Artikel: F. R. Nolte

Das Sanitätslehrregiment „Niederbayern“Von der Grund- und Einsatzausbildung zur Erprobung und Präsentation sanitätsdienstlicher Fähigkeiten

Aus dem Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung(Kommandeur: Generalstabsarzt Dr. U. Baumgärtner)

Das Sanitätslehrregiment (Kommandeur: Oberfeldarzt Dr. A. Schilling) ging aus dem ehemaligen gemischten Lazarettregiment 12 hervor und wurde im Jahr 2003 offiziell als Lehr- und Erprobungstruppenteil des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Feldkirchen (Gäuboden – Kaserne) in Dienst gestellt und dem Sanitätsamt der Bundeswehr in München unterstellt. Im Jahr 2012 wurde der Verband im Rahmen der Umstrukturierung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr sowie der Auflösung des Sanitätsamtes dem Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung in Weißenfels unterstellt.

Photo Das Wappen des Sanitätslehrregimentes drückt die Verbundenheit mit dem Bundesland Bayern, dem Landkreis Straubing – Bogen, der Stadt Straubing und die Identifikation mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr aus.

Der untere Teil des Wappens ist in blau gehalten und zeigt das Logo des Sanitätsdienstes der Bundeswehr mit Eisernem Kreuz und Äskulapstab. Im linken Teil sind die bayerischen Rauten mit einem in rot gehaltenen „L“, in Anlehnung an das „Rote Kreuz“, für den Lehrauftrag des Regimentes enthalten. Der rechte Teil zeigt das Rot, den silbernen Pflug und die goldene Lilie des Stadtwappens von Straubing.

Der Pflug, ursprünglich das Wappen des Richters Otto von Straubing (um 1242), versinnbildlicht die Gerichtsgemeinde der Bürger. Die Lilie weist auf die Grundherrschaft des Augsburger Domkapitels hin, die es seit 1029 über Straubinger Boden ausübte.

Leitspruch

Der Leitspruch des Regimentes „humanitas suprema lex“, in Anlehnung an das Zitat des Staatsphilosophen Markus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.) „salus populis suprema lex esto“ und den Artikel 1 des Grundgesetzes bringt zum Ausdruck, dass Menschlichkeit (Mitmenschlichkeit) für alle Angehörigen des Sanitätslehrregimentes das höchste Gebot, das „Gesetz“ ist, an dem sich alles Handeln auszurichten hat.

Chronik

01.10.1996  Aufstellung des gemischten Lazarettregiments 12 aus Teilen des Lazarettregiment 76, Krankentransportbataillon 858, Sanitätsbataillon 4, Reservelazarettgruppe 7604, 2./Sanitätslehrbataillon 851 und Sanitätsmaterialkompanie 200 in Feldkirchen, München und Sigmaringen.

23.01.1997:
Indienststellung des gemischten Lazarettregiments 12.

01.04.1997:
Unterstellungswechsel von Sanitätsbrigade 2 in Ulm unter Sanitätsbrigade 1 in Leer.

01.02.2002:
Unterstellungswechsel von Sanitätsbrigade 1 in Leer unter das Sanitätsamt der Bundeswehr in München.

01.07.2003:
Aufstellung des Sanitätslehrregimentes aus dem gemischten Lazarettregiment 12 bei gleichzeitiger Unterstellung und Umbenennung der Sanitätslehrkompanie in München zur 4./ Sanitätslehrregiment.

23.09.2003:
Umbenennung des gemischten Lazarettregiment 12 in Sanitätslehrregiment.

01.11.2006:
Abschluss der Verlegung der 2./Kompanie sowie der 4./ Kompanie des Sanitätslehrregimentes von München nach Feldkirchen.

13.03.2009:
Verleihung des Beinamens „Niederbayern“ durch das Bundesministerium der Verteidigung und den Regierungsbezirk Niederbayern.

10.01.2013:
Unterstellungswechsel vom Sanitätsamt in München unter das Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung in Weißenfels.

01.11.2013:
Unterstellung des Zentrums für Einsatzausbildung und Übungen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr von der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München zum Sanitätslehrregiment.

01.04.2015:
Aufstellung der 7./ Kompanie des Sanitätslehrregiments (2. Grundausbildungskompanie) mit vorläufigem Dienstort Bogen.

01.10.2017:
Umgliederung des Sanitätslehrregiments und Umbenennung des Zentrums für Einsatzausbildung und Übungen in das Lehr-/Ausbildungs Zentrum Einsatz (Lehr-/­AusbZEins).

Auftrag

Das Sanitätslehrregiment hat den Auftrag, wie jedes Regiment des Zentralen Sanitätsdienstes, Personal und Material für die sanitätsdienstliche Einsatzversorgung bereitzuhalten. Hierzu werden Fahrzeuge, Zelte, Container und Medizingerät in einem Materialzustand erhalten, der eine unmittelbare Verlegung in den Einsatz erlaubt. Die Soldatinnen und Soldaten des Sanitätslehrregimentes werden hinsichtlich ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit, sowie ihrer militärischen wie fachlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten aus- und weitergebildet sowie anhand von Praktika und Übungen befähigt, ihre spezifische Funktion in der Einsatzversorgung zu übernehmen und auszuführen.

Darüber hinaus hat das Sanitätslehrregiment spezifische Aufgaben eines Lehr- und Erprobungstruppenteils:

  • Erprobung und Beiträge zur Weiterentwicklung von sanitätsdienstlichem Material für den Einsatz, insbesondere Verwundetentransportmittel Land, Luftgestützte Zeltsysteme (LSE) und Zelt-Container-Systeme (MSE),
  • Kraftfahreinsatzausbildung auf allen geschützten Sanitätsfahrzeugen für Fahrer und Kommandanten im Rahmen der einsatzvorbereitenden Ausbildung,
  • Ausbildungsgänge zum Aufbau von MSE-Systemen,
  • Durchführung von Einsatzvorbereitender Teamausbildung (ZA ELSA) funktions- und einsatzland-spezifisch für alle sanitätsdienstlichen Kräfte,
  • Ausbildungsgänge zur Taktischen Verwundetenversorgung für präklinisch eingesetzte sanitätsdienstliche Kräfte,
  • Ausbildungsgänge für Personal von Verwundetenleitstellen im Einsatz (nationales und internationales PECC-Training),
  • Ausbildung, Weiterentwicklung und Betrieb der Verwundetendekontaminationseinrichtung Land,
  • Durchführung der Grundausbildung für alle Sanitätsoffizieranwärterinnen und Sanitätsoffizieranwärter der Bundeswehr,
  • Durchführung von Präsentationen und Lehrvorführungen sanitätsdienstlicher Fähigkeiten, sowie Teilnahme an Fachmessen und
  • Planung, Begleitung, Auswertung und Zertifizierung von sanitätsdienstlichen Übungen und Übungsanteilen,
  • Zentrale Ausbildung Sanitätsdienstliches Führungs- und Einsatzsystem (SAFES),
  • Ausbildung Helfer im Pflege und Funktionsdienst,
  • Durchführung Tag der Bundeswehr 09.06.2018,
  • Durchführung der Übung COMBINED AID 2019 (DEU – CHN).

Darüber hinaus nehmen Angehörige des Sanitätslehrregimentes regelmäßig an Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen teil, um ihre Expertise für die von ihnen durchgeführte einsatzvorbereitende Ausbildung auf einem hohen und aktuellen Stand zu halten.

Gliederung

Photo Tabelle 1: Gliederungsübersicht Das Sanitätslehrregiment gliedert sich in den Regimentsstab, einen Stabszug, eine Versorgungs/Unterstützungskompanie, eine Krankentransportkompanie, zwei Sanitätskompanien, eine Verstärkungskompanie (Reserve), eine Sanitätsausbildungskompanie und das Lehr-/Ausbildungs-Zentrum Einsatz für Einsatzausbildung und Übungen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr (Tabelle 1).

Der Regimentsstab unterstützt die Regimentskommandeurin, bzw. den Regimentskommandeur in allen dienstlichen Bereichen hinsichtlich Personal, Sicherheit, Ausbildung, Material, zivil-militärischer Zusammenarbeit und Führung. Er plant, koordiniert und steuert Unterstützungsleistungen, Ausbildungen, Lehrübungen, Präsentationen sowie Hilfs-, Katastrophen- und Auslandseinsätze die das Sanitätslehrregiment betreffen. Die Regimentskommandeurin, bzw. den Regimentskommandeur informiert und berät er, bereitet ihre bzw. seine Entscheidungen vor, erarbeitet Pläne sowie Befehle und überwacht deren Ausführung in ihrem bzw. seinem Auftrag.

Der Stabszug und die 1. /Kp SanLehrRgt – Versorgungs/Unterstützungskompanie unterstützen die Regimentsführung und den Regimentsstab personell und materiell bei der Führung und Versorgung des Sanitätslehrregimentes.

Photo Abb. 1 : Verwundetendekontamination Photo Abb. 2 : Verwundetendekontamination Die 1. /Kp SanLehrRgt gliedert sich in sieben Teileinheiten die verschiedenste Aufgaben wahrnehmen. Der Führungsunterstützungszug stellt die Einsatzunterstützung sicher und hat zusätzlich einen Lehr- und Ausbildungsauftrag. Der technische Zug übernimmt große Teile der Instandsetzung in allen Bereichen und der Transport- und Umschlagzug einen Großteil der Logistik des Regiments. Der Zug VwuDekon in Verbindung mit den SanGrp Hyg und ihren Verwundetendekontaminationseinrichtungen ist ein wichtiger Baustein des MedABC Schutzes. Bei Präsentationen und Lehrübungen unterstützt er die Sanitätsakademie der Bundeswehr im Bereich Weiterentwicklung. Mithilfe der Materialgruppe, dem Sanitätsmaterialzug sowie der Verpflegungsgruppe wird die restliche Versorgung des Sanitätslehrregiments sichergestellt.

Weiterhin führt die Versorgungs- und Unterstützungskompanie dienstpostenbezogene Ausbildung durch und trägt die truppendienstliche Verantwortung bei zivil-militärischen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen von Soldateninnen und Soldaten.

Die 2./ Kp SanLehrRgt – Krankentransportkompanie (KrTrsp Kp) stellt den landgebundenen qualifizierten Patiententransport und die mobile notfallmedizinische Versorgung mit ungeschützten und im Schwerpunkt mit geschützten Fahrzeugen des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr (ZSanDstBw) sicher. Hierzu werden bewegliche Rettungstrupps und Arzttrupps eingesetzt. Ziel ist Transport, Evakuierung und medizinische Betreuung von Soldateninnen und Soldaten, um diese schnellstmöglich in eine medizinische Einrichtung zu transportieren. Daneben verfügt die Kp über eine Grp Luftgestützter Verwundetentransport.

Photo Abb. 3 - 6: Spezifisches, für den Verwundetentransport vorgesehenes, neueinzuführendes Sanitätsmaterial wird in der Krankenkraftwagenkompanie des Sanitätslehrregimentes erprobt. Schwerpunkt der 2./ Kp SanLehrRgt ist die Ausbildung der Kraftfahrerinnen und Kommandanteninnen sowie Kraftfahrer und Kommandanten an den geschützten Sanitätsfahrzeugen, um die Soldatinnen und Soldaten bestmöglich auf den Auslandseinsatz und deren Tätigkeiten mit diesen Fahrzeugen vorzubereiten. Die Ausbildungen werden an den ungeschützten Sanitätsfahrzeugen vom Typ 2to BAT (UNIMOG) und geschützten Sanitätsfahrzeugen vom Typ EAGLE IV (Abb. 3), TPz FUCHS (Abb. 4) und GTK BOXER (Abb. 5) durchgeführt und finden auch im multinationalen Umfeld statt. Es werden Kameradinnen und Kameraden der niederländischen, serbischen und österreichischen Streitkräfte in der 2./Kp für Ihren Auslandseinsatz ausgebildet.

Zusätzlich präsentiert die 2./ Kp sämtliche Fahrzeuge bei zivilen und militärischen Messen und Vorführungen im Rahmen Weiterbildung Truppe und Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkt bildet hierbei die Informations- und Lehrübung ZSanDstBw.

Photo Abb. 7: Modulare Sanitätseinrichtungen Photo Abb. 8: Modulare Sanitätseinrichtungen Die zwei mit Luftverlegbaren (LSE) und Modularen Sanitätseinrichtungen (MSE) der Behandlungsebenen 1 und 2 unterschiedlich ausgestatteten Sanitätskompanien (3./Kp und 4./Kp SanLehrRgt) haben einerseits durch Aufbau, Betrieb und Verlegung von LSE und MSE den Lehr-, Ausbildungs- und Übungsbetrieb des Sanitätslehrregiments zu unterstützen (Abb. 7-9) sowie Präsentationen und Lehrübungen im Auftrag des Sanitätsdienstes vor nationalem und internationalem Publikum durchzuführen, andererseits sind sie als Bestandteil der Stabilisierungskräfte sowie der Very High Readiness Joint Task Force Land 2019 ( VJTF L) aber jederzeit auch in der Lage, die Aufgaben der präklinischen Verwundetenversorgung im In- und Ausland hochqualifiziert wahrzunehmen.

Mit Ihrer Ausstattung können sie die in den Kräftekategorien des Sanitätsdienstes der Bundeswehr vorhandenen sanitätsdienstlichen Kräfte und Mittel im Rahmen von luftbeweglich geführten schnellen Anfangsoperationen sowie im Rahmen von Stabilisierungs- und Folgeoperationen abbilden und somit den operativtaktischen Ansatz des Sanitätsdienstes darstellen.

Photo Abb. 9: Modulare Sanitätseinrichtungen Daneben stellen die Sanitätskompanien die dienstpostengerechte Aus- und Weiterbildung ihrer Soldateninnen und Soldaten sowie die sichere Handhabung im Auf- und Abbau ihrer Systeme sicher und führen spezifische Handhabungsversuche und Erprobungen an neueinzuführendem Sanitätsmaterial für Sanitätseinrichtungen durch. Des Weiteren unterstützen die Sanitätskompanien internationale Ausbildungseinrichtungen bei den unterschiedlichen Trainingseinheiten von Sanitätskräften. Aufgrund der Befähigung der Behandlungsebene 1 im Bereich der modularen Sanitätseinrichtungen können Übungsvorhaben der Bundeswehr im In – und Ausland sichergestellt werden.

Die 6./Kp SanLehrRgt (Sanitätsausbildungskompanie) führt jeweils für bis zu 240 Rekrutinnen und Rekruten die dreimonatige Grundausbildung im Sanitätsdienst, die sich aus der zweimonatigen Allgemeinen Grundausbildung und der anschließenden einmonatigen Aufbauausbildung zusammensetzt, durch.

Daneben stellt sie für bis zu 275 Sanitätsoffizieranwärterinnen und Sanitätsoffizieranwärter aller Approbationen und TSK/OrgB die dreimonatige Allgemeinmilitärische Basisausbildung sicher.

Photo Abb. 10: Szenen aus der militärischen Basisausbildung Photo Abb. 11: Szenen aus der militärischen Basisausbildung In der Sanitätsausbildungskompanie des Sanitätslehrregiments erfolgt die militärische Basisausbildung der Sanitätssoldaten, Sanitätsunteroffiziere, Sanitätsfeldwebel und der künftigen Sanitätsoffiziere für Einsätze im Rahmen der Konfliktverhütung und Krisenbewältigung sowie ihre erste und entscheidende Prägung als „Staatsbürgerin und Staatsbürger in Uniform“. Hier lernen die jungen Soldatinnen und Soldaten das militärische Grundhandwerk für ihr weiteres Soldatenleben!   

Ziel ist die einsatzfähige und einsatzwillige Soldatin bzw. der einsatzfähige und einsatzwillige Soldat, die bzw. der sich bewusst ist, im Sanitätsdienst eingesetzt zu sein.

Lehr-/Ausbildungs Zentrum Einsatz (Lehr-/AusbZEins)

Am 12.10.2006 wurde das Zentrum für Einsatzausbildung und Übungen des Sanitätsdienstes als Lehrgruppenäquivalent der Sanitätsakademie der Bundeswehr in der Gäubodenkaserne in Dienst gestellt und zum 01.11.2013 wurde es dem Sanitätslehrregiment unterstellt. Zum 01.10.2017 wurde das Zentrum für Einsatzausbildung und Übungen in das Lehr-/Ausbildungs Zentrum Einsatz (Lehr-/AusbZEins) umbenannt.

Das Lehr-/Ausbildungs Zentrum Einsatz des Sanitätsdienstes hat folgende Aufgabenschwerpunkte, in denen es durch die übrigen Teile des Sanitätslehrregimentes personell und materiell unterstützt wird:

Photo Abb. 12: Ausbildung in Taktischer Verwundetenversorgung Durchführung der Zusatzausbildung Einsatzvorbereitende Ausbildung für Konfliktverhütung und Krisenintervention (ZA ELSA) als Einsatzlandspezifische Ausbildung für alle Kräfte des Sanitätsdienstes. Die Ausbildung von Personal für die Patient Evacuation Coordination Cell (PECC = Verwundetenleitstelle) auf nationaler Ebene und in Zusammenarbeit mit dem Centre of Excellence for Military Medicine auf NATO-Ebene. Ausbildung am Sanitätsdienstlichen Führungs- und Einsatzsystem (SAFES) und der Ausbilderausbildung im Bereich Taktische Verwundetenversorgung (Abb. 12). Weiterentwicklung der eigenen Ausbildung gemäß den aktuellen Erfordernissen aus den Einsätzen.

Planungen, Konzeptionen, Begleitungen und Evaluationen von sanitätsdienstlichen Übungen und Übungsabschnitten sowie die Durchführung einsatzbezogener Teamausbildung und das Stellen von MEDEVAL Teams im nationalen und internationalen Rahmen.

Einer der maßgeblichen Schwerpunkte des Ausbildungsauftrages für das Lehr-/AusbZEins ist die Zusatzausbildung im Rahmen der Einsatzausbildung für Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, die Soldatinnen bzw. Soldaten abschließend auf ihren Auslandseinsatz vorbereitet.

Photo Abb. 13: Mascal Übung in der einsatzlandspezifischen Ausbildung Hier werden maximal 190 Soldaten, vom Obergefreiten bis zum Oberstarzt, in einer bzw. zwei Ausbildungswochen auf ihren Einsatz und die Besonderheiten ihres Einsatzlandes vorbereitet. Ausbildungsziel am Ende der Lehrgangswoche ist es, die Soldateninnen und Soldaten bestmöglich auf ihren Einsatz im spezifischen Einsatzland vorzubereiten, Handlungssicherheit mit auf den Weg zu geben sowie letztendlich die Soldatin und den Soldaten bestens vorbereitet und ausgebildet in den Einsatz zu entsenden. Wesentliche Ausbildungsinhalte sind hier die Vorstellung des Konzeptes für die sanitätsdienstliche Versorgung im Einsatzland, die aktuellen Informationen aus dem Einsatzland sowie verfassungs- und völkerrechtliche Rahmenbedingungen und Rechtsgrundlagen für das Handeln im Einsatz (Rules of Engagement). Sanitätsspezifische Ausbildungsinhalte wie Verfahren bei Massenanfall von Verwundeten (Abb. 13), Anforderung bzw. Einweisung beim Be- und Entladen von Hubschraubern und Mittel und Verfahren zur Kommunikation im Einsatz werden in praktischen Ausbildungen geübt.

Weitere Ausbildungsinhalte sind die infanteristische / taktische Grundlagenausbildung, das Verhalten innerhalb von Patrouillen, die Waffen und Schießausbildung sowie die Counter-IED- und Mine-Awareness-Ausbildung. Daneben werden geschichtliche und kulturelle Hintergründe zum Einsatzland gegeben und Stressbewältigung im Einsatz vermittelt.

Patenschaften

Das Sanitätslehrregiment und seine Soldatinnen und Soldaten sind in vielfältiger Art und Weise in den Landkreis Straubing – Bogen mit seinem politischen und gesellschaftlichen Leben integriert. Dies ist insbesondere daran erkennbar, dass viele Zeit- und Berufssoldaten und deren Familien hier ihre Heimat gefunden haben und, dass die umliegenden Städte und/ Gemeinden sich ihren Soldateninnen und Soldaten, ihren uniformierten Staatsbürgern aufrichtig verpflichtet fühlen.

Zusätzlich zu den Städten und/ Gemeinden werden noch Patenschaften zu Reservistenkameradschaften und zum Kreiskinderhaus Straubing unterhalten und gepflegt.

Derzeitige Patenschaften:

SanLehrRgt          Stadt Straubing

Stabszug              Gemeinde Aiterhofen

1./ SanLehrRgt     Stadt Geiselhöring

2./ SanLehrRgt     Gemeinde Rain

3./ SanLehrRgt     Gemeinde Straßkirchen und Kreiskinderhaus Straubing

4./ SanLehrRgt     Gemeinde Salching

6./ SanLehrRgt     Gemeinde Feldkirchen

Lehr-AusbZEins    Gemeinde Oberschneiding 


Abb. beim Verfasser

Anschrift des Verfassers:

Oberstleutnant Franz Rainer Nolte
Sanitätslehrregiment Niederbayern
Mitterharthausen 55
94351 Feldkirchen
E-Mail: FranzRainerNolte@bundeswehr.org


Datum: 29.01.2018

Quelle: Wehrmedizin und Wehrpharmazie 4/2017