Bericht: Raimund Lechner, BwKrhs Ulm

Workshops auf der Combat Medical Care Conference (CMC) 2018

Auf der dritten Combat Medical Care Conference (CMC) in Ulm wurden 27 Workshops für ungefähr 640 Teilnehmer angeboten. Jeder ­dauerte mindestens 120 Minuten und gemeinsam deckten sie den vollen Umfang der Einsatzgebiete in der Medizin ab.

PhotoPraktische Übungen auf dem TREMA Parcours (Abb.: bei d. Verf.) Photo Hands-on Workshops in der Versorgung von Verwundeten [gemäß dem Tactical Combat ­Casualty Care] wurden in einem Parcours mit interaktiven taktischen Fallszenarien angeboten und von der Tactical Rescue Emergency Medical Association durchgeführt. Es wurden 6 Szenarien angeboten, von denen jedes 40 Minuten dauerte. Inhalte waren die Unter­suchung und Behandlung nach dem ABCDE / MARCH-­Algorithmus, Blutstillung, Atemwegsmanagement, Thorax-­Trauma und eine Sichtungsübung bei einem MASCAL. Realitätsnahe Szenarien mit SimMuni­tion wurden an einem Indoor-Schießstand mit Schwerpunkt auf die Versorgung unter Beschuss durchgeführt, sowie ein Workshop zur Versorgung von verwundeten unter eingeschränkten Lichtverhältnissen mithilfe von Nachtsichtgeräten. Weitere Themen wurden in Form von einzelnen Workshops im Kongresscenter abgedeckt wie zum Beispiel invasive Verfahren (Nadel­dekompression, intraossärer Zugang und Koniotomie), Atemwegsmanagement (Intubation, ­Videolaryngoskopie, fiberoptische Intubation, supraglottische Atemwegshilfen, Koniotomie) und Blutungstillung (Wundverbände, Tourniquets, junktionale Tourniquets, Hämostyptika, Nasentamponaden).

Ein besonderes Augenmerk fiel auf die Versorgung gemäß dem „prolonged field Care“ in Szenarien, bei denen die Evakuierungskette überspannt oder sogar vollständig unterbrochen wird: Warmblutspende, periphere Nerven­blocka­den, Sonographie, neurologische Untersuchung Pflege waren die Themen jeweils separater Workshops. Des Weiteren wurden spezielle Verletzungsmuster und spezielle Situationen in den Workshops Verbrennungsverletzungen, K9 – TCCC für Militärarbeitshunde und Kiefer- und Gesichtsverletzungen behandelt. Beim Workshop REBOA (Resuscitative Endovascular ­Balloon Occlusion of the Aorta) lag der Schwerpunkt auf der Behandlung von Blutungen am Rumpf. Die Teilnehmer wurden zu Beginn mit den Grundlagen in einer kurzen Vorlesung vertraut gemacht und konnten danach ihre erlernten Fertigkeiten an einem Simulator ausprobieren. Es wurden noch weitere Workshops angeboten, die sich mit medizinischen Aspekten verschiedener klimatischer Umgebungen wie den Tropen oder Bergen und großen Höhen beschäftigten. Ein Workshop über internistische Erkrankungen wurde ebenfalls angeboten. Dieser umfasste die häufigsten internistischen ­Erkrankungen mit besonderem Augenmerk auf Personenschutzteams, die oftmals ältere Militär­beamte von hohem Rang mit einem ­beträchtlichen Risiko solcher Notfalleinsätzen beschützen. Abschließend rundete ein Train the Trainer-Workshop mit den grundlegenden Ausbildungsmethoden das Gesamtangebot ab.

Um unseren ausländischen Gästen gerecht zu werden, wurden die Workshops „Blutstillung“, „K9“, „Verbrennungsverletzungen“, „low light““, „chirurgische Wundversorgung“, „periphere Nervenblockaden“ und „prolonged field care“ zweimal angeboten – einmal in der deutschen und einmal in der englischen Sprache. Alle anderen Workshops baten aber im Bedarfsfall auch spontane Deutsch-Englisch-Übersetzungen. 

Datum: 15.10.2018

Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 3/2018