle waren sehr eindrucksvoll, wenngleich die Behandlung durch Maschinen auch in Deutschland sehr kontrovers diskutiert wird und erst die Zukunft zeigen wird, ob diese eine von Patienten akzeptierte Behandlungsoption werden kann. Dennoch zeigte dieser und andere Vorträge, welch große Anstrengungen andere Nationen bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen bereits leisten. Den Fachbereich Zahnmedizin der Bundeswehr vertrat Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Richard Werkmeister vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz mit dem Vortrag „Surgical training for oral and for maxillofacial surgeons at the Central Armed Forces Hospital in Koblenz-Germany“. Der Referent betonte in seinem Vortrag besonders den Teamgeist und die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Zahnärzten und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, die bei schweren Verletzungen oder Missbildungen im Bereich der Mundhöhle nur gemeinsam eine funktionelle und ästhetische Rehabilitation erzielen können. Oberstarzt ­Christoph Hemme (Sanitätsunterstützungszentrum München) trug zu dem Thema „Military Forensic Odontolgy within the Scope of Standardisation“ vor. Als Chairman des NATO COMEDS Dental Service Panel (DS P) und Delegierter der Bundeszahnärztekammer für die Mitarbeit in der Internationalen Standardisierungsorganisation (ISO) in den Themenbereichen Forensik und Terminologie gelang es ihm, nicht nur die militärischen Hintergründe der Military Forensic Dental Identification, sondern auch die Arbeiten innerhalb der ISO zur Standardisierung dieses fachübergreifenden Themas darzustellen.

PhotoAbb. 2: Flottenarzt Dr. Bieber (rechts) übernimmt den Vorsitz der SDFDS von Brigadier Gray (Abb.: Christoph Hemme) Einen multimedialen Höhepunkt stellte sicherlich die Präsentation des vom Quintessenz-Verlag produzierten computeranimierten Films „Cell-to-­cell-communication-Periimplantitis and its Prevention“ dar, in dem eindrucksvoll die Präventionsmöglichkeiten periimplantärer Erkrankungen vorgestellt werden. Daran anschließend trug Oberstarzt Dr. Michael Lüpke aus dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg zu den verschiedenen Behandlungsoptionen bei Mucositis und Periimplantitis vor, für die es bislang immer noch kein allgemein anerkanntes und sicheres Behandlungskonzept gibt, sodass die Prävention periimplantärer Erkrankungen nach wie vor im Fokus der zahnärztlichen Bemühungen stehen sollte.

Am Ende des wissenschaftlichen Teils des Meetings übernahm der Leitende Zahnarzt der Bundeswehr, Flottenarzt Dr. Helfried Bieber den Vorsitz der SDFDS. Dieses ist insofern bemerkenswert, da erstmals ein deutscher Sanitätsstabsoffizier Zahnarzt dieses Amt innehat. Der neue Chairman unterstrich in seinen ersten Worten die fundamentale Bedeutung der SDFDS als unverzichtbaren Teil der FDI World Dental Federation.

Neben dem beschriebenen wissenschaftlichen Programm komplettierte der Besuch des Zentralkrankenhauses der argentinischen Marine sowie ein kulturelles Rahmenprogramm die Konferenz. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle die herzliche Gastfreundschaft der argentinischen Kollegen/innen, die durch ihre uneingeschränkte Unterstützung die Veranstaltung erst möglich gemacht haben.

Oberstarzt Dr. Michael Lüpke
Bundeswehrkrankenhaus Hamburg
E-Mail: michaelluepke@bundeswehr.org 

Datum: 12.03.2019

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