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50 JAHRE WMM - GESCHICHTE UND AUSBLICK

Peter Mees

WMM, 59. Jahrgang (Ausgabe 1/2015; S. 26-28)

„Ausbildungsmethoden im Sanitätsdienst“ lautete der Titel eines von Stabsarzt Dr. Dr. Fischer verfassten Artikels, der als erster Beitrag in den damals neuen „Wehrmedizinischen Mitteilungen“ als Sonderbeilage zur Zeitschrift „Truppenpraxis“ im Dezember 1957 erschien.

Die Herausgabe der „Wehrmedizinischen Mitteilungen“ erfolgte nicht durch, sondern „in Zusammenarbeit mit der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens und dem Wehrmedizinalamt“. Verantwortlicher Schriftleiter war Oberfeldarzt Dr. Heinrich Harwickhorst, der bis Oktober 1957 auch für die Aufstellung des Wehrmedizinalamtes verantwortlich und damit dessen erster Amtschef war. Die Wehrmedizinischen Mitteilungen erschienen bis Ende 1964. Photo

Mit dem Heft 1 - 4 erscheint dann im April 1965 die erste Ausgabe der „Wehrmedizinischen Monatsschrift“ (siehe Titelseite dieses Heftes). Oberfeldarzt Dr. Harwickhorst ist auch für die Schriftleitung der neuen „WMM“ verantwortlich und nimmt diese Aufgabe nach seiner Zurruhesetzung im Jahre 1970 noch bis Ende 1971 wahr. In seinem Geleitwort stellt Generalstabsarzt Dr. Albrecht, damaliger Inspekteur des Sanitäts- und Gesundheitswesens, die Bedeutung der WMM insbesondere für die Fortbildung aller Sanitätsoffiziere heraus. Er schließt mit den Worten. „Ich möchte wünschen, daß diese Zeitschrift mit dazu beiträgt, das Zusammengehörigkeitsgefühl im aktiven und Reserve-Sanitätsoffizierkorps zu fördern und dem Sanitätsdienst der Bundeswehr neue Freunde zu gewinnen.“
In Heft 1/1966 erscheint in der WMM zum ersten Mal ein Kapitel mit der Überschrift „Aus der Vereinigung deutscher Sanitätsoffiziere (VDSO) – Wehrmedizinische Gesellschaft e. V.“. Damit wird die WMM zugleich Plattform für die deutsche wehrmedizinische Fachgesellschaft, das Kapitel „Mitteilungen aus der DGWMP e. V.“ ist und bleibt unverändert fester Bestandteil jeder Ausgabe.
Von 1972 bis 1976 war Flottenarzt Prof. Dr. Fassbender aus Mainz Schriftleiter der WMM. Er war Leitender Pathologe der Bundeswehr und Gründer des Zentralen Instituts für Allgemeine und Experimentelle Pathologie. Unter seiner Schriftleitung erscheinen immer wieder auch kurze Kapitel mit Abstracts von Dissertationen und Habilitationen von Sanitätsoffizieren, was dann aber später keine Fortsetzung findet.
Mit Oberstarzt a. D. Dr. Schmitt, der die Redaktion der WMM von 1977 bis 1979 leitet, nimmt erstmals kein aktiver Sanitätsoffizier die Aufgabe des Schriftleiters wahr, was auch in der Folgezeit so bleiben soll. Ihm folgt von 1980 bis 1985 Oberstarzt a. D. Dr. Schlösser, der die Schriftleitung der WMM, die mindestens seit Januar 1982 ein neues Layout* (Abb. 1) aufweist und jetzt drei- statt zweispaltig gedruckt wird, dann für zehn Jahre (1986 - 1995) an Admiralarzt a. D. Dr. Wedel weiter gibt. Unter seiner Schriftleitung wird das Layout der WMM im Jahre 1990 (Abb. 2) „modernisiert“, und von 1990 bis 1995 erscheint jährlich ein Kapitel unter der Überschrift „Forum junger Sanitätsoffiziere“, in dem die Vorträge des Nachwuchses beim Wettbewerb um den Hans-Hartwig-Clasen-Förderpreis als Kurzbeitrag veröffentlicht werden. Mit Heft 10 - 11/2014 wird diese Idee wieder aufgegriffen und als Kapitel „Heinz-Gerngroß-Förderpreis“ den jungen Sanitätsoffizieren eine Plattform für ihre Beiträge auf dem jährlichen DGWMP-Kongress geboten.

Photo Oberstarzt a. D. Dr. Corterier leitet von 1996 bis 2002 die Redaktion. Wurde 1990 die Neugestaltung wegen der Umbenennung der Inspektion des Sanitäts- und Gesundheitswesens in Inspektion des Sanitätsdienstes erforderlich, macht das neu geschaffene Logo des Sanitätsdienstes im Jahre 1997 erneut eine Modernisierung des Layouts erforderlich (Abb. 3).
Im Jahre 2003 übernimmt Oberstarzt a. D. Dr. Schäfer die Schriftleitung der WMM, die er bis 2009 innehat. Erstmals erhält die WMM unter seiner Schriftleitung im Jahre 2005 einen neuen Umschlag mit einem zum Inhalt referenzierenden Titelbild (Abb. 4). Dr. Schäfer führt mit den auch heute noch bestehenden Themenheften die Veröffentlichung von zusammengefassten, aktuellen Übersichten über wehrmedizinisch relevante Fachgebiete ein. Seit Oktober 2009 werden die erschienenen Artikel durch den Beta-Verlag, der seit 1995 die WMM verlegt, auch im Internet unter wehrmed.de veröffentlicht. (Verlagsübersicht von 1965 bis heute siehe Tabelle 1)
Unter der Schriftleitung von Oberstarzt a. D. Dr. Finke (2010 - 2013) werden in kleinen Schritten die Grundlagen für die im Jahre 2015 geplante Einführung des Peer-Review-Verfahrens geschaffen, welches die WMM zu einem zitierfähigen wissenschaftlichen Magazin mit entsprechender Listung in medizinischen Literaturdatenbanken weiter entwickeln soll. Die Vorgaben für Vollartikel werden in Anlehnung an den Standard des Deutschen Ärzteblatts überarbeitet. Ab 2013 erscheint die WMM im heute noch aktuellen Layout (Abb. 5) und wird wieder zweispaltig gedruckt.
Seit Januar 2014 steht Oberstarzt a. D. Dr. Mees in der Verantwortung als Schriftleiter. Die Abschnitte werden neu gegliedert, Themenbereiche, wie z. B. „Medizinscher ABC-Schutz“ oder „Technik, Methoden und Verfahren“ werden neu aufgenommen, um den Leserinnen und Lesern die Orientierung zu erleichtern. Die Berichterstattung von wehrmedizinischen Kongressen, Tagungen und Weiterbildungsveranstaltungen wird neu strukturiert mit Fokussierung auf fachliche Inhalte – einschließlich der Veröffentlichung der entsprechenden Abstracts. Auch finden internationale Beiträge sowie Berichte aus der wissenschaftlichen Arbeit der NATO Berücksichtigung. Die erneute Aufnahme der Arbeiten der Nachwuchsforen – sowohl des Paul-Schürmann- als auch des Heinz-Gerngroß-Preises – wurde bereits oben erwähnt. Seit Mitte 2014 wird die WMM darüber hinaus allen Sanitätsoffizieren, SanOA und Mitgliedern der DGWMP persönlich zugestellt. Photo

Ausblick

Originalia, Übersichten und Fallbeschreibungen werden unverändert das Rückgrat der WMM-Inhalte bilden. Ganz wesentlich wird dabei die Einführung des Peer-Reviews für diese Beiträge sein. Ziel ist es, ab der zweiten Jahreshälfte 2015 in jedem Heft ein bis drei entsprechend begutachtete Artikel zu veröffentlichen. Danach kann dann das nächste Ziel, die Aufnahme dieser Artikel in die entsprechenden Datenbanken (Pub- Med, Medline usw.), angesteuert werden.
Auch zukünftig sind Themenhefte geplant; allerdings sollen auch vermehrt wieder Hefte erscheinen, die einen größeren Ausschnitt aus der breiten Palette wehrmedizinischer Fachgebiete und Themen bieten. Neu aufgenommen wird eine Rubrik „Wehrmedizinische Kurzinformationen“, in der Kurzbeiträgeals Zusammenfassungen andernorts erschienener wehrmedizinisch relevanter Publikationen oder auch als kurze Fallbeschreibungen im Sinne von „Lessons learned“-Berichten erscheinen sollen. Hier sind alle Truppenärzte und Fachärzte sowie alle wissenschaftlich publizierenden Sanitätsoffiziere zur Mitarbeit aufgefordert.

Photo Promotionen und Habilitationen von Angehörigen des Sanitätsdienstes sollen zukünftig einen festen Platz in der WMM finden. Hierzu bittet die Redaktion um Zusendung des Titels, der Universität, des Datums der Promotion / Habilitation und einer kurzen (6 - 8 Sätze) Inhaltsangabe der Arbeit. Ebenso bietet sich die Veröffentlichung eines vollständigen Artikels (z. B. als Zusammenfassung einer Promotionsarbeit) an.
In der Rubrik „Aus Forschung und Wissenschaft“ soll über aktuelle Forschungsprojekte im Sanitätsdienst berichtet werden. Dieser Bereich soll eine Präsentationsplattform aller entsprechenden Bereiche werden, von Studien aus dem truppenärztlichen Dienst und den Bundeswehrkrankenhäusern und klinischen Forschungsprojekten, über die wehrmedizinische Sonderforschung der Spezialinstitute des Sanitätsdienstes bis hin zu deren Ressort-/Verbundforschungsvorhaben. Damit bietet sich die Chance, das eigene Projekt bekannt zu machen und, z. B. für Truppenärzte, die Möglichkeit zu schaffen, Patienten aus ihrer Sprechstunde gezielt zu betreuen bzw. zu überweisen. In ihrer 50-jährigen Geschichte hat die WMM ihre Aufgabe, als wehrmedizinische Fachzeitung den Angehörigen des Sanitätsdienstes eine Plattform für Fortbildung und Information zu sein, erfüllt. Die Ziele für die Weiterentwicklung der WMM zu dem deutschsprachigen internationalen wehrmedizinischen Fachmagazin sind gesteckt, ihr Erreichen ist greifbar. Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam anpacken.

* Der Redaktion liegen die Ausgaben der WMM vor 1982 nur in gebundener Form ohne Umschlagseiten vor; sollte eine Leserin/ein Leser noch im Besitz eines kompletten Heftes der WMM mit einem Erscheinungsdatum vor dem 1.1.1982 sein, wird um Kontaktaufnahme unter wmm@p-mees.de oder per Post an den Beta-Verlag gebeten, damit die Umschlagseiten hier ggf. gescannt und archiviert werden können.

1 Umfang zwischen 350 und 600 Worte, ggf. mit einer Abbildung

Datum: 27.03.2015

Quelle: Wehrmedizinische Monatsschrift 2015/1