Bericht: J. Höfner, K. Ladehof, TREMA e. V.

TEMS-Symposium bei der CMC Ulm

Der TEMS-Workshop wurde von ca. 300 Teilnehmern besucht. Die Zielgruppe waren Polizeibeamte und medizinisches Personal, die im polizeilichen Einsatz versorgen.

Photo Der Schirmherr des Workshops war Reimund Gans von der Bundespolizei, der auch die Vortragsreihe mit seiner Präsentation über seine Dienststelle „Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland der Bundespolizei (PSA)“ eröffnete. Weiterhin berichtete er von den Lessons learned aus den Anschläge auf die Botschaften der BRD in Bagdad und Kabul. Hier wurde sehr anschaulich der jeweilige Einsatzverlauf und die konzeptionellen Änderungen aus den Anschlägen hervorgehoben.

Im Anschluss trug Leandro Castro von der brasilianischen Polizei zum Thema „Medics in der brasilianischen Polizei“ vor. Beeindruckend waren Bild und Videomaterial vieler Versorgungen und das improvisierte Vorgehen auf Grund eines limitierten medizinischen Materials.

Mark Anderson vom C-TECC-Committee aus den USA berichtete von dem US Active Shooter management concept. Weiterhin hob er die Wichtigkeit von Netzwerken hervor und lobte die Zusammenarbeit zwischen SOMA, TREMA und C-TECC.

Zeki Jörg Kulisch von den Feldjägern der Bundeswehr stellte einen Einsatz in Mali im Bereich „Forward Aeromedical Evacuation“ vor. Bei dem Einsatz, wurde ein Konvoi angesprengt. Zunächst musste eine minimale Sicherheit für das versorgende Personal hergestellt werden. Anschließend konnte die Behandlung der Verletzten vorgenommen werden. Die Verletztenablage wurde initial von den Kräften vor Ort, direkt neben dem angesprengten Tanklastzug gewählt.

PhotoPraktische Übungen der Polizei auf der CMC-Conference (Abb.: bei d. Verf.) Photo Fabian Ramon von der GIGN aus Frankreich trug Lehren aus den Anschlägen in Paris und die Konsequenzen für die Polizei vor. Die Ausbildung und Ausrüstung wurden auf Grund der Einsatzerkenntnisse angepasst und verbessert.

Claire Park von der Metropolitan Police in ­London stellte vor, wie sie die taktische Medizin in ihrer Einheit einführen will und wie dieses Konzept bei Einsatzlagen umgesetzt werden soll.

Karsten Ladehof und Jürgen Höfner, beide von der TREMA e. V., trugen das „TEMS Update inkl. Vorgehen bei MANV“ vor. Der Schwerpunkt des Vortrags war der Bereich SICK, die Erkennung und Vermeidung von Gefahren für die Ver­sorgung, sowie die wenigen Neuerungen der Guide­lines seit der letzten Konferenz.

Sebastian Metzner von der Bayer. Polizei stellte das dortige Konzept der Taktische Einsatzmedizin vor. Das Polizeipräsidium Oberpfalz bildet mit eigenen Kräften Betriebshelfer aus und ließ sich von der Berufsgenossenschaft hierfür zertifizieren. Damit ist das Polizeipräsidium Oberpfalz derzeit die einzige Dienststelle in Bayern und eine von drei Polizeibehörden in der BRD, die diese Zertifizierung angestrebt und erfüllt haben.

Tobija Zöbelin und Jürgen Weiler von der Polizei Baden-Württemberg stellten ihr dortiges Medic-Konzept vor sowie die Ausbildung und Ausstattung der Streifen- und Einsatzbeamten in der taktischen Medizin.

Philipp Cachée von der Fa. Optix zeigte sehr anschaulich, wie mit den einzelnen Lichtquellen unter LowLight-Bedingungen Patienten versorgt werden können. Mit der Darstellung von realistischen Videos wurden die Versorgung unter Taschenlampe, Knicklicht, Restlichtverstärker- und Wärmebildtechnik visualisiert. Zu jeder Lichtquelle wurden Vor- und Nachteile aufgezeigt. 

Datum: 18.10.2018

Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 3/2018