Firmenporträt

BEITRAG ZUM VORHERSAGBAREN BEHANDLUNGSERFOLG

Mitte Mai dieses Jahres hatte die Redaktion der WEHRMEDIZIN UND WEHRPHARMAZIE (WM) die Gelegenheit, die Produktionsstätte der Firma Straumann in Villeret (Schweiz) und den deutschen Standort in Freiburg zu besichtigen. Für das Interview standen Geschäftsführer Jens Dexheimer, Armin Vollmer, Verkaufsleiter Kliniken, Trainingsakademie & Wissenschaftliches Marketing Zentraleuropa, und Projektmanager Torsten Thelen, Gebietsverkaufsleiter Kliniken, Rede und Antwort. Die Fragen stellte Peter C. Franz, Verlagsleitung national und Objektleitung WM.

WM: Im Markt der Implantologie ist der Name Straumann seit Jahrzehnten ein Begriff. Fur implantologisch tätige Zahnmediziner und Zahntechniker ist Straumann ein Synonym für Qualität und Sicherheit in der langfristigen Arbeit. Bitte zeichnen Sie unseren Lesern den Weg zum heutigen Stand in ein paar Meilensteinen auf.

Straumann: 1954 gründete Reinhard Straumann ein kleines Forschungsinstitut, heute beschäftigt die Straumann GmbH als einer der international führenden Anbieter von Dentalimplantaten weltweit über 2 200 Mitarbeiter. Arbeitsschwerpunkte waren zunächst die Bereiche Traumatologie und Osteosynthese, in den 1960er-Jahren beschäftigte sich das Unternehmen erstmals mit zahnmedizinischen Fragestellungen. 1974 führte Straumann die weltweit ersten einzeitigen Hohlzylinderimplantate ein, 1976 folgte ein schraubenförmiges Zahnimplantat aus reinem Titan. 1990 fokussierte das Unternehmen auf die orale Implantologie und führte in den letzten 20 Jahren wichtige Neuentwicklungen ein.

WM: Wie ist der Markt bzgl. der Implantat-Hersteller insgesamt aufgestellt?

Straumann: Mit weltweit über 400 Herstellern (und deutlich mehr Systemen) gibt es eine Hohe Dichte von Anbietern auf dem Markt, viele davon sind aber nur regional tätig. Ein Großteil des Marktes wird durch eine Reihe von global aufgestellten Firmen bedient, die teilweise sehr großen Konzernen angehören.

WM: Zeichnen sich in diesem Wettbewerb Veränderungen am Markt ab?

Straumann: Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich der Markt entscheidend verändert und wir beobachten verschiedene Tendenzen: Handelsunternehmen kaufen gezielt Implantat-Firmen auf, um den Kunden ein größeres Produktportfolio anzubieten. Dentalunternehmen erweitern ihr Produktportfolio ebenfalls auf diese Weise und Medical Device Companies, etwa aus dem Bereich der Osseosynthese, schließen sich zusammen, um ihr Produktportfolio zu erweitern. In allen drei Gruppen können wir sehen, dass die Implantologie nur noch einen sehr geringen Anteil am Gesamtumsatz ausmacht. Die Ausnahme bildet hier Straumann, das nach wie vor primär auf die dentale Implantologie ausgerichtet ist.

WM: Beobachten Sie neben den Veränderungen im Markt auch Veränderungen in der Behandlung?

Straumann: Durch die ständigen technischen Innovationen ergeben sich neue Indikationsmoglichkeiten für die Behandler. Aber speziell die zunehmende Digitalisierung der Zahntechnik eröffnet eine Vielzahl neuer Möglichkeiten und wird den Behandleralltag maßgeblich verändern. Straumann ist bestrebt, im gesamten implantologischen Behandlungsablauf Partner der Wahl zu sein. Deshalb gehen wir auch gezielt Kooperationen mit Firmen ein, die an verschiedenen Stellen der digitalen Prozesskette exzellente Lösungen anbieten.

WM: Was ist der Grund dafür, dass Straumann Marktführer im Segment der Implantologie ist?

Straumann: Wir konzentrieren uns auf unsere „DNA“, sprich die Strategie, Philosophie und das Selbstverständnis mit qualitativ hochwertigen, innovativen und evidenzbasierten Produkten langfristiger Partner von Behandlern und Patienten zu sein. Uns treibt der Wille an, unsere Expertise auch künftig weiterzuentwickeln. Wir sehen uns als innovationsführend an, denn viele Neuerungen am Markt stammen von Straumann. Als aktuelle Beispiel seien hier der Implantatwerkstoff Roxolid, die hydrophile SLActive Oberflächentechnologie oder auch das neue PURE Keramik Implantat genannt, die alle in ihrem Gebiet neue Maßstäbe gesetzt haben und Behandlern und Patienten neue Möglichkeiten eröffnen. Hinter all diesen Innovationen stehen jahrelange intensive Forschungstätigkeiten. Dem Behandler stets eidenzbasierte Produkte an die Hand zu geben, ist unser Beitrag für eine größtmögliche Vorhersagbarkeit seines Erfolges. So standen z. B. bei der Einführung des 4mm Implantates bereits 5-Jahres-Daten zur Verfügung. Mit diesem Qualitätsanspruch fühlen wir uns den Kunden und Patienten gegenüber verpflichtet und unser Interesse gilt einem langfristigen Erfolg.

WM: Sie betreuen die Bundeswehr seit langer Zeit. Was bedeutet die Bundeswehr als Partner für Sie?

Straumann: Die Bundeswehr ist einer unserer wichtigsten Partner und hat bei uns einen besonders hohen Stellenwert. Aufgrund der langen historisch guten Zusammenarbeit ist Straumann seit langer Zeit sehr eng mit der Bundeswehr vernetzt. Aus diesem Grund haben wir mit Herrn Thelen auch einen Bundeswehrbeauftragten im Haus, der den Partner Bundeswehr und seine Strukturen und Bedürfnisse gut kennt und versteht. Auf diese Weise können wir ein ideales, speziell auf die Bundeswehr zugeschnittenes Leistungsportfolio und Serviceangebot bieten.

WM: Hat die Bundeswehr andere Anforderungen als der zivile Markt?

Straumann: Im Grunde sind die Anforderungen vergleichbar mit dem zivilen Markt. Doch für die Bundeswehr ist der Aspekt, dass wir als globaler Partner auftreten und weltweit präsent sind besonders wichtig. Die globale Verfugbarkeit ist gerade im Bereich der Bundeswehr besonders interessant, wenn man die Auslandseinsatze rund um den Globus betrachtet. Die Verfugbarkeit unserer Produkte ist jederzeit gewährleistet! 99 % unserer Produkte liefern wir über Nacht zum Kunden. Natürlich sind die Bestell und Lieferwege der Bundeswehr anders als im zivilen zahnärztlichen Bereich. Wir sind damit bestens vertraut und können dementsprechend den Service justieren.

WM: Sie sprachen eben von Ihren Produktinnovationen. Gehen wir hier doch bitte tiefer in die Details: Welche Produkte bezeichnen Sie als Meilensteine in Hinblick auf Ihre Innovationskraft und warum?

Straumann: Das Bone Level Tapered Implantat (BLT) ist unsere neueste Innovation, das die designbedingte höhere Primärstabilitat mit den Vorteilen der aktuellen Werkstoff- (Roxolid) und Oberflächentechnologien (SLActive) kombiniert. Neben dem Tissue- und Bone Level Design waren sicherlich die Innovationen im Bereich Oberflächentechnologie (TPS, SLA, SLActive) und Werkstofftechnologie (Roxolid, PURE Ceramic) wichtige Meilensteine, die entweder zu deutlich verkürzten Einheilzeiten, mehr Stabilität oder größerer Sicherheit geführt haben

WM: Was ist das Besondere an Ihrer Oberflächenbehandlung?

Straumann: Bei SLActive erfolgt die Herstellung unter Stickstoffatmosphäre, so dass eine hydrophile Oberflache entsteht. Die Hydrophilie begünstigt eine Stabilisierung des Blutkoagulums an der Implantatoberfläche, was wiederum optimale Ausgangsvoraussetzungen für die Osseointegration ermöglicht. Diese chemische Modifikation der bewahrten SLA Oberflache zieht quasi aktiv das Blut an und schafft ein optimales Wohlfühlklima für die Knochenzellen. So kann letztendlich schneller Neuknochen aufgebaut werden. Dies führt nachweislich zu verkürzten Einheilzeiten und damit zu mehr Sicherheit für Anwender und Patient.

WM: Worin liegt der Unterschied zwischen den von Ihnen verwandten Materialien Titan und Roxolid®?

Straumann: Der Unterschied liegt in der Materialzusammensetzung. Straumann Titanimplantate bestehen aus reinem Titan. Bei Roxolid handelt es sich um eine Titanlegierung, die zu 85 % aus Titan und zu 15 % aus Zirkon besteht. Diese Legierung weist eine deutlich erhöhte Bruchfestigkeit bei gleichzeitiger Beibehaltung der herausragenden Osseointegrationseigenschaften auf. Roxolid hat sich in den letzten Jahren so bewahrt, dass wir 2014 fast unser gesamtes Implantatportfolio auf diesen Werkstoff umgestellt haben.

WM: Bietet das Produkt den Patienten damit die Möglichkeit, aufwändige operative und kostspielige Maßnahmen zu vermeiden?

Straumann: Die erhöhte Bruchfestigkeit von Roxolid ermöglicht den Einsatz von durchmesserreduzierten Implantaten in neuen Indikationen. Dies kann zur Vermeidung augmentativer Eingriffe fuhren, was deutliche Auswirkungen auf die Zeit, die Kosten und letztendlich auch auf die Patientenakzeptanz der implantologischen Behandlung hat. Auf diese Weise nehmen wir natürlich auch den Patienten ein Stuck weit die Angst vor Dentalbehandlungen.

WM: Wie hoch ist die Akzeptanz hinsichtlich Titan- und Roxolid-Produkte?

Straumann: Die Akzeptanz ist sowohl beim Zahnarzt als auch beim Patienten sehr hoch. Implantate auf Titanbasis sind seit Jahrzehnten der Goldstandard und sehr umfangreich wissenschaftlich dokumentiert. Es gibt jedoch zunehmend mehr Patienten, die aus verschiedenen Gründen eine metallfreie implantologische Versorgung wünschen. Fur diese Patienten haben wir das PURE Keramikimplantat entwickelt, das mit seiner innovativen ZLA-Oberflache eine valide Alternative für den Patienten darstellt und ebenfalls bereits über eine gute wissenschaftliche Datenlage verfugt. So können eine vorhersagbare erfolgreiche Osseointegration und eine optimale Weichgewebsanbindung optimal kombiniert werden. Das Weichgewebe liebt einfach keramische Oberflachen. Die Bruchsicherheit ist bei Keramikimplantaten jedoch eine besondere Herausforderung.

WM: Diese liegt unterhalb des Titans?

Straumann: Nein, im Gegenteil, aber die Herstellung bzw. Oberflächenbearbeitung von Keramikimplantaten bietet eine Reihe von werkstoffbedingten Herausforderungen, die bei falscher Handhabung zu späteren Problemen fuhren können. Durch jahrelange Forschungsbemühungen konnten wir diese Herausforderungen meistern und Prozesse etablieren, die keine Probleme bei der Bruchfestigkeit erwarten lassen. Zudem wird jedes PURE Keramikimplantat bereits ab Werk einem ausführlichen, individuellen Bruchtest unterzogen, um auch hier maximale Sicherheit zu gewährleisten.

WM: Wie schätzen Sie den Marktanteil von Keramik in der Zukunft ein?

Straumann: Wir sehen eine kontinuierliche Entwicklung nach oben. Immer mehr Praxen verwenden Keramikimplantate, um die steigende Patientennachfrage bedienen zu können, denn das Keramik-Implantat bietet viele Vorteile in den Bereichen Weichgewebe und Ästhetik bei vergleichbaren Osseointegrationseigenschaften von Titanimplantaten.

WM: Daraus spricht Vertrauen in die neue Generation. In der Produktion in Villeret bereiten Sie auch noch den nächsten Schritt der Keramik-Implantate vor – die Zweiteiligkeit, die Folgegeneration sozusagen. Wann dürfen wir mit der Markteinführung rechnen?

Straumann: Wir gehen zur Zeit davon aus, dass wir die zweiteiligen Keramikimplantate gegen Ende des Jahres vorrätig haben werden. Dies werden wir, so wie es sich für Straumann gehört, nicht in einer Hau-Ruck-Aktion umsetzen, sondern im kontrollierten Marktumfeld und mit seriösen Studien begleiten. Auch hier gilt – als Teil der „Straumann-DNA“ – Qualität und Sicherheit vor Schnelligkeit.

WM: Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass Keramik-Implantate bisher einen eher schlechten Ruf genießen? Das entspricht ja nicht Ihrer jetzigen Einschätzung.

Straumann: Keramik-Implantate gibt es seit 20 Jahren. Besondere Bekanntheit erlangte das sogenannte Tübinger Sofortimplantat. Es wurden damals aber andere Werkstoffe verwendet und die verwendeten Be- und Verarbeitungstechnologien führten zu Materialveränderungen, die eine höhere Bruchrate zur Folge hatten. Zudem konnten die Titanoberflächentechnologien nicht reproduziert werden, was zu großen Herausforderung in Bezug auf die Osseointegration geführt hat. Dies führte dann nach einer anfänglichen Euphorie zum schlechten Ruf der Keramikimplantate. Aber wie gesagt, sind die Implantate von damals in vielerlei Hinsicht nicht mit den modernen Keramikimplantaten vergleichbar. Die Probleme der Vergangenheit wurden beim PURE Keramikimplantat alle gelost, so dass wir heute von einer wirklichen validen Alternative zu den Titanimplantaten sprechen können. Die zunehmenden Mengen an wissenschaftlichen (Langzeit-)daten wird dies zunehmend untermauern.

WM: Sie sprachen die relativ spate Markteinführung an, um mit einer gesicherten Datenlage ein kontrolliertes Produkt auf den Markt zu bringen. Sie sprachen auch von der „Straumann-DNA“. Diese Vorgehensweise durfte ja Teil des Ganzen sein. Was macht dieses Vorgehen für Sie hinsichtlich der „Straumann-DNA“ aus?

Straumann: Wir sind der Meinung, dass diese Vorgehensweise nur konsequent ist. Wir wollen für Innovationen stehen aber alles daran setzen, dass die Produkte, die wir dem Behandler und dem Patienten anbieten, ausgereift und evidenzbasiert sind und guten Gewissens „ohne Wenn und Aber“ verwendet werden können. Wir stehen für langfristige Behandlungssicherheit und Qualität. Qualität, die wir auch immer wieder mit zahlreichen Studien unterstreichen. Natürlich ist dieses Vorgehen mit hohen finanziellen Investitionen verbunden, zahlt sich aber unseres Erachtens durch das Vertrauen des Marktes in die Marke Straumann langfristig aus.

WM: Wie hoch Sind Ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung?

Straumann: Wir investieren jedes Jahr einen hohen Millionenbetrag in Forschung und Entwicklung. In den letzten Jahren waren es jeweils zwischen 5 - 6 % vom Umsatz; ein relativ hoher Anteil, wenn man sich die Wettbewerber anschaut. Dies verdeutlicht aber vielleicht auch etwas unsere Idee von langfristigem Engagement im Markt. Es fallt in diesem Zusammenhang auch hin und wieder das Stichwort vom „vorhersagbaren Behandlungserfolg“. Durch unsere Vorgehensweise tragen wir unseres Erachtens dazu bei, diesen immer weiter zu maximieren.

WM: Sie sprachen das Thema Studien an. Es gibt eine neue Studie aus Schweden, die unabhängig, also komplett ohne industrielle Beteiligung, aktuell für viel Aufsehen sorgt.

Straumann: Sie sprechen von der Studie der Arbeitsgruppe Derks et al. Die Publikation war tatsachlich eine freudige Überraschung für uns. Neben den spannenden Ergebnissen liegt eine große Besonderheit in der Unabhängigkeit der Studie: Nicht nur finanzieller Natur – sie wurde ausschließlich staatlich unterstutzt –, sondern auch in der Neutralität der Patientendaten, die keinem klassischen Studieneinfluss unterlagen. Die Gruppe hat Zugang zu den Daten des nationalen Registers der schwedischen Sozialversicherung. Hierzu muss man wissen, dass in Schweden die Implantattherapie keine reine Privatleistung ist und daher alle implantologischen Eingriffe über die Versicherung erfasst werden. Es gibt also keinen sogenannten Selektions- Bias. Die primäre Fragestellung bezog sich auf den kurz- und langfristigen Erfolg der Implantattherapie über einen Zeitraum von neun Jahren sowie auf potentielle Einflussfaktoren.

WM: Zu welchem Ergebnis kamen die Forscher?

Straumann: Der Zugang zu diesem außergewöhnlichen, unabhängigen Datenpool ermöglichte den Forschern eine randomisierte Auswahl von 2 765 Patienten, die im Jahr 2003 implantiert wurden. Dies entspricht 11 311 Implantaten, die von über 800 Behandler gesetzt wurden. Bei 569 Patienten konnten zudem die 9-Jahresdaten erhoben werden.
Neben den sehr guten, generellen kurz- und langfristigen Erfolgsraten, die den vorhersagbaren Erfolg der oralen Implantologie erneut bestätigen, konnten vier Einflussfaktoren definiert werden, die einen signifikanten Einfluss auf den Implantaterfolg haben: Rauchen, Parodontale Vorerkrankung, Implantatlänge sowie das verwendete Implantatsystem. Dass das Implantatsystem selbst ein entscheidender Faktor ist, überrascht zwar nicht, wurde aber auch bis dato noch nicht in einer unabhängig Langzeitstudie mit einem so umfangreichen Patientenkollektiv eindrucksvoll belegt. Umso mehr hat es uns gefreut, dass Straumann hier im Vergleich zu allen damals verfugbaren Implantatsystemen als erfolgreichstes System abgeschnitten hat.

WM: Welches Fazit ziehen Sie für sich aus diesen positiven Ergebnissen?

Straumann: Diese Ergebnisse bestätigen nicht nur unsere jahrzehntelangen, intensiven Forschungsbemühungen, sondern sind auch Motivation für uns, diesen Weg konsequent weiterzuverfolgen. Dies gilt auch für unser umfangreiches Engagement im Bereich das Aus-, Fort- und Weiterbildung.

WM: Wird diese Fortbildung im Rahmen der Straumann Akademie angeboten?

Straumann: Ja genau, denn die Fortbildung ist neben der wissenschaftlichen Forschung, der Vorhersagbarkeit von Behandlungserfolgen und Innovationen eine weitere wichtige Säule, auf denen der Erfolg von Straumann fust. In Kooperation mit renommierten Meinungsbildnern bieten wir verschiedene Fortbildungsformate an, die weit über unser Produktportfolio hinausgehen und sich an eine vielschichtige Zielgruppe richten. Allein in Deutschland konnten wir im letzten Jahr über 22 000 Kunden bei unseren Fortbildungsveranstaltungen begrüßen.

WM: Im Zusammenhang mit der Straumann Akademie fallt natürlich auch das Stichwort „International Team for Implantology“. Was können Sie uns über das ITI sagen?

Straumann: Das ITI ist eine unabhängige Forschungsinstitution, die1980 gegründet wurde und auf den vier Säulen Kommunikation, Aus- und Weiterbildung, Netzwerken und Forschung fust. Straumann stellt umfangreiche Fördermittel bereit, um das Thema Implantologie international voranzutreiben. Als Non-Profit Organisation vergibt das ITI unabhängig weltweit Forschungsgelder an Forschungsgruppen; die Forschungsthematik reicht von der Grundlagenforschung bis zur Therapieforschung im Bereich der dentalen Implantologie. Diese breit aufgestellte Forschungsarbeit ergänzt die firmeneigene bei Straumann, die sich immer sehr nah am Produkt orientiert, sehr gut.

WM: Wagen wir zum Abschluss noch einen Ausblick: Welche Entwicklungen im dentalchirurgischen Bereich stehen uns aus Ihrer Sicht bevor?

Straumann: Der Markt unterliegt momentan dynamischen Veränderungen aufgrund der eingangs thematisierten Firmenzusammenschlusse und Konglomerate. Straumann ist einer der wenigen letzten global Player, die sich ausschließlich auf die Implantologie fokussieren. Momentan erweist sich diese Strategie als sehr erfolgreich, weil wir uns zu 100 % auf das Produkt konzentrieren können – sowohl in der Forschung, als auch im Service. Das wollen wir weiterhin aufrecht erhalten.
Die Innovation wird nach wie vor ein Erfolgsfaktor sein und da ist Straumann sehr gut aufgestellt. Die Implantologie wird das Kerngeschäft und -forschungsgebiet sein, doch die Mehrheit der Entwicklung wird sich in den Bereichen der Zahnprothetik und des Gewebsmanagements abspielen. Der Aspekt der Weichgewebeanbindung und -adaption wird eine zunehmende Rolle spielen. Auch die komplexe Schnittstellenproblematik zwischen Implantat und Prothetik wird künftig ein intensives Forschungsfeld darstellen. Aber auch die Weiterentwicklung keramischer Implantate sowie der Ansatz zu minimalinvasiveren Arbeiten mit kurzen und schmalen Implantaten. Wir sind zuversichtlich, auch weiterhin bei unseren Kunden der Partner der Wahl zu sein, um Patienten und Behandlern optimale Produkt- und Serviceleistungen bereitzustellen. Dies gilt insbesondere für die Bundeswehr.

WM: Fur diese Herausforderungen wünschen wir Ihnen alles Gute und danken für das aufschlussreiche Gespräch.

Datum: 01.07.2015

Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 2015/2

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