Bericht: V. Hartmann

Erstmals Sanitätsoffizier des Zentralen Sanitätsdienstes als Vortragender bei der Historisch Taktischen Tagung der Marine (HiTaTa)

PhotoOberstabsapotheker Dr. Vongehr im Plenum (Mitte) (Abb.: PIZ Marine) Zu der mittlerweile 58. Historisch-Taktischen Tagung der Marine trafen sich vom 9.-11. Januar 2018 mehr als 600 Marineoffiziere und Gäste in Linstow. Die HiTaTa ist das entscheidende Vortrags-, Diskussions- und Informationsforum der Marine, auf dem traditionell ein vorher sorgfältig ausgewähltes historisches Thema mit einer gewissen Relevanz für die Gegenwart in verschiedenen Referaten von jungen Offizieren behandelt wird. In diesem Zusammenhang waren typische Themen aus dem Bereich (Marine)-Sanitätsdienst seit der Gründung des Forums 1957 unter Hunderten von Vorträgen bisher gerade zweimal vertreten, ein Umstand, der möglicherweise einen Hinweis zur Perzeption   sanitätsdienstlicher Versorgung  in den jeweiligen Marineführungen erlaubt. In diesem Jahr widmete man sich in 9 Referaten dem Generalthema „Menschen in Grenzsituationen – Handeln und Führen im Widerstreit von Moral und Maßgabe, Wahrnehmung und Wirklichkeit“. Einer der Vorträge behandelte den ersten Joint Einsatz von Sanitätsdienst und Marine, den Humanitären Einsatz in Südostasien nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004. Als Vortragenden hatte der Admiralarzt der Marine einen Angehörigen des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr gewonnen: Oberstabsapotheker Dr. Frederik Vongehr vom VIZ Quakenbrück. In einem das Plenum fesselnden Vortrag trug der junge Apotheker und Historiker auf der Basis der Auswertung der Erfahrungsberichte und Interviews mit Zeitzeugen zu „Banda Aceh und die Bundeswehr! Erfahrungen hinsichtlich Koordination und Kooperation im humanitären Hilfseinsatz“ vor. Er verdeutlichte dabei, dass in einem Einsatz ohne Blaupause unter den Augen einer interessierten Öffentlichkeit und mit einem gewissen Erwartungsdruck die damaligen Protagonisten von Sanitätsdienst und Marine ein komplexes Szenario zu bewältigen hatten. Es galt nicht nur eine Vielzahl von äußeren Herausforderungen, wie logistische oder fernmeldetechnische Probleme zu lösen, sondern auch eine Basis im stringenten und synergistischen Miteinander in einem inhomogenen Kontingent zu schaffen, was nach einigen Anlaufschwierigkeiten auch leidlich gelungen ist. Dr. Vongehr beeindruckte dabei in seiner Präsentation nicht nur mit präziser Analyse, sondern auch mit Takt in Anbetracht der noch dienenden Zeitzeugen. 

Flottenarzt Dr. Volker Hartmann, SanAkBw München     

Datum: 06.12.2018

Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 3/2018

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